Memento mori

„Tatort“ heute: Diese Ermittler starben bereits den Serientod

Egal, ob in Münster, Hamburg oder München: Auch die besten „Tatort“-Ermittler geben manchmal den Löffel ab. Aber wer starb bisher überhaupt den Serientod?

Murot (Ulrich Tukur) wird eine Waffe an den Kopf gehalten.
Im „Tatort“ ist keiner sicher: Wer ist neben Murot (Ulrich Tukur) noch im „Tatort“ gestorben? Foto: SRF/HR/Bettina Müller

Es gibt kaum Serien, in denen nicht die ein oder andere beliebte Figur zum Bedauern des Publikums das Zeitliche segnet. Das ist selbst beim „Tatort“ nicht großartig anders, in dem bereits etliche Ermittler und Ermittlerinnen gestorben sind. Wir haben die spektakulärsten dieser Serientode herausgesucht und als Bildergalerie gebündelt.

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Margarita Broich und Wolfram Koch gehen nachts Arm in Arm eine Straße entlang.
Foto: SRF/HR/Degeto/Bettina Mueller

Frankfurt: Janneke und Brix (2024)

Den Einstand geben Janneke (Margarita Broich) und Brix (Wolfram Koch), die 2024 in Frankfurt einen recht spektakulären Abgang hingelegt haben. Nachdem im Fall „Es grünt so grün, wenn Frankfurts Berge blüh’n“ alles geklärt zu sein scheint, fährt das Duo nichtsahnend mit dem Auto über die Mainbrücke. Eine Autobombe sorgt jedoch dafür, dass das Fahrzeug explodiert.

Seitdem ermitteln in Frankfurt Melika Foroutan und Edin Hasanovic und widmen sich dabei Altfällen – hoffentlich sind die Chancen auf Autobomben dort geringer.

Murot schwingt eine Kettensäge vor seinem Nachbarn.
Foto: HR/Bettina Müller

Wiesbaden: Murot (2019)

Ermittler Murot, gespielt von Ulrich Tukur, der in Wiesbaden zuständig ist, spaltet das Publikum häufig mit seinen High-Concept-Fällen. Egal, ob Meta-Episoden, John-Carpenter-Parodien oder „Inception“-Hommagen – Murot wird nie langweilig.

Das gilt auch für seine „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Parodie namens „Murot und das Murmeltier“, in der sich der Ermittler in einer Zeitschleife befindet und Dutzende Male umgebracht wird – und sich teilweise auch selbst das Leben nimmt. Damit ist er aber auch der einzige „Tatort“-Ermittler, der gestorben ist und trotzdem weiterhin ermittelt, da er die Zeitschleife lebend verlassen hat.

Nina Rubin steht vor der Polizeiwache und telefoniert.
Foto: ORF/ARD/rbb/Hans Joachim Pfeiffer

Berlin: Rubin (2022)

Eine Figur, die auf jeden Fall tot ist, ist Meret Beckers Nina Rubin, die im Fall „Das Mädchen, das allein nach Haus’ geht“ aus dem Jahr 2022 erschossen wird, nachdem sie einer Kronzeugin ihre kugelsichere Weste überlassen hat. Todesort: das Rollfeld des BER.

Viele Zuschauerinnen und Zuschauer hatten bereits mit Rubins Tod gerechnet, da Beckers Wunsch, die Reihe zu verlassen, schon Jahre zuvor publik geworden war. Rubins Nachfolgerin Bonard (Corinna Harfouch) wurde glücklicherweise nur in den Ruhestand geschickt.

Grosz und Falke stehen in Polizeimontur vor Polizeiwagen.
Foto: NDR/Georges Pauly

Hamburg: Julia Grosz (2024)

Auch Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) hatte in der Vergangenheit mit mortalitätsbedingtem Personalmangel zu kämpfen. So ermittelte er seit 2016 mit seiner Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz), die versucht, eine Schlägerei zu schlichten, und dabei erstochen wird.

Lange allein blieb Falke jedoch nicht. In dem „Tatort“-Zweiteiler „Ein guter Tag“ und „Schwarzer Schnee“ aus dem Jahr 2025 wird dem alteingesessenen Ermittler der autistische Cyberkriminalist Mario Schmidt (Denis Moschitto) an die Seite gestellt, der fortan an seiner Seite ermittelt.

Klemm, Thiel, Hausner und Krusenstern besprechen sich im Halbkreis.
Foto: ORF/ARD/Martin Menke

Münster: Nadeshda Krusenstern (2020)

Wer sagt, dass nur Murot auf seltsame Art und Weise dahinscheiden darf? In typisch münsteraner Manier sind die Todesumstände der Ermittlerin Nadeshda Krusenstern ebenso absurd – auch wenn das in diesem Fall eher mit der Ausstrahlung der Episode zusammenhängt.

2020 erschien mit „Das Team“ ein Improvisations-„Tatort“, der nicht wirklich zur Hauptreihe gehört und insgesamt sieben Ermittlerinnen und Ermittler aus NRW in einer Episode vereint. In dieser wird Krusenstern von einem Kollegen der Kripo (gespielt von Friedrich Mücke) umgebracht.

