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"Tatort Hamburg": Wotan Wilke Möhring - Das verrät er über “Böser Boden”

Wotan Wilke Möhring, Old Shatterhand, Winnetou
"Tatort Hamburg": Wotan Wilke Möhring - Das verrät er über “Böser Boden” Getty Images

Wotan Wilke Möhring sprach im Interview über den „TatortBöser Boden“ vom 26.11.17. Wie es mit Falke und Grosz weitergeht und was uns heute Abend erwartet:

2001 fluchte sich Wotan Wilke Möhring in „Lammbock“ als Kiffer Frank in unsere Herzen. Heute, rund 16 Jahre später, mimt er im „Tatort“ einen seriösen Hauptkommissar.

Im Gespräch verriet uns der Star des hamburger Tatorts, was uns an diesem Sonntag in der„Tatort“-Folge „Böser Boden“ erwartet. Wotan Wilke Möhring sprach über seine Rolle als Kommissar und die Vermischung vom Privatem und Beruf.

Möhring spielt nun bereits seit 2013 den Ermittler Thorsten Falke. Doch wie gelingt es ihm, die Rolle des Gesetzeshüters überzeugend rüber zu bringen? Zumal sich Möhring, wie er verrät, gar nicht zu 100 Prozent mit der Rolle als Polizist identifizieren kann. Schließlich habe er eine bewegte Jugend gehabt und sei in dieser Zeit auch das ein oder andere Mal auf der Wache gelandet. Und zwar als Gast!

Einen Vertreter von Recht und Ordnung verkörperte der 50-Jährige allerdings auch schon vor seiner Zeit beim „Tatort“. Im Film „12 Winter“, der auf einem realen Fall basiert, standen ihm echte Polizisten mit Rat und Tat zur Seite. Auch Bekannte bei der Polizei helfen Möhring gerne weiter, wenn er mal Fragen hat. Daher weiß der Schauspieler, dass im „Tatort“ auch schonmal Dinge übertrieben werden. „Wenn das SEK stürmt, sind die Polizisten eigentlich nie vorne mit dabei. Die warten hinten oder machen die Festnahme“. Der „Tatort“ sei dagegen nur „fiktional-realistisch“. Eben eine Überhöhung der Situation.

 

Das haben "Lammbock" und "Der Tatort" gemeinsam

So sei es auch im Fall von „Lammbock“ gewesen. Wenn damals am Set alle Joints echt gewesen wären, hätten sich die Dreharbeiten vermutlich ziemlich in die Länge gezogen. „Es ist natürlich immer schwierig, wenn man einen Film über ein Thema dreht, mit dem man gar nichts zu tun hat.“ Mit einem Dauerkiffer, der Frank nun einmal sei, könne im echten Leben vermutlich niemand mithalten. „Es ist wie mit Alkohol am Set. Da trinkt man keinen echten Alkohol, sonst könnte man den Take maximal 2 Mal machen und bräuchte dann eine sehr lange Pause. Und das wäre natürlich schwierig, wenn die Filmcrew wartet."

„Es seie denn man ist Charlie Sheen...!“, gibt Tv Movie Online zu bedenken. „Ja, aber selbst das ging nicht lange gut. Irgendwann wurde er schließlich gefeuert.“

 

"Böser Boden" - wie so oft ein politischer Tatort?

In Bezug auf den heutigen "Tatort" verrät Wotan Wilke Möhring, dass die Zuschauer es mal wieder mit einem gesellschaftlich relevanten Thema zu tun bekommen. „Die Fälle sind immer politisch. 'Böser Boden' ist ein Öko-Thriller und hat die Anmutung von etwas Zombiehaftem. Er geht der Frage nach, was Ernährung und Wasser mit uns und unserem Körper anstellen.“.

Allerdings dürfe man von Falke heute keine ermittlerischen Höchstleistungen erwarten. Denn der lässt sich in der heutigen Folge von seinem Sohn und somit den eigenen Problemen ablenken. Die neue Partnerin, Julia Grosz, lässt Falke in „Böser Boden“ mehr oder minder allein im sauren Regen stehen. „Im Gegensatz zu Grosz verhält sich Falke nicht professionell. Ihr hingegen geht es in erster Linie darum, den Mord aufzuklären.“

Dabei liegt die Umwelt Wotan im echten Leben wirklich am Herzen. „Ich verstehe gar nicht, wie man heutzutage an diesem Thema vorbei kommt. Da müsste man schon aufhören zu atmen und zu essen. Denn sobald man beides macht, hat man ganz unmittelbar damit zu tun und die Zeiten, in denen die Erde uns versorgt, sind vorbei. Wir müssen jetzt die Erde versorgen. Das hat sich umgedreht. Wir sind verantwortlich. Ich habe drei Kinder – da ist der Zukunftsaspekt nochmal präsenter, da man sich wünscht, dass die Erde noch eine ganze Weile hält, aber das meine ich nicht romantisch, sondern pragmatisch. Ich will wissen, was ich esse, was ich trinke, ich will, dass die Luft so gut ist wie irgend möglich. Als essendes-, trinkendes Wesen muss einen das einfach beschäftigen.“

