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"Der Bergdoktor"-Sprechstundenhilfe Linn Kemper lässt "Klopper" los | Andrea Gerhard im Interview

Im letzten "Bergdoktor"-Staffelfinale kündigte überraschend Martin Grubers Sprechstundenhilfe Irena. Ersetzt wird sie von Linn Kemper, die von Andrea Gerhard gespielt wird. Wir sprachen mit dem Neuzugang der 12. Staffel.

Der Bergdoktor: Linn Kemper (Andrea Gerhard)
Andrea Gerhard spielt die neue Sprechstundenhilfe des "Bergdoktors". © ZDF/Bernd Schuller

Viele Jahre konnte sich Martin Gruber immer darauf verlassen, dass ihm eine Frau ganz besonders den Rücken freihält: Irena Holm (Nicole Beutler), seine Sprechstundenhilfe. Der Fanliebling war seit der 7. Staffel fester Bestandteil von "Der Bergdoktor". Nun muss sich der Arzt jedoch nach einem Ersatz umsehen! Irena legte ihrem Chef im letzten Staffelfinale nämlich überraschend ihre Kündigung vor. 

 

"Der Bergdoktor": Andrea Gerhard spielt Linn Kemper

Nicht nur für Martin bedeutet das eine Umstellung, denn natürlich hat er erst einmal wenig Lust, sich um eine Nachfolgerin zu kümmern. Auch auf das gesamte "Bergdoktor"-Team kam jede Menge Arbeit zu, schließlich musste die perfekte Nachbesetzung gefunden werden.

Und das wurde sie: Schauspielerin und Moderatorin Andrea Gerhard übernimmt von nun an die Rolle von Linn Kemper, der neuen Sprechstundenhilfe. Warum diese ganz anders ist als ihre Vorgängerin, wie die Zusammenarbeit von Martin Gruber und Linn Kemper klappt, wie Andrea Gerhard an die Rolle kam und welche Parallelen sie mit ihrer Figur hat, verriet uns die Darstellerin im TVMovie Online-Interview.

TVMovie.de: In der 12. Staffel spielen Sie die neue Arzthilfe Linn Kemper. Wie kam das?

Andrea Gerhard: Ich bin in der Kartei einer Hamburger Castingagentur und kam in den Vorschlagspool für die neue Rolle. Gemeinsam mit fünf anderen Frauen bin ich zum Casting eingeladen worden. Hans Sigl sollte meinen Gegenpart übernehmen. Überrascht hat mich das nicht, denn ich dachte mir schon, dass Hans da ein Wörtchen mitzureden hat, auch, weil Linn Kemper vor allem an seiner Seite dreht.

Der Casting-Tag war dann aber eine komplette Katastrophe: Ich war total aufgeregt, weil ich mir dachte ‚So eine große Chance darfst du dir nicht durch die Lappen gehen lassen!‘, und war dementsprechend topvorbereitet. Aber als ich aus Hamburg losfliegen wollte, hat sich der Pilot krankgemeldet, mein Flug wurde gestrichen, ich musste mir einen neuen buchen und kam schließlich mit über drei Stunden Verspätung beim Casting an. Aber es war ganz gut, wie es kam, ich wurde nämlich zur zweiten Runde eingeladen (lacht)!

Was haben Sie gemacht, als endlich der Anruf kam, dass Sie die neue Arzthelferin von Martin Gruber werden?

In den vergangenen Jahren habe ich gelernt, mein Herz nicht so an Sachen dranzuhängen und nicht immerzu zu hoffen, aber natürlich war ich total nervös! Ich konnte an nichts anderes denken und es ist mir einfach nicht geglückt, mich abzulenken (lacht). Ich habe Stoßgebete ans Universum geschickt, damit ich von der Warterei erlöst werde (lacht)! 

Weil in Bayern in den darauffolgenden Tagen ein Feiertag anstand, wusste ich, dass mich die Produktionsfirma entweder davor anrufen würde oder ich mich noch ein ganzes Wochenende gedulden müsste, bis ich endlich die Antwort bekäme. Eine furchtbare Vorstellung! Doch dann ging alles ganz schnell: Binnen zwei Tagen bekam ich die Zusage – gerade, als ich mit einer Freundin beim Mittagessen auf St. Pauli zusammensaß, um nicht immerzu das Telefon anzustarren! Und dann hatte ich den ersten Anruf sogar verpasst (lacht)! Ich konnte es gar nicht glauben, als ich dann die positive Nachricht bekam! Meine Freundin hat sofort einen Sekt bestellt (lacht)!

Wie war Ihr erster Tag am Set?

Alle haben mich wunderschön aufgenommen, Ronja hatte mir sogar schon geschrieben, als sie erfuhr, dass ich dabei bin, obwohl wir uns noch gar nicht kannten. Das fand ich so nett! Das hat mir sehr geholfen. Trotzdem war ich natürlich super aufgeregt, als ich zu meinem ersten Drehtag erschienen bin. Ich habe versucht, das Ganze locker anzugehen und möglichst flexibel und gut vorbereitet zu sein. Meine erste Szene war dann die Castingszene, die ich glücklicherweise schon kannte, das hat mich etwas beruhigt (lacht). Aber ich musste mich wirklich erst einmal eingrooven…

Sie treten in große Fußstapfen. Ihre Vorgängerin war ein großer Liebling der Fans. Wie sind Sie damit umgegangen?