„Das Team“ ist trotz seines Sonderfolgenstatus kanonisch und sorgte für einen seltsamen Abschied von Krusenstern. De facto hatte die Ermittlerin nämlich ihren letzten Auftritt in der Episode „Limbus“, in der Boerne (Jan Josef Liefers) ihr in der Vorhölle begegnet.

Bönisch und Faber blicken in einen verkohlten Kofferraum
Foto: WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost

Dortmund: Martina Bönisch (2022)

Kaum ein Ermittler hat so viel Personalschwund wie Peter Faber (Jörg Hartmann). Nachdem er sich bereits im vergangenen Jahr von seiner kriminellen Kollegin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) verabschieden musste, verlor er 2022 seine große Liebe Martina Bönisch (Anna Schudt). Diese kam durch einen Schuss in den Bauch ums Leben und starb schließlich in Fabers Armen. Bis heute ist Bönischs Tod ein Streitpunkt zwischen Faber und seinem Kollegen Haller (Tilman Strauß), der sie hätte retten können, wenn er entscheidende Informationen schneller weitergegeben hätte.

Der Tod kam für die „Tatort“-Fangemeinde mehr als überraschend, da weder Schudt noch die ARD den Ausstieg der Schauspielerin zuvor öffentlich thematisiert hatten.

Jella Haase steht entsetzt vor einem Mann. Hinter dem Mann sind weitere Männer zu sehen.
Foto: MDR/Andreas Wünschirs

Dresden: Maria Mohr (2016)

Der Tod von Jella Haases Ermittlerin Maria Mohr war ein cleverer Schachzug der Öffentlich-Rechtlichen. Ursprünglich kommunizierte man nämlich, dass in Dresden – ebenso wie im Saarland-„Tatort“ – im Vierergespann ermittelt werden sollte. Doch dieser Gedanke wurde ad absurdum geführt, als sich direkt zu Beginn des Einstands von Gorniak (Karin Hanczewski), Sieland (Alwara Höfels) und Schnabel (Martin Brambach) herausstellte, dass die Vierte im Bunde (Jella Haase) bei Soloermittlungen ihr Leben verliert.

Ermittler Stark ist von mehreren SEK-Personen umgeben.
Foto: HR/rbb/Frédéric Batier

Berlin: Stark (2014)

Dieser Eintrag ist zugegeben etwas geschummelt, aber dafür umso interessanter. Denn die vergangenen zwölf Jahre wussten alle „Tatort“-Fans nicht, ob Ermittler Stark (Boris Aljinovic) wirklich gestorben ist. Auch er wurde mehrfach angeschossen und am Ende seines letzten Falls „Vielleicht“ ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt beantwortete die Frage, ob Stark überleben würde, lediglich mit dem Titel der Episode. Kurz darauf blendete die Folge zum Abspann über.

Dieses Jahr wurde aber klar, dass Stark offensichtlich überlebt haben muss, denn er wird im kommenden Berliner Fall „Zwei minus Eins gleich Null“ zurückkehrenwenn auch nur in einer Gastrolle.

Kehl hält Lüttgenjohann an einer Schlinge fest.
Foto: WDR/Martin Valentin Menke

Köln: Lüttgenjohann (2014)

Dreizehn Jahre lang assistierte Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) an der Seite von Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär). Ihr Tod ist insofern besonders, als dieser derartig grafisch inszeniert war, dass der Fall erst nach 22 Uhr ausgestrahlt werden durfte. So wird Lüttgenjohann von einem Strafgefangenen (Hinnerk Schönemann) erwürgt. Ballauf und Schenk treffen erst zu spät ein.

Mittlerweile hat das Duo mit Jütte (Roland Riebeling) einen ebenso beliebten Assistenten gefunden.

Batic, Engelhardt und Leitmayr stehen mit Regenschirmen im Regen.
Foto: ORF/BR/Kerstin Stelter

München: Engelhardt (2012)

Wer seinen Tod gewissermaßen ebenfalls umschifft hat, ist Gisbert Engelhardt (Fabian Hinrichs) aus München. Die Figur taucht nur für eine einzige Episode auf und gewinnt beim Publikum vor allem Sympathiepunkte, weil sie im direkten Vergleich zu Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) regelrecht stümperhaft dasteht. Seine vorschnelle Art sorgt aber auch dafür, dass die Figur vorschnell stirbt.

Engelhardt war derartig beliebt, dass sich eine Facebook-Gruppe dafür einsetzte, den Charakter zurückzubringen. Dass es so weit kommt, wirkt jedoch unwahrscheinlich, da Hinrichs seit 2015 selbst als „Tatort“-Kommissar in Nürnberg ermittelt.

Cenk Batu blutet im Gesicht und richtet eine Waffe in die Ferne.
Foto: NDR/Sandra Hoever

Hamburg: Batu (2012)

Cenk Batu (Mehmet Kurtuluş) gilt bis heute als Kult-Kommissar in „Tatort“-Kreisen. Der Bond-eske Ermittler wurde im Fall „Die Ballade von Cenk und Valerie“ vom SEK erschossen, nachdem er den Bundeskanzler entführt hatte. In diese Situation geriet Batu nur, weil eine autistisch veranlagte Killerin (Corinna Harfouch) seine schwangere Freundin Gloria als Geisel hielt.

Damit war für Batu nach gerade einmal sechs Fällen Schluss. Grund für diese niedrige Episodenzahl war der Ausstieg Kurtulus'.

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