 

"Tatort"-Star Wotan Wilke Möhring ist Flexitarier

Obwohl er in der Vergangenheit schon Werbung für vegetarische Wurst gemacht hat, gesteht Möhring, er sei gar kein Vegetarier. „Es gibt ja mittlerweile ganz neue Kategorien. Zum Beispiel die des 'Flexitariers'. Dass für viele Menschen eine Mahlzeit ohne Fleisch keine echte Mahlzeit ist, finde ich schon traurig. Man sollte beim Fleisch mehr auf die Qualität achten und weniger auf den Preis. Alles andere ist die falsche Herangehensweise.“

Auch im Bezug auf andere Themen vermischen sich für Möhring manchmal Privates und Berufliches. So könne er seine Erfahrungen als Vater zum Beispiel in seine Rolle einbringen. „Als Schauspieler bleiben wir ja immer Menschen und entwickeln uns biografisch weiter. Zum Beispiel die Geburt der eigenen Kinder – das macht etwas mit dir. Und das kann man als Erweiterung des eigenen schauspielerischen Spektrums nutzen. Mittlerweile weiß ich, wie es sich anfühlt einen Sohn zu haben, und kann mir dadurch auch vorstellen, wie sich Zurückweisung durch einen Sohn oder körperliche Attacken anfühlen müssen.“

In „Böser Boden“ durchlebe Falke im Konflikt mit seinem Sohn eine „negative, archaische Erfahrung“. „Deshalb ist er mit dieser Sohn-Geschichte viel mehr beschäftigt als mit der Wesensveränderung der Leute im Dorf. Wenn man selbst Kinder hat, fühlt sich so eine Storyline echter an.“

Was die Zuschauer bezüglich des hamburger Tatorts wohl am meisten interessieren dürfte: Wie geht es zwischen Falke und seiner neuen Partnerin weiter? Als Tv Movie Online zu bedenken gibt, mit Lorenz habe es ja auch holprig angefangen und später sei es sogar zum Kuss gekommen, lacht Möhring. „Zu mehr wahrscheinlich... Aber Falke hat daraus gelernt. Er hat gelernt, dass eine Vermischung von Beruf und Privatem oder Emotion und Profession schwierig ist bzw. einfach nur unprofessionell.“

 

Freundschaften zwischen Männern und Frauen? Eine gute Idee, findet Wotan Wilke Möhring

Die Beziehung zu Grosz werde eine andere als die zu seiner vorherigen Kollegin. Die beiden seien auf Augenhöhe, Sexualität spiele keine Rolle. Falke und Grosz werden sich also näher kommen, allerdings eher als Freunde. „Nur weil ein Mann und eine Frau zusammen ermitteln, muss das nicht automatisch so aufgeladen sein. Das finde ich ganz wichtig, weil das eben ganz viel macht mit der Rolle der Frau und dem Bild der Frau im Beruf. Nur weil sie eine Frau ist, muss das doch nicht mitschwingen.“ Ausschließen, dass es zwischen den beiden doch mal knistere, könne man zwar nicht, aber die Zuschauer sollten es dennoch nicht erwarten. „Ich finde es spannend – und das war unsere Idee - zu schauen wie sich so etwas entwickelt, wenn man sagt 'Mann und Frau sind einfach nur Freunde', ohne die sexuelle Komponente“. Zu denken, Frauen und Männer könnten keine Freunde sein, findet Wotan Wilke Möhring grotesk. „Das wäre ja tragisch.“

Abschließend wollten wir noch wissen, was Möhring eigentlich von den Nick Tschiller Tatorten hält. Schließlich teilen sich die beiden quasi ein Revier und eine Konkurrenz zwischen den Schauspielern liegt daher irgendwie nahe. „Nein, überhaupt nicht“, antwortet der 50-Jährige. „Ich mag Till und finde es super welchen Platz er besetzt. Das ist dann nochmal eine Erweiterung in Richtung Action. So hat man von Action bis hin zur Komödie alles mit drin.“

Was Wotan Wilke Möhring über die "Tatort"-Folge "Böser Boden" vom 26.11.17 zu sagen hat, erfahrt ihr mit Klick auf den unterlegten Link. 

*Interview: Sophie Piper und Anna Peters

*Artikel: Anna Peters

 


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