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Der Xbox-Klassiker

„Halo: Campaign Evolved“ im Test: Kann dieses Remake einem Meisterwerk gerecht werden?

Kaum ein Ego-Shooter hat das Genre so geprägt wie „Halo: Combat Evolved“. 25 Jahre später wird der Xbox-Klassiker in der Unreal Engine neu aufgelegt und auch auf PS5 veröffentlicht. Doch schafft „Halo: Campaign Evolved“ den Spagat zwischen moderner Neuauflage und respektvollem Umgang mit dem Original?

Der Master Chief im Fokus im Artwork zu Halo: Campaign Evolved
Der Master Chief glänzt nicht nur im neuen Gewand, sondern treibt auch erstmals auf der PlayStation 5 sein Unwesen! Foto: Xbox Game Studios

Wer mit der ersten Xbox aufgewachsen ist, dürfte beim Namen „Halo“ sofort nostalgisch werden. Bungies Shooter war 2001 nicht nur der Startschuss für eine der größten Videospielreihen überhaupt, sondern definierte auch, wie sich Ego-Shooter auf Konsolen spielen. Genau deshalb stand Halo Studios vor einer nahezu unmöglichen Aufgabe: Einen Klassiker modernisieren, ohne ihm seine Identität zu nehmen. Die gute Nachricht vorweg: „Halo: Campaign Evolved“ fühlt sich trotz zahlreicher Änderungen immer noch wie „Halo“ an und schafft es den Klassiker deutlich besser als die „Master Chief Collection“ neu aufzulegen. Die schlechte: Perfekt gelingt der Balanceakt nicht immer.

Modernes Gameplay macht den Klassiker zugänglicher

Der wohl größte Unterschied zeigt sich bereits nach wenigen Minuten. Während das Original bewusst auf ein eher gemächliches Spieltempo setzte, orientiert sich das Remake stärker an modernen Shootern. Master Chief kann nun sprinten, sämtliche Waffen verfügen über eine Zielvisierung und das Arsenal wurde erweitert. Gleichzeitig stehen mehr Fahrzeuge zur Verfügung und zahlreiche Gegnerbegegnungen wurden neu arrangiert. Dadurch wirkt das Gameplay frischer als gedacht.

Puristen mögen über einige dieser Änderungen die Nase rümpfen. Tatsächlich sorgen sie aber dafür, dass sich „Halo: Campaign Evolved“ deutlich zeitgemäßer spielt als sein Vorbild. Vor allem Neueinsteiger:innen profitieren davon, ohne dass die taktischen Stärken der Serie verloren gehen. Denn noch immer gilt: Wer auf höheren Schwierigkeitsgraden erfolgreich sein möchte, muss Munition clever verwalten, die passenden Waffen wählen und das Verhalten der Gegner lesen. Genau dieses Zusammenspiel macht Halo auch 2026 noch zum einem starken Shooter. Eindrücke von der Neuauflage bekommt ihr auch im nachfolgenden Video:

Video Platzhalter
Video: Halo Studios

Die Kampagne wurde sinnvoll überarbeitet

Eine der größten Schwächen des Originals waren die letzten Spielstunden. Endloses Backtracking, wiederholte Levelabschnitte und die oft eintönigen Flood-Kämpfe ließen das Finale unnötig in die Länge ziehen.

Hier setzt Halo Studios erfreulich konsequent an. Mehrere Missionen wurden gestrafft, einige Begegnungen neu gestaltet und das Leveldesign an entscheidenden Stellen angepasst. Dadurch bleibt das Spieltempo konstant hoch und die Kampagne wirkt insgesamt deutlich runder als noch 2001.

Gleichzeitig verliert das Abenteuer nichts von seiner ikonischen Atmosphäre. Die erste Landung auf dem Halo-Ring, die Begegnung mit den Flood oder die legendären Warthog-Sequenzen funktionieren auch heute noch erstaunlich gut.

Unreal Engine sorgt für starke Optik

Ein Screenshot aus Halo Campaign Evolved zeigt den Warthog in einem Strand-Setting
Die Optik des Spiels wurde deutlich aufgehübscht! Foto: Halo Game Studios

Optisch präsentiert sich „Halo: Campaign Evolved“ so modernisiert, wie man es von einem Remake erwarten darf. Neue Beleuchtung, hochauflösende Texturen, detaillierte Vegetation und komplett neu gestaltete Zwischensequenzen lassen den Ringplaneten beeindruckender wirken denn je. Besonders Fans des Originals werden ständig kleine Details entdecken, die früher aus technischen Gründen nicht umgesetzt werden konnten.

Ein grafischer Quantensprung wie einst zwischen Xbox und Xbox 360 bleibt allerdings aus. Das Remake sieht hervorragend aus, orientiert sich dabei aber klar an heutigen Genrestandards, statt neue Maßstäbe zu setzen. Leider zeigt die Unreal Engine auch hin und wieder ihre Schattenseiten: Vor allem in größeren Kämpfen kommt es vereinzelt zu deutlichen Framerate-Einbrüchen. Hinzu kommen kleinere Ungereimtheiten bei Fahrzeugphysik, Sounddesign und Waffenverhalten.

Drei neue Missionen als Bonus

Komplett neu sind die sogenannten Meteorite-Missionen, die zeitlich vor den Ereignissen der Hauptkampagne spielen. Gemeinsam mit Sergeant Johnson infiltriert Master Chief ein Covenant-Schiff und erlebt eine bisher unbekannte Vorgeschichte.

Spielerisch liefern diese Missionen einige spektakuläre Momente und zeigen, wohin sich die Reihe künftig entwickeln könnte. Gleichzeitig wirken sie deutlich linearer als die eigentliche Kampagne und erreichen nicht ganz deren spielerische Klasse. Als Bonus sind sie dennoch eine gelungene Ergänzung.

Lohnt sich „Halo: Campaign Evolved“?

„Halo: Campaign Evolved“ versucht nicht, das Original zu ersetzen. Stattdessen interpretiert Halo Studios den Shooter-Klassiker für ein modernes Publikum neu. Und das gelingt über weite Strecken erstaunlich gut.

Das überarbeitete Gameplay, die modernisierte Optik und die sinnvoll gestraffte Kampagne machen das Remake sowohl für Neueinsteiger:innen als auch für Veteran:innen interessant. Kleinere technische Schwächen und einige umstrittene Gameplay-Anpassungen verhindern zwar den perfekten Eindruck, ändern aber nichts daran, dass hier einer der wichtigsten Ego-Shooter der Videospielgeschichte eine würdige Neuauflage erhalten hat.

Wer Halo bislang nur vom Namen kennt, findet hier den vermutlich besten Einstieg in die Reihe. Besonders natürlich Spieler:innen, die bisher nur im PlayStation-Kosmos unterwegs waren. Langjährige Fans bekommen dagegen die seltene Gelegenheit, einen echten Klassiker in einem gelungenen Remake neu zu erleben.

„Halo: Campaign Evolved“ erscheint am 28. Juli für Xbox Series X|S, PlayStation 5 und PC. Das Testmuster wurde uns von Xbox Game Studios zur Verfügung gestellt

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