Heute im TV: Mittlerweile undenkbar – diese Action-Komödie bricht alle Tabus!
Schamlos, wild und brutal: Dieser Film passt in kein Genre und wurde direkt zum Kult.

Manche Filme definieren ihre Zeit so exakt, dass sie sich anfühlen wie ein Blick in ein Paralleluniversum. „Crank“ aus dem Jahr 2006 ist genau so ein Fall – eine Adrenalinexplosion, die alles ignoriert, was man damals wie heute über guten Geschmack, Moral oder filmische Zurückhaltung wissen könnte.
Wenn man verstehen will, wie das Kino der Nullerjahre wirklich getickt hat – mit Klapphandys, Energy-Drink-Werbung und grenzenlosem Zynismus – dann ist „Crank“ das perfekte Zeitdokument.
Der Film folgt Jason Statham als Profikiller Chev Chelios, der vergiftet wurde und nur überlebt, wenn er seinen Adrenalinspiegel dauerhaft hochhält. Das Ergebnis ist ein 90-minütiger Ausnahmezustand voller Gewalt, Sex, Drogen – und einem erstaunlich ehrlichen Blick in das stumpf-schnelle Unterhaltungsempfinden der GTA-Ära.
Wahnwitz in Spielfilmlänge
Bei vielen Filmen wird leichtfertig behauptet, dass sie „heute nicht mehr gemacht werden könnten“. Doch bei „Crank“ stimmt das tatsächlich. Gleich in den ersten Minuten schreit Chev einen arabischen Taxifahrer an, brüllt „Al-Qaida!“ und stiehlt dessen Auto – eine Szene, die 2006 einfach als „wild“ galt, heute aber wohl jede Pressekonferenz sprengen würde.
Der Film nutzt den Rassismus, die Gewalt und die vulgären Witze seiner Zeit nicht, um sie zu kommentieren, sondern schlicht, um schneller zur nächsten Explosion zu kommen.
Es gibt keine Moral, kein Nachdenken, kein Innehalten – nur Bewegung. Das macht „Crank“ vielleicht nicht zu einem guten Film, aus heutiger Sicht ist das alles aber äußerst faszinierend: Er zeigt die Nullerjahre, wie sie wirklich waren: grob, überdreht, komplett überzuckert.
Selbst die Nebenrollen atmen 2006 pur: Chester Bennington, der verstorbene Sänger von Linkin Park, taucht als zitternder Junkie in einer Apotheke auf. Glenn Howerton, heute Star von „It’s Always Sunny in Philadelphia“, wird als namenloser Arzt abgefertigt.
Ein Relikt aus einer anderen Zeit
Natürlich könnte ein Film wie „Crank“ auch heutzutage noch gedreht werden, aber dann mit weniger Budget und ohne einen Star wie Jason Statham im Mittelpunkt. Kein Studio würde hier freiwillig Millionen investieren, um dann zur Zielscheibe der absehbaren Kritik zu werden.
In einer Zeit, in der Filme jede Kontroverse abwägen und jede Szene doppelt absichern, wirkt „Crank“ wie ein Energydrink auf Zelluloid. Er ist ein Relikt aus einer Ära, in der Popkultur noch ungebremst, unsensibel und trotzdem unvergesslich war.
Und für die Generation Alpha, die über eine besorgniserregend geringe Aufmerksamkeitsspanne verfügt, ist „Crank“ vielleicht einer der wenigen Filme, die keine Langeweile aufkommen lassen –immerhin ist hier alles so wild geschnitten wie ein TikTok-Video.
„Crank“ läuft heute um 22:15 Uhr auf Nitro. Durch die FSK-Freigabe ab 18 Jahren wird nur eine gekürzte Fassung gezeigt.










