„Goodbye Deutschland“: Was machen Ute und Kwesi heute?
Vom Neustart in Gambia zurück nach Deutschland: Bei Ute und Kwesi hat sich viel verändert. Was machen die beiden heute – und welche Pläne haben sie für die Zukunft?

Was als viel diskutierte Liebesgeschichte begann, ist heute ein echtes Familienprojekt: Ute Liesenberg und Kwesi Addo zählen seit Jahren zu den bewegendsten Paaren bei „Goodbye Deutschland“. Der Altersunterschied von mehr als zwei Jahrzehnten, zwei Kulturen und ein Neustart in Gambia sorgten einst für Schlagzeilen – jetzt steht die nächste große Entscheidung an.
Ute und Kwesi: Vom Klischee zur echten Partnerschaft
Als Ute (damals 53) sich in den 30-jährigen Gambier Kwesi verliebte, waren die Reaktionen eindeutig. Unter der Ankündigung ihrer „Goodbye Deutschland“-Folge fanden sich Kommentare wie: „Das wird bestimmt wieder was zum Fremdschämen“ oder „Man weiß doch jetzt schon, wie es enden wird“. Die Geschichte klang für viele nach einem bekannten TV-Klischee: Deutsche Frau mittleren Alters verliebt sich in deutlich jüngeren Afrikaner und wandert aus.
Doch Ute stellte früh klar, dass sie sich der Herausforderung bewusst ist. „Du möchtest jetzt sagen, dass ich blind genug bin, jetzt mit ihm mitzugehen und dass ich dann irgendwann aufwache und denke ,What the f...!' So, das denkst du jetzt, ne?“ konterte sie selbstbewusst vor der Kamera. Und weiter betonte sie: „Ich bin voll da, ich bin nicht blind, ich kann alles sehen.“
Kennengelernt hatten sich die gelernte Kosmetikerin aus Krefeld und der aus Gambia stammende Kwesi beim Tanzen in Mönchengladbach. Als Kwesi ausgewiesen wurde, entschied sich Ute, ihm in seine Heimat zu folgen – jedoch nicht unvorbereitet. Zweimal reiste sie vorab nach Banjul, um alles zu organisieren.
Holpriger Start in Gambia
Die Pläne waren ehrgeizig: Ein Handel mit gebrauchter Kleidung und Haushaltswaren sowie ein Taxiunternehmen sollten die Existenz sichern und zugleich Arbeitsplätze schaffen. Ein Container mit Waren und ein Kleinbus wurden nach Gambia verschifft. Doch der Neustart verlief alles andere als reibungslos: Der angemietete Lagerraum war verschimmelt, weil sich Verwandte nicht wie vereinbart gekümmert hatten. Ute reagierte mit Optimismus: „Das kriegen wir schon irgendwie wieder hin. Right, Kwesi?“ Der zeigte sich deutlich verärgerter – fast „deutscher“ in seiner Haltung, wie Ute lachend bemerkte: „Er ist jetzt fast ein Jahr in Deutschland gewesen, da ist man dann auch schon 'n bisschen ,europäisiert'.“
Auch der Kleinbus bereitete Probleme, war zwischenzeitlich unauffindbar und später zu reparaturanfällig. Das Taxi-Projekt wurde schließlich aufgegeben.
Heute: Der nächste große Schritt für Ida
Sieben Monate nach dem schwierigen Start kehrte das VOX-Team zurück, und vieles hatte sich stabilisiert. Ute und Kwesi waren inzwischen verheiratet, lebten in einer Wohnung am Meer und konnten einen Großteil der geretteten Waren erfolgreich verkaufen. Unterstützung fand Ute unter anderem bei der Niederländerin Caroline, die regelmäßig größere Mengen Kleidung für ihren Laden abnahm.
Mit Offenheit und Neugier lernte Ute die gambische Mentalität immer besser kennen. Sogar ein selbstgeschriebenes Liebeslied für Kwesi nahm sie bei einem Musikproduzenten auf. Ihr gemeinsames Lebensmotto: „Happiness is not a destination, it is a way of life“ („Glück ist kein Ziel, sondern eine Lebensweise“).
Inzwischen sind einige Jahre vergangen und Ute (59) und Kwesi (37) leben heute in der Nähe von Heinsberg in Deutschland. Doch die Verbindung nach Gambia ist geblieben. Kwesi möchte nun seine neunjährige Tochter Ida aus Gambia zu sich holen. Bisher wächst sie bei seiner Mutter auf, fest eingebunden in die Großfamilie. Für Kwesi ist die Entscheidung klar: Er will seiner Tochter eine bessere Zukunft ermöglichen. Ute weiß jedoch, wie einschneidend dieser Schritt wäre – ein neues Land, eine neue Sprache, ein komplett neues Umfeld. Noch weiß Ida nichts von den konkreten Plänen.
Zwischen Hoffnung, Verantwortung und Bürokratie müssen Ute und Kwesi schwierige Gespräche führen, nicht zuletzt auch mit Kwesis Mutter. Als ältester Sohn trägt er Verantwortung für seine Familie und möchte gleichzeitig für seine Tochter da sein. Wird Ida ihr gewohntes Leben in Gambia hinter sich lassen – oder ist ihre Zukunft doch dort?
Quellen
Instagram @goodbyedeutschland.vox










