Zum Hauptinhalt springen
Kauf-Tipp

Soundcore Liberty 5 Pro Max im Test: Diese Kopfhörer haben ein überraschendes Geheimnis

Die Soundcore Liberty 5 Pro Max wollen mehr sein als einfach nur gute In-Ear-Kopfhörer. Vor allem das ungewöhnliche Ladecase macht Ankers neues Topmodell zu einem der spannendsten Earbud-Konzepte des Jahres. Doch braucht man das alles wirklich?

Die Soundcore Liberty 5 Pro Max sind auf einem Tisch. Das Case ist geöffnet, die Earbuds liegen davor.
Foto: David Rams / Soundcore

Bei kabellosen In-Ear-Kopfhörern ist es inzwischen gar nicht mehr so einfach, aus der Masse herauszustechen. ANC, Transparenzmodus, personalisierbarer Equalizer und räumlicher Klang gehören zumindest in der Oberklasse fast schon zum guten Ton. Anker versucht es bei den Soundcore Liberty 5 Pro Max deshalb mit einer anderen Strategie: Das Unternehmen packt nicht nur möglichst viel Technik in die Ohrhörer, sondern macht auch aus dem Ladecase ein kleines Gadget.

Das fällt bereits beim ersten Öffnen auf. Auf der Oberseite sitzt ein 1,8 Zoll großes AMOLED-Touchdisplay, über das sich zahlreiche Funktionen der Kopfhörer bedienen lassen. Und als wäre das nicht ungewöhnlich genug, kann das Case sogar Gespräche aufnehmen und mithilfe von KI transkribieren und zusammenfassen.

Klingt ein bisschen nach Technik-Spielerei. Im Alltag erweist sich davon aber erstaunlich viel als praktisch.

Soundcore Liberty 5 Pro Max: Das Case ist der eigentliche Star

Das Case des Soundcore Liberty 5 Pro Max
Das Case des Soundcore Liberty 5 Pro Max beherbergt einige überraschende Funktionen. Foto: David Rams / Soundcore

Normalerweise verschwindet das Ladecase von In-Ears nach dem Einsetzen der Kopfhörer direkt wieder in der Hosentasche. Bei den Liberty 5 Pro Max ertappt man sich dagegen häufiger dabei, es in der Hand zu behalten.

Das Display funktioniert im Prinzip wie eine stark vereinfachte Smartwatch. Mit Wischbewegungen lässt sich beispielsweise zwischen Noise Cancelling und Transparenzmodus wechseln, die Musikwiedergabe steuern oder ein anderer EQ auswählen. Auch Einstellungen für Bluetooth, Displayhelligkeit und Dolby Audio sind erreichbar. Das Smartphone muss dafür nicht jedes Mal aus der Tasche geholt werden.

Braucht man das? Nicht unbedingt. Schließlich lassen sich viele Funktionen auch direkt über die Kopfhörer oder die Soundcore-App steuern. Nach kurzer Eingewöhnung möchte man das Display trotzdem nicht mehr ganz missen. Gerade unterwegs ist es angenehm, Einstellungen schnell am Case ändern zu können.

Allerdings hat die zusätzliche Technik ihren Preis: Das Ladecase fällt etwas üppiger aus als bei vielen Konkurrenten. Wer möglichst kompakte In-Ears für die Hosentasche sucht, findet unauffälligere Alternativen.

KI-Notizen: Cleverer Bonus oder unnötiges Gimmick?

Noch ungewöhnlicher wird es beim AI Note-Taker. Das Ladecase besitzt dafür selbst ein Mikrofon und kann unabhängig von den Ohrhörern Aufnahmen anfertigen. Anschließend werden diese in der Soundcore-App transkribiert und zu Notizen zusammengefasst.

Damit wird ausgerechnet ein Kopfhörer-Case zum kleinen digitalen Diktiergerät. Besonders für Menschen, die regelmäßig Meetings, Interviews oder Gespräche dokumentieren, kann das tatsächlich interessant sein. Während einer Aufnahme lassen sich wichtige Stellen außerdem markieren.

Für die meisten Käufer dürfte diese Funktion allerdings eher Bonus als Kaufargument sein. Wer nur Spotify hören und im Zug seine Ruhe haben möchte, wird den AI Note-Taker vermutlich nach dem ersten Ausprobieren wieder vergessen.

Spannender ist die Technik deshalb vor allem für eine bestimmte Zielgruppe: Wer beruflich viele Gespräche führt, bekommt hier Kopfhörer und Aufnahmegerät in einem Produkt.

Soundcore Liberty 5 Pro Max im Klangtest

Zum Glück hat Anker vor lauter Display und KI nicht vergessen, worum es bei Kopfhörern eigentlich geht. Klanglich spielen die Liberty 5 Pro Max auf einem hohen Niveau.

Die Abstimmung ist allerdings eindeutig auf Massengeschmack ausgelegt. Schon in der Standardeinstellung gibt es ordentlich Bass. Beats haben Druck und Filme oder Serien profitieren von einem kräftigen Fundament. Wer einen möglichst neutralen, analytischen Klang sucht, könnte die Tiefen dagegen als etwas zu dominant empfinden.

Hier spielt Soundcore eine seiner traditionellen Stärken aus: Der Klang lässt sich sehr umfangreich anpassen. Neben verschiedenen Presets steht ein Equalizer zur Verfügung, außerdem kann HearID anhand des eigenen Hörvermögens ein persönliches Klangprofil erstellen.

Stimmen bleiben trotz der kräftigen Basswiedergabe klar verständlich, was nicht nur bei Musik, sondern auch bei Podcasts, YouTube-Videos und Serien positiv auffällt. Gerade für den alltäglichen Mix aus Musik und Streaming liefern die Liberty 5 Pro Max damit ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.

ANC der Liberty 5 Pro Max überzeugt im Alltag

Auch beim Active Noise Cancelling gibt sich das Topmodell keine Blöße. Die Intensität lässt sich in mehreren Stufen einstellen, alternativ übernimmt ein adaptiver Modus die Anpassung automatisch.

Vor allem gleichmäßige tieffrequente Geräusche werden effektiv reduziert. Bahn, Bus, Flugzeug oder das monotone Brummen einer Klimaanlage verlieren dadurch deutlich an Präsenz. Komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist man natürlich nicht, doch für den täglichen Arbeitsweg oder längere Reisen ist die Geräuschunterdrückung stark.

Gut gefällt außerdem der Transparenzmodus. Wer kurz mit jemandem sprechen oder eine Durchsage hören möchte, muss die Kopfhörer nicht herausnehmen. Mit „Easy Chat“ kann das sogar automatisch passieren: Beginnt man zu sprechen, wird die Musik leiser und der Transparenzmodus aktiviert.

Das ist eine dieser Funktionen, die auf dem Datenblatt zunächst nach Spielerei klingt und im Alltag schnell ziemlich praktisch werden kann.

Komfort: Groß, aber überraschend bequem

Die Soundcore Liberty 5 Pro Max
Ungewöhnliches Design, aber verdammt bequem zu tragen: Beim Tragekomfort überzeugen die Liberty 5 Pro Max. Foto: David Rams / Soundcore

Optisch unterscheiden sich die Liberty 5 Pro Max deutlich von klassischen AirPods-artigen Kopfhörern mit Stiel. Die relativ großen Ohrhörer sitzen direkt in der Ohrmuschel und werden zusätzlich über kleine Ear Fins stabilisