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Gaming

"Ghost of Tsushima" im Test für PS4: So gut ist das Spiel wirklich!

Ein schwungvoller Katana-Hieb beendet die PlayStation 4-Ära:  Ob das PS4-Exklusivspiel "Ghost of Tsushima" von Sucker Punch den Samurai in uns geweckt hat, verraten wir in unserem Test!

Ghost of Tsushima PS4
Unser Test zu "Ghost of Tsushima": So gut ist das PS4 Spiel wirklich! Foto: Sony Playstation
Inhalt
  1. Ghost of Tsushima: Jin – The Last Samurai | Story
  2. Ghost of Tsushima: Wunderbare Spielwelt | Exploration und Fähigkeiten
  3. Ghost of Tsushima ist kein Sekiro – und das ist gut so! | So laufen die Kämpfe
  4. Ghost of Tsushima: Unser Testfazit

Die japanische Kirschblüte gilt als ein Symbol für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Im windigen Tsushima, dem Schauplatz des brandneuen Open-World-Epos von Sucker Punch ("Infamous: Second Son"), ist sie fast genauso omnipräsent, wie die Blutfontänen, die Protagonist Jin mit seinem Katana in die Spielwelt zeichnet. Tatsächlich geht von "Ghost of Tsushima", dem vermeintlich letzten großen PS4-Exklusivspiel, eine enorme Symbolkraft aus: Nach dem brillanten und niederschmetternden "The Last of Us 2" ist "Ghost of Tsushima" der letzte AAA-Titel eines Sony Studios, der zwangsläufig so ein bisschen im Schatten von Naughty Dogs Meisterwerk gewandelt ist, auch weil er gerade einmal  knapp einen Monat danach erscheint. Dazu kommen ständige Vergleiche mit Genre-Vorzeigetiteln wie "Sekiro: Shadows Die Twice" oder "Nioh" oder der „Assassin’s Creed“-Reihe. Doch ist "Ghost of Tsushima" mehr geworden, als die Summe seiner vermeintlichen (Gameplay)Einzelteile? Das lest ihr in den nachfolgenden Abschnitten.

 

Ghost of Tsushima: Jin – The Last Samurai | Story

Das Spiel beginnt ohne große Umschweife bei jenem Ereignis, das die dramatische Ausgangshandlung überhaupt erst auslöst: Dem Angriff der Mongolen auf die japanische Insel Tsushima im Jahr 1274, der sich tatsächlich so ereignet haben soll. Gerade einmal 80 Samurai stellen sich zehntausenden von Mongolen entgegen – eine bewusste "Selbstmordmission" fast ohne Überlebende. Einer der vermeintlich "Glücklichen" ist Jin, der mitansehen muss, wie Mongolen-Anführer Kublai Khan seinen großen Mentor Fürst Shimamura gefangen nimmt. Jin selbst wird fast tödlich verletzt, doch im letzten Moment von Yuna gerettet, die ihn wiederum darum bittet ihren Bruder aus der Gefangenschaft der Mongolen zu befreien. Doch Jin hat andere Pläne: Er will nach dem Codex der Samurai handeln und erstmal seinen Onkel retten. Doch Ehre und die Traditionen der Samurai haben auf Tsushima fast keine Bedeutung mehr, wie er schnell feststellen muss. Getrieben vom Trauma des Todes seines Vaters und der Gefangenschaft seines Onkels will Jin mithilfe von Verbündeten seine Heimat von der mongolischen Übermacht befreien.

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Die Invasion der Mongolen ist der Startpunkt des Spiels          PlayStation

Die Handlung von "Ghost of Tsushima" ist im Kern relativ simpel gestrickt und oftmals schwarzweiß gezeichnet. Doch ehrlich gesagt, ist das keine große Überraschung, schließlich hat Sucker Punch schon des Öfteren betont, dass sie mit "Ghost of Tsushima" eine Hommage an die japanischen Samurai-Filme der 1950er rund um Akira Kurosawa abliefern wollen, deren Hauptstory meist auch nicht mit großer Subtilität punktet. Stattdessen präsentiert uns "Ghost of Tsushima" einen glaubhaft im Kern zerrissenen Protagonisten - zwischen Traditionen und Moderne, Codex und Cleverness, Loyalität und Vaterlandsliebe. Daneben reichert Sucker Punch die Handlung mit großartigen Nebenfiguren an, die allesamt selbst mit der mongolischen Streitmacht und ihren fatalen Auswirkungen zu kämpfen haben und uns im Verlauf ihrer teils ausgiebigen Sidequests ans Herz wachsen. Schon hier zeigt sich, dass "Sucker Punch" zwar einen sehr westlichen Zugang zum Überthema des japanischen Mittelalters wählt, gleichzeitig Themenkomplexe wie Bushido, japanische Folklore, Mythologie oder bspw. die Essenz von Haikus unglaublich clever und stilvoll in die Spielewelt einwebt.

 

Ghost of Tsushima: Wunderbare Spielwelt | Exploration und Fähigkeiten

In den ersten Spielstunden nach dem noch etwas hektischen Prolog von "Ghost of Tsushima" lechzt man förmlich danach die atemberaubende Spielwelt von Tsushima in jeder erdenklichen Sekunde einzusaugen: Wenn rotes Laub vom Wind hochgeschleudert wird, während man einen mongolischen Krieger im Standoff in Zeitlupe niederstreckt, ist das schon verdammt großes (Spiel)Kino. Selbst nach knapp 30 Stunden, die man ca. einplanen muss, um die Hauptstory von „Ghost of Tsushima“ durchzuspielen, blickt man immer noch neugierig über die nächstgelegene Erhöhung, weil man gespannt ist, was für eine Prachtkulisse einen dahinter erwartet. Kleinere Grafik-Mankos trüben den exzellenten Gesamteindruck nur ganz gering. Und auch der Soundtrack macht eine hervorragende Figur. Kleiner Nerd-Tipp: Die japanische Synchronisation mit englischen Untertiteln ist unserer Meinung nach die eindeutig beste Wahl, um "Ghost of Tsushima" möglichst authentisch zu erleben. Der schwarzweiß Kurosawa-Modus ist zwar ebenfalls gut gelungen, doch tatsächlich hat uns die Farbenpracht der Spielwelt dann doch zum Großteil zur "normalen Variante" getrieben. Doch ist die Spielwelt auch mehr als nur schön anzuschauen?

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Das ist sie tatsächlich! Zwar bedient sich "Ghost of Tsushima“ in diesem Punkt ein wenig von der "Assassin’s Creed"-Reihe und damit klassischer Open-World-Kost, inkl. Fragezeichen, Dörfern und klassischen Points-of-Interest, doch macht vieles gleichzeitig auch deutlich besser. Zunächst einmal ist da das angenehm reduzierte HUD und der Wind als tragender "Waypoint"-Finder: Was grundsätzlich erst einmal wie ein nettes Gimmick klingt, erweist sich hingegen als brillanter Move der Entwickler, weil dem „Wind“ nicht nur eine wichtige Bedeutung im Kontext der Story unseres Protagonisten Jin zugeschrieben wird, sondern weil er einfach perfekt in diese wunderbare Spielwelt passt. Generell sind unzählige Elemente in „Ghost of Tsushima“ sehr stark in die Ästhetik und den Kontext der Spielwelt integriert: Die Fähigkeitenbäume sind nachvollziehbar gegliedert und sinnvoll aufgebaut genauso wie die Upgrades der Waffen und der Ausrüstung, die bei ausgewählten Händlern erfolgen. Und auch optisch wird hier Einiges geboten: Mittels Farbe, die ihr beim Sammeln von Blumen in der Spielwelt gewinnt, könnt ihr bspw. eure Rüstungen individualisieren.

Ghost of Tsushima für PS4
Die Spielwelt von "Ghost of Tsushima" ist ein Traum          Sony Playstation

Generell ist es beachtlich, wie viele einzelne Elemente in der Spielwelt vorhanden sind, die unsere Hauptfigur Jin im Kampf gegen die Mongolen "stärker" machen. Und auch wenn die Erkundung einen großen Reiz bei "Ghost of Tsushima" ausmacht, wird sie nicht forciert: Es bleibt ganz euch überlassen, ob ihrem dem niedlichen Fuchs zum nächsten Schrein folgt oder nach Klettereinlagen die heilige Stätte auf dem Berg besucht. Doch die Spielwelt macht es einem verdammt schwer „Nein“ zu sagen, weil man keinen Millimeter dieser Welt verpassen möchte.

