Kritik

„Minions & Monsters“: Brauchte diese Reihe wirklich noch einen weiteren Film?

Bereits in wenigen Tagen erscheint „Minions & Monsters“ hierzulande in den Kinos. Doch lohnt sich der Film überhaupt – oder ist das einfach nur die nächste Runde Minion-Chaos im bekannten Muster?

Henry und James stehen in Ritterrüstung am Set und schauen erstaunt ihren Gegner an
Kevin, Stuart und Bob machen bei „Minions & Monsters“ eine Pause, hier sitzen Henry und James am Hebel. Foto: Illumination Entertainment

Am 1. Juli kommt mit „Minions & Monsters“ der mittlerweile dritte „Minions“-Film in die Kinos. Wir wissen inzwischen ziemlich genau, wo diese gelben Chaoten herkommen, wie sie Gru getroffen haben und haben sogar einen Blick auf einige ihrer früheren „Meister“ werfen dürfen.

Und genau deshalb stellt sich langsam, aber ziemlich berechtigt die Frage: Wie viel kann man zu diesen liebenswert-chaotischen Figuren eigentlich noch erzählen? Offenbar ziemlich viel – zumindest, wenn man sich „Minions & Monsters“ ansieht!

Wenn Ruhm nur so lange hält wie ein Bananen-Smoothie

„Minions & Monsters“ führt uns in eine komplett neue Ära der Minions-Geschichte: Im Mittelpunkt stehen diesmal James und Henry, zwei neue Figuren, die gemeinsam mit ihrer chaotischen Minion-Truppe durch die Welt ziehen – stets auf der Suche nach einem wirklich bösen Meister, dem sie endlich dienen können.

Irgendwann landen sie in den 1920ern in Hollywood und crashen zufällig ein Filmset. Ihr absurdes Auftauchen wird für einen glücklichen Zufall gehalten und plötzlich werden die Minions zu kleinen Stars der Stummfilm-Ära. Overalls, Goggles, Party-Villa – das volle Programm. Für einen kurzen Moment scheint Hollywood ihnen zu gehören.

Doch wie es kommen muss, ist der Ruhm vergänglich: Mit dem Aufkommen des Tonfilms kippt alles. Zurück bleibt ein Chaos aus Orientierungslosigkeit und der ewigen Suche nach Sinn – oder zumindest einem neuen bösen Meister.

Parallel dazu entwickeln James und Henry eine eigene Idee: Sie wollen kein Leben als Diener mehr, sondern selbst kreativ werden. Mit einem gestohlenen Zauberbuch aus einer früheren Zeit beschwören sie echte Monster, um ihren eigenen Monsterfilm zu produzieren. Natürlich geht das gründlich schief – und plötzlich müssen alle Minions zusammenarbeiten, um Los Angeles vor real gewordenen Kreaturen zu retten...

Platz da, Kevin, Stuart und Bob! „Minions & Monsters“ gibt uns gleich zwei neue Hauptrollen

Auffällig ist, dass Kevin, Stuart und Bob im Film erstmals wirklich gar keine Rolle spielen – und genau das sorgt im ersten Moment für einen kleinen Schreckmoment. Kann das überhaupt funktionieren, wenn die drei beliebtesten Minions nicht dabei sind? Überraschenderweise: ja, und zwar besser als erwartet.

Stattdessen übernehmen James und Henry die Hauptrollen und tragen den Film mit einer sehr eigenen Dynamik, die irgendwo zwischen „You and Me Against The World“ und der konsequenten Erst-handeln-dann-denken-Mentalität liegt. Die beiden sind ein Duo, das ständig losrennt, bevor überhaupt jemand „Stopp“ sagen kann – was sie natürlich regelmäßig in Schwierigkeiten mit ihrer eigenen Gruppe bringt, sie aber genau dadurch umso sympathischer für die Zuschauer:innen macht.

Funktioniert „Minions & Monsters“?

Ja, natürlich ist das Ganze ein Film für Kinder – laut, bunt und ziemlich albern. Aber ehrlich gesagt: Er funktioniert auch für alle, die mit den Minions groß geworden sind und inzwischen eigentlich „zu alt dafür“ sein müssten, immer noch überraschend gut.

Die Story setzt dabei gar nicht auf große Tiefe, sondern auf etwas anderes: gutes Timing, viel Chaos und diesen typischen Minions-Humor, der irgendwo zwischen komplett verrückt und einfach liebenswert liegt. Genau dieser Rhythmus hält den Film am Laufen, ohne dass er sich je schwer oder lang anfühlt.

Und trotzdem wirkt das Ganze nicht wie ein reiner Aufguss. Immer wieder gibt es kleine Wendungen, die kurz aus dem Gewohnten rausgehen, ein paar nette Überraschungen und sogar Momente, die kurz stutzen lassen. Nichts davon bleibt lange ernst – der nächste Gag kommt sofort hinterher –, aber genau das sorgt dafür, dass der Film frischer wirkt, als man vorher vielleicht denkt.

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