Fortsetzung für „Das Kanu des Manitu“?: So geht es für Bully weiter
„Das Kanu des Manitu“ bricht Zuschauerrekorde – doch kommt jetzt auch ein dritter Teil? Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian sprechen über die Zukunftspläne.

24 Jahre nach dem Mega-Hit „Der Schuh des Manitu“ ist Michael Bully Herbig mit „Das Kanu des Manitu“ ein weiteres Kino-Wunder gelungen. Nur elf Wochen nach Kinostart ist klar: Der Film ist der erfolgreichste des Jahres – und übertrifft selbst große Hollywood-Produktionen.
„Ich spüre eine riesige Erleichterung und eine Freude, die – ehrlich gesagt – noch sehr unwirklich ist“, sagt Rick Kavanian im Gespräch mit BILD. „Ich weiß nicht, ob ich so etwas jemals wieder erleben werde.“
Auch Bully Herbig selbst kann das Publikumsecho kaum fassen: „Ich habe gespürt: Das ‚Kanu‘ kann was. Aber erst bei der Kinotour habe ich gemerkt: Ja, der Film macht die Leute glücklich! Wir hatten überall volle Häuser. Und es gab eine große Dankbarkeit.“
Darum ignoriert Bully „den schlimmen Zeitgeist“
Das Comedy-Trio betont, dass sie sich beim Schreiben nicht vom Zeitgeist treiben lassen wollten. „Wenn man möchte, dass ein Film auch noch in 20 Jahren funktioniert, sollte man dem Zeitgeist keine große Beachtung schenken“, so Herbig.
Christian Tramitz ergänzt: „Ich glaube, der größte Fehler ist es, sich mit Gewalt an ein junges Publikum anpassen zu wollen. Letztendlich haben wir einen Film gemacht, an dem auch wir Spaß haben.“
Dabei habe die Zusammenarbeit wie immer von Humor und gegenseitigem Vertrauen gelebt: „Christian lag einmal sogar weinend vor Lachen am Boden“, erinnert sich Herbig. Tramitz lacht: „Ja, denn ich konnte einfach nicht mehr!“
Das Erfolgsgeheimnis: Vertrauen, Lachen und Freundschaft

Dass das Trio seit Jahrzehnten funktioniert, ist kein Zufall. „Wir sind eigentlich so unterschiedlich, wie man unterschiedlicher kaum sein könnte“, sagt Rick Kavanian. „Aber genau das ist so wichtig, wenn man kreativ arbeitet. Wir pflegen einen sehr demokratischen, offenen Prozess.“ Herbig bestätigt: „Es gibt nur eine Regel: Der beste Gag gewinnt – egal, von wem er kommt.“
Gemeinsam hätten sie sich ihren Humor über die Jahrzehnte bewahrt und sehen ihn als verbindendes Element. „Humor schafft Zugänge und Verbindungen“, sagt Kavanian. „Wenn wir gemeinsam über Dinge lachen können, ist das etwas Gutes.“
Über Humor, Kritik und Winnetouch
In Zeiten, in denen Humor oft als politisch interpretiert wird, bleibt Herbig gelassen: „Es gibt keine geheime Humor-Polizei oder so einen Blödsinn. Aber es gibt Leute da draußen, die jeden einzelnen Gag analysieren und irgendwas Politisches reininterpretieren.“
Den Vorwurf, dass Figuren wie Winnetouch heute „nicht mehr gehen“ würden, weist er entschieden zurück: „Uns war immer klar, dass wir Winnetouch nicht weglassen können. Dann hätten wir ihn ja ausgegrenzt. Was für ein Signal wäre das gewesen?“
Christian Tramitz ergänzt: „Wenn, dann kommen die merkwürdigen Kommentare meistens von Leuten, die den Film gar nicht gesehen haben oder nur Dinge sehen, die sie sehen wollen.“
Wie geht es jetzt weiter für Bully und Co.?
Eine direkte Fortsetzung von „Das Kanu des Manitu“ ist derzeit nicht geplant – aber Bully hat Ideen: „Als wir noch nicht wussten, dass wir die Fortsetzung drehen würden, haben wir über eine Weihnachtsgeschichte nachgedacht. Die steht noch auf dem Zettel. Natürlich fragen viele Leute nach einem dritten Teil von ‚Manitu‘ oder einer Fortsetzung von ‚(T)Raumschiff Surprise‘.“
Christian Tramitz hat ebenfalls ein Projekt im Kopf: „Ich habe eine Idee über drei alternde Komiker.“ Und Bully fügt hinzu: „Auch ‚Die drei Musketiere‘ haben mich inspiriert – das wäre auch was für uns.“
Doch jetzt heißt es erst einmal: durchatmen. „Ich glaube, wir brauchen erst mal ein bisschen Abstand“, so Kavanian.
Ganz ohne neue Abenteuer müssen Fans aber nicht bleiben: 2026 steht das Jubiläum an.
„Wir feiern nächstes Jahr 25 Jahre ‚Der Schuh des Manitu‘“, verrät Bully. „Wir haben den Film gerade remastered und gehen fest davon aus, dass wir beide Filme als Double-Feature noch einmal ins Kino bringen. Und dann geht der ganze Wahnsinn wieder von vorn los.“