 

Ghost of Tsushima ist kein Sekiro – und das ist gut so! | So laufen die Kämpfe

Upgrades wie eine schärfere Katana-Klinge oder eine starke Samurai-Rüstung hat unser Held Jin auch bitter nötig, wenn er es mit den mongolischen Invasoren oder unehrenhaften Dieben aufnehmen will. Dabei bleibt es (zumeist) euch überlassen, ob ihr als ehrenhafter Bushido eure Widersacher direkt zu einem Standoff herausfordert und sie dann frontal angreift oder den Weg des Geistes aus dem Hinterhalt wählt, mit dem Jin von Anfang an hadert. Die Duelle fallen dabei oftmals kurz, dafür aber sehr blutig und erstaunlich dynamisch aus. Gegen einfach Widersacher reicht es oftmals nur hin und wieder auszuweichen, zu blocken oder parieren, und den richtigen Moment zum Angriff zu wählen. Gegen Gegner mit Schilden oder Lanzen könnt ihr im Laufe des Spiels aus verschiedenen Schwerthaltungen wählen, die tatsächlich auch dank freischaltbarer Spezialattacken einen spürbaren Mehrwert bieten. Gegen Bosse und mongolische Anführer, auf die wir oftmals in den Hochburgen und besetzten Dörfern treffen, müsst ihr dann doch Sekiro-like auf das Angriffsmuster eurer Gegner achten und im richtigen Moment zum Gegenangriff blasen.

Heilen könnt ihr euch mit einer Statusanzeige, die sich beim Kampf auflädt. Somit ist Angriff oftmals auch die beste Defensive, auch wenn man gegen viele Gegner verliert bei der leicht hektischen Kameraführung schon einmal den Überblick verliert. Daneben stellen euch nützliche Items wie Rauchbomben oder Wurfgeschosse zur Verfügung sowie natürlich auch Pfeil & Bogen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei anpassbar (leicht, mittel, schwer), doch nie so brutal fordernd wie bei einem From Software-Titel. Leider ist die Gegner-KI einer der ganz großen Schwachpunkte von „Ghost of Tsushima“: Teilweise reagieren Gegner gar nicht oder verhalten sich fehlerbehaftet. Werdet ihr außerdem n einem Gegner-Hotspot, wie bspw. einem besetzten Dorf endeckt, müsst ihr teilweise ewig mit einer Gegnermeute in eurem Rücken abhauen und verzweifelt versuchen die Gegner individuell zu bearbeiten. Trotz dieser kleinen Schwächen ist das Kampfsystem insgesamt wirklich sehr gut gelungen und gehört zu den besseren Vertretern des Genres.

 
 

Ghost of Tsushima: Unser Testfazit

Ghost of Tsushima für PS4
Samurai in Action!      Sony Playstation

Was für ein schöner Abschluss der PlayStation 4-Ära: Das vielleicht größte Kompliment, dass man Sucker Punch für ihre Samurai-Fantasy machen kann, ist die Tatsache, dass fast alles, wie aus einem Guss wirkt. Die Spielwelt, die Präsentation, der fantastische und stimmungsvolle Soundtrack und selbst die Spielmenüs strotzen nur so von Liebe zum Detail. Generell lädt "Ghost of Tsushima" ein auch abseits der Hauptstory die Insel, ihre Bewohner und ihre unzähligen Geheimnisse zu entdecken und zu erforschen. Natürlich bedient sich Sucker Punch beim Open-World-Design und einzelnen Gameplay-Elementen fleißig bei Genre-Kollegen, doch schafft es sehr gut kein billiges Abziehbildchen zu werden. Stattdessen ist "Ghost of Tsushima" wegen seiner wunderbaren Spielwelt viel eindringlicher, zauberhafter und mitreißender, als ich es zunächst vermutet habe. Schwächen gibt es trotzdem einige: Die Kämpfe sind mitreißend, doch die gegnerische KI ist insgesamt sehr fehleranfällig und generell einer der großen Schwachpunkte. Während die Landschaft wunderbar aussieht, bieten die Interieurs wenig Abwechslung und fallen eher detailarm aus. Und auch die Hauptstory wird kaum jemanden vom Hocker reißen. Und trotzdem: Auch “Ghost of Tsushima” gehört in die Reihe der außergewöhnlich-guten PS4-Exklusives, die ihr definitiv nicht verpassen solltet.

Ghost of Tsushima erscheint exklusiv am 17. Juli 2020 für PlayStation 4 und PS4 Pro. Eine ausführliche Vorschau zum Spiel seht ihr hier:

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Getestet von: David Rams

 



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