Ja, ich liebe Nicole! Sie spielt bei „Vorstadtweiber“ mit und das sehr großartig! Für mich war erst einmal wichtig zu überlegen, wer Linn Kemper eigentlich ist und wie ich sie erzählen will und wie ich es hinbekomme, dass mir die Zuschauer den Stress meines ersten Fernsehdrehs nicht anmerken (lacht). Ich vertraue einfach auf die Fans, dass sie mir eine Chance geben (lacht)!

Bergdoktor: Überraschende Kündigung
Irena Holm war seit der 7. "Bergdoktor"-Staffel stets an Martin Grubers Seite.          Sreenshot/ZDF

Wer ist Linn Kemper denn?

Linn Kemper ist sehr selbstbewusst, hat bereits einiges erlebt und weiß, dass sie eine gute Arzthelferin ist. Sie hat zwar großen Respekt vor ihrem Doktor, mischt sich aber auch fachlich beispielsweise mit neuen medizinischen Ansätzen wie auch privat ein und tritt dabei ab und zu in Fettnäpfchen, wenn sie teilweise nicht so richtig schnallt, wie groß die Familienprobleme von Martin Gruber tatsächlich sind (lacht). Die Patienten vertrauen ihr sehr schnell und Martin wird ziemlich bald klar, dass er sie braucht, weil die Patienten manchmal lieber mit Linn sprechen möchten.

Ich finde es schön, dass sich die beiden dadurch auf Augenhöhe begegnen und ein moderneres Frauenbild transportiert wird. Wenn ich privat in einer Arztpraxis bin, habe ich auch oftmals das Gefühl, dass die Sprechstundenhilfe den Laden mehr unter Kontrolle hat als der Arzt selber – so wie Linn Kemper eben (lacht)!

Insofern unterscheidet sie sich also ziemlich von Martin Grubers ehemaliger Arzthelferin Irena…?

Ja, genau. Und sie ist natürlich in erster Linie auch anders, weil ich anders bin! Außerdem haben sich die Drehbuchautoren dafür entschieden, Linn mehr Freiraum zu geben. Ab und zu ist sie sogar beruflich mobil und verlässt die Praxis (lacht)! Die Zuschauer können sich freuen: Linn wird viel frischen Wind reinbringen!

Martin Grubers Herz hängt sehr an Irena, die er am Ende der 11. Staffel verzweifelt versucht hatte, zum Bleiben zu bewegen. Wie ist das Verhältnis zu ihrer Nachfolgerin? Haben die beiden anfangs Berührungsängste?

Linn Kemper wird erst in der zweiten Folge der neuen Staffel zu sehen sein. Das zeigt, dass Martin ganz schön lange braucht, um nach jemand neuem umzugucken. Er muss sich richtig dazu durchringen, das Ganze anzugehen. Als es dann aber so weit ist, begegnen er und Linn sich relativ offen, auch wenn er erst einmal zögert, sich so eine forsche junge Frau in die Praxis zu holen, die bereits beim Vorstellungsgespräch richtige Klopper fallen lässt (lacht). Aber als er die Entscheidung endlich trifft, ist er völlig fein damit. Martin Gruber macht doch immer das Richtige (lacht)!

Der Bergdoktor: Franziska und Martin
Nicht nur Franziska, auch Linn würde gut ins Beuteschema des "Bergdoktors" passen...          ZDF/Bernd Schuller

Nachdem Martin Gruber in der letzten Staffel bereits mit einer blonden Apothekerin angebandelt hat, stellen sich viele nun die Frage, ob er wieder eine neue Frau an seiner Seite haben wird. Linn würde optisch genau in sein Beuteschema passen. Wie siehts aus – entwickelt sich zwischen ihnen mehr?

Das ist natürlich das große Geheimnis (lacht)! Aktuell hat er ja mit Franziska ganz gut zu tun, und wird es auch noch eine ganze Weile haben. Und außerdem gibt es ja auch noch Anne. Dr. Martin Gruber ist damit ausgelastet, denke ich.

Welche Parallelen gibt es zwischen Ihnen und Linn Kemper?

Es gibt sehr viele! Als ich die Castingszene zum ersten Mal gelesen habe, habe ich schon gesagt ‚Das könnte ich auch sein‘! (lacht) Die Dinge, die Linn so erlebt, dass sie sehr aktiv ist und die Sachen in die Hand nimmt, da bin ich mit ihr total auf einer Wellenlinie. Sie macht mehr als sie braucht, was bei mir auch der Fall ist – ich bin am liebsten gut vorbereitet und forsche nach, wenn ich etwas nicht weiß. Der größte Unterschied ist, dass Linn auf dem Land wohnt und ich in der Stadt!

Welche besonderen Momente vom Dreh sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Am Set passieren oft witzige Sachen. Vor allem, wenn wir Schauspieler und der Regisseur kurz vor dem Dreh einer Szene bei der Leseprobe alles noch einmal durchgehen, jeder seine Gedanken einbringt und es dann losgehen soll. Dann sind meistens alle etwas verwirrt, weil niemand mehr weiß, wer nun anfängt und bei welcher Version wir hängengeblieben waren (lacht). Lustig ging es auch am 100. Drehtag der Staffel zu, als Hans und der Regisseur nur noch Schabernack getrieben haben. Da habe ich mich oft gefragt: ‚Wo bin ich hier eigentlich gelandet?!‘ (lacht)

Ab dem 17. Januar ist Andrea Gerhard in der 12. "Der Bergdoktor"-Staffel (20.15 Uhr, ZDF) zu sehen. Wir sind schon gespannt!

 

Von Sophie Piper 



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