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Joker 2: Lady Gaga sorgt für große Kontroverse bei Premiere

„Joker: Folie à Deux“ hat seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig gefeiert. Die Meinungen zum Film gehen auseinander, doch es ist eine Aussage von Lady Gaga, die nun für angeregte Diskussionen sorgt.

Eine große Aufnahme von Lady Gagas Gesicht als Harley Quinn aus Joker: Folie à Deux
Lady Gaga darf in "Joker: Folie à Deux" natürlich singen Foto: © 2022 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved/Niko Tavernise

Fünf Jahre, nachdem „Joker“ bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, feierte nun auch die Fortsetzung „Joker: Folie à Deux“ in Italien ihre Premiere.

In dem Film mit Joaquin Phoenix und Lady Gaga lernt Arthur Fleck alias Joker in der psychiatrischen Anstalt Arkham Harleen Quinzel kennen – und lieben. Während sich der Joker vor Gericht für seine Taten rechtfertigen muss, kommt er Harleen immer näher. Das geschieht nicht nur durch Taten und Worte, sondern auch durch Gesang, denn „Joker: Folie à Deux“ ist ein Musical – oder etwa doch nicht?

Was ist überhaupt ein Musical?

Schon früh wurde bekannt, dass es im neuen „Joker“-Film Gesangs- und Tanzeinlagen geben würde. Regisseur Todd Phillips sträubt sich jedoch davor, „Joker: Folie à Deux“ als Musical zu bezeichnen. Im Interview mit Variety sagte er: „Der größte Teil der Musik im Film ist eigentlich nur ein Dialog. Arthur fehlen einfach die Worte, um das zu sagen, was er sagen will, also singt er sie stattdessen.

Diese Erklärung sorgte vor allem bei Musicalfans für Verwunderung, schließlich liefert Phillips hier die genaue Definition eines Musicals ab. Bei der Pressekonferenz in Venedig wählte Lady Gaga nun ganz ähnliche Worte, um die „Joker“-Fortsetzung von einem Musical abzugrenzen: „Die Musik wird eingesetzt, um den Figuren eine Möglichkeit zu geben, das auszudrücken, was sie sagen wollen, [wenn] der Dialog nicht ausreicht.

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Sieht aus wie ein Musical, klingt wie ein Musical: "Joker - Folie `Deux" Foto: Warner Bros. Entertainment Inc.

Zweifellos hat man sich hinter den Kulissen darauf geeinigt, die Musical-Frage stets auf diese Art zu beantworten. Dennoch wirft diese Erklärung Fragen auf. Die JournalistInnen, die an besagter Pressekonferenz teilgenommen haben, hatten „Joker: Folie à Deux“ zu diesem Zeitpunkt bereits gesehen und wunderten sich über dieses Musical-Dementi. Laut Vulture stand für viele von ihnen fest, dass ihnen soeben ein Musical gezeigt wurde.

Wie lässt es sich also erklären, dass Todd Phillips, Joaquin Phoenix und Lady Gaga ein Musical gedreht haben, ohne zugeben zu wollen, dass ihr Film diesem Genre zuzuordnen ist?

Das Musical-Geheimnis

In den letzten Jahren kam es vermehrt vor, dass Filme zwar zweifellos Musicals waren, allerdings nicht als solche beworben wurden. Die meisten Trailer zu „Mean Girls – Der Girls Club“ oder „Die Farbe Lila“ vermieden beispielsweise Szenen, in denen die Figuren singen. Dadurch wurde das Publikum nicht nur getäuscht, man behielt auch das Hauptargument für diese Neuverfilmungen für sich. Im Kino folgte dann für viele ZuschauerInnen das böse Erwachen, denn wer keine Musicals mag, wird ungern von ihnen überrascht.

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Dieser Unwille von Filmstudios, Musicals auch als solche zu bezeichnen, ist rätselhaft. Einerseits haben Filme wie „The Greatest Showman“ oder „La La Land“ gezeigt, dass Musicals an den Kinokassen auch heutzutage noch durchaus erfolgreich sein können. Andererseits stellt sich die Frage, warum überhaupt noch neue Musicals gedreht werden, wenn Studios sich letztendlich doch dafür schämen, ein Musical zu veröffentlichen.

Bei „Joker: Folie à Deux“ wirkt es eher so, als hätte Todd Phillips durchaus beabsichtigt, ein Musical zu drehen - er hat das Drehbuch schließlich mitgeschrieben. Somit dürfte der Film entstanden sein, der ihm von Anfang an vorschwebte, kreative Narrenfreiheit sei Dank, doch vielleicht nicht der Film, den Warner Bros. nun gut vermarkten kann. „Joker“ hat viele Fans, doch nicht alle von ihnen sind bereit, eine Musical-Fortsetzung zu sehen. Das etwas ungelenke Musical-Dementi von Phillips und Lady Gaga wirkt daher eher wie ein Versuch, Musical-Hasser doch noch ins Kino zu locken.

Ob diese Taktik von Erfolg gekrönt ist, erfahren wir ab dem 03. Oktober 2024, wenn „Joker: Folie à Deux“ in die deutschen Kinos kommt.

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