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„Dispatches from Elsewhere“ basiert auf wahren Begebenheiten | Jason Segel im Interview

So abgedreht „Dispatches from Elsewhere”, die neue Show von „How I Met Your Mother“-Star Jason Segel, auch sein mag: Sie fußt in der Realität!

Dispatches from Elsewhere - Jason Segel und Eve Lindley
Im Interview verriet uns Jason Segel, auf welcher unglaublichen, wahren Geschichte "Dispatches from Elsewhere" basiert. Bild: Amazon Prime Video

In Zeiten, in denen das Streamen von Serien Alltag geworden ist, überschwemmen unzählige Shows verschiedenster Genres den Markt. Da nicht jeder Serienschöpfer das Rad neu erfinden kann, erinnern viele Formate einander. Für frischen Wind sorgte kürzlich jedoch die Amazon Prime-Serie „Dispatches from Elsewhere“, denn sie ist mit nichts zu vergleichen! 

Wer deshalb annimmt, die Geschichte des einsamen Protagonisten Peter, der durch Zufall auf das mysteriöse "Jejune Institute" stößt, wodurch für ihn eine einzigartige Reise voller Magie beginnt, einspringe dem entlegensten Winkel von Jason Segels Gehirn, der irrt jedoch. „Dispatches from Elsewhere“ basiert tatsächlich auf einer wahren Begebenheit. Das verriet uns der HIMYM- und „Nie wieder Sex mit der Ex“-Star im Interview auf der Berlinale 2020.

 

Jason Segel: "Ich hatte all diese komplizierten Gefühle und habe mich selbst irgendwie nicht mehr wiedererkannt“

Dispatches from Elsewhere - Jason Segel im Interview
Jason Segel in "Dispatches from Elsewhere". Bild: Amazon Prime Video

„Als die Idee für die Serie entstand, war 34 – mittlerweile bin ich 40 – und ich befand mich bezüglich der Schreiberei in einer Findungsphase. Seit ‚Muppets‘ hatte ich nichts mehr geschrieben. Ich hatte all diese komplizierten Gefühle und habe mich selbst irgendwie nicht mehr wiedererkannt“, erklärt er, „Ich wusste nicht, was mit dem Typ geschehen war, der bei einem Puppentheater-Musical mitmischte. Weil ich zu strategisch geworden war, war er verschwunden.“ Genau wie Peter, der Protagonist seiner neuen Serie, änderte eine zufällige Begegnung auf einen Schlag alles. „Dann habe ich dieses Experiment in San Francisco miterlebt, indem es darum ging, Magie in der Welt zu finden und Kunst als Form des Trotzes zu gebrauchen und ich sagte mir: ‚Das ist es, darüber möchte ich schreiben‘. Mich packte ein regelrechtes Feuer der Kreativität.“

Bevor Segel mit seinem neuen Projekt loslegen konnte, musste er jedoch einige Hindernisse überwinden, denn er hatte sich in eine Welt begeben, in der die Uhren sowohl sprichtwörtlich als auch wörtlichen Sinne etwas anders ticken. „Also machte ich diesen Willy Wonka des echtes Lebens ausfindig, der das Experiment erfunden hatte und berichtete ihm von meiner Idee, es als genaues Gegenteil von ‚Fight Club‘ aufzuziehen. Ich pitchte ihm die Idee und er antwortete nur: ‚Noch nicht!‘ und legte auf. Ich war so verwirrt. Was soll das heißen?“ Jason Segel schrieb sein Vorhaben trotz allem nicht ab. Seine Geduld wurde belohnt: „Einige Wochen später bekam ich dann eine E-Mail mit einem Ort in San Francisco und einer Zeit – nur das. Ich fuhr hin, es war ein Hotel, und ein gruseliger Typ mit weit aufgerissenen Augen sagte mir: ‚Mr. Segal, wie haben sie schon erwartet.‘ Also bin ich hoch auf das Zimmer und da wartete ein Zettel auf mich, auf dem stand: ‚Niemand wird ihnen das Gefühl geben, sie seien dumm!‘. Und ich dachte mir: ‚Wow, diese Leute verstehen was unser aller Angst ist: Dass jemand uns dumm dastehen lässt. Also bin ich am nächsten Tag wieder hin und durchlief im Grunde genau die Einführung, die man in der Serie sieht. Dann kam eine zweite Mail, in der Stand: ‚Wir haben sie beobachtet. Sie haben eine göttliche Lässigkeit an sich – und wir geben ihnen die Rechte zu diesem Projekt.‘ So hat alles begonnen und bis zu diesem Zeitpunkt blieb es so seltsam, wie es begann.“

 

"Wow, diese Leute verstehen was unser aller Angst ist: Dass jemand uns dumm dastehen lässt!"

Das echte Experiment, das Segel durchlief, ist also in der Tat die Grundlage seiner eigenen Serie, die stark an seine damaligen Erfahrungen angelehnt ist. Zuerst habe er einen Film darauf machen wollen, so Segel. Viel interessanter als die Jagd nach den verwundenen Mädchen sei für ihn jedoch die Frage gewesen, wer sich an dieser Suche beteilige und welche Sehnsüchte diese Menschen antreibe - „Was fehlt diesen Menschen, dass die das Bedürfnis nach dieser Fantasie haben?“. Um das zu ergründen hätten 90 Minuten jedoch niemals ausgereicht. „So wurde es dann zu einer Serie. Ich stellte fest, dass ich in jeder Folge eine andere Person beleuchten möchte, denn sie haben alle eine Sinnkrise.“

Seine eigene Sinnkrise überwand der Schauspieler, der nun sein Regie-Debüt feierte durch "Dispatches from Elsewhere". Diee bedeutendste Beziehung, die man mit sich selbst haben könne, sei die "zu dieser anderen Stimme in deinem Kopf, die dir entweder sagst: ‚Du bist ein Haufen Scheiße‘, oder eben: ‚Du machst alles richtig‘. Mit dieser Stimme kämpfe ich noch immer. Aber ich werde immer besser darin, Frieden mit mir selbst zu schließen. Den Druck ein wenig wegzunehmen, hilft!“

Die erste Staffel von "Dispatches from Elsewhere" ist seit dem 8. Mai 2020 auf Amazon Prime Video verfügbar. 

Wer kein Amazon Prime-Abo hat und "Dispatches from Elsewhere" daher nicht schauen kann, kann sich mit Klick auf den unterlegten Link ein Test-Abo oder einen eigenen Account zulegen!​

 


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