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Artificial Incompetence

Niemand will AI: ChatGPT-Film „Artificial“ findet keinen Verleih

Trotz des KI-Booms möchte niemand den Film „Artificial“ von Luca Guadagnino kaufen. Wieso ist dem so? Und warum hat Amazon das Projekt verlassen?

Sam Altman spricht öffentlich an einem Tisch. Vor steht ein Schild mit seinem Namen.
Wer spielt Sam Altman in Luca Guadagninos „Artificial“? Foto: IMAGO / UPI Photo

Luca Guadagnino ist einer der renommiertesten Regisseure, die zurzeit tätig sind. Filme wie „Call Me by Your Name“, „Challengers“ oder das Remake von „Suspiria“ haben ihn weltberühmt gemacht und ihm somit auch eine Art Freifahrtschein für kommende Projekte beschert. Doch sein neuester Streifen „Artificial“ findet keinen Verleih, nachdem Amazon das Projekt verlassen hat. Wie kann das sein?

„Artificial“: Was hat es mit dem Film auf sich?

Der Initialgedanke bei vielen dürfte wahrscheinlich sein: „Kein Wunder, dass Amazon Guadagninos neuesten Film nicht vertreiben will. Immerhin war ,After the Hunt‘ ein gigantischer Flop.“ So einfach ist die Rechnung aber nicht. Erstens hat Guadagnino immer noch den Erfolg von „Challengers“ im Rücken und zweitens deckt „Artificial“ ein Thema ab, das prinzipiell etliche Personen interessieren dürfte.

Der Film erzählt von einem Wochenende im Jahr 2023, an dem der OpenAI-CEO Sam Altman gefeuert und kurz darauf wieder eingestellt wurde. Altman wird in diesem Fall von Andrew Garfield dargestellt und von Ike Barinholtz unterstützt, der Elon Musk spielen soll. Weitere Darsteller sind Monica Barbaro, Jason Schwartzman und Mark Rylance.

Wie man diesen Fakten entnehmen kann, ist mit dem Regisseur, dem Cast und der Geschichte nichts falsch. Insbesondere, weil mit „The Social Reckoning“ dieses Jahr ein Film erscheint, der sich auf Meta-CEO Mark Zuckerberg fokussiert. Dementsprechend stellt sich zurecht die Frage, wie es sein kann, dass Amazon den Film nun für potenzielle Käufer und Käuferinnen freigibt.

Warum will Amazon „Artificial“ nicht vertreiben?

Ein weiteres Kuriosum ist, dass Amazon „Artificial“ mitproduziert hat und dementsprechend daran interessiert sein sollte, den Film im Kino und anschließend auf dem eigenen Streamingdienst auszuwerten. Doch sobald einem auffällt, dass die Firma erst vor einiger Zeit eine Investition von 50 Milliarden US-Dollar in OpenAI freigegeben hat, wird klar, woher der Wind weht. Warum sollte man eine filmische Schmähung über eine Firma und Person vertreiben, in die man selbst Geld steckt?

Somit muss nun ein neuer Verleih gefunden werden. Zunächst wirkt die Antwort ganz offensichtlich, denn Guadagnino könnte ja einfach zu der Indie-Hitschmiede A24 gehen und den Film dort anbieten. Leider steckt in A24 Geld von Josh Kushner, der ebenfalls bei OpenAI mitmischt. Darüber hinaus hat sich die Firma gerade erst mit Google für ein KI-Projekt zusammengetan. Der Zuschlag dürfte dementsprechend ausfallen.

Netflix und Focus Features haben ebenfalls gepasst, was nur noch Neon und MUBI übrig lässt. Unter diesen beiden Kandidaten wäre MUBI noch der wahrscheinlichste Verleih, denn Guadagnino hat mit dem Unternehmen bereits für „Queer“ und „Suspiria“ zusammengearbeitet.

Ursprünglich war angedacht, dass der Film beim South-by-Southwest-Filmfestival in Texas laufen sollte. Mittlerweile wird aber spekuliert, dass „Artificial“ je nach Schnelligkeit bei der Verleihsuche stattdessen bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig laufen könnte. Dort könnte übrigens auch „The Adventures of Cliff Booth“ Premiere feiern. Worum es in der Tarantino-Fortsetzung gehen soll, kann man in diesem Artikel herausfinden.

Quellen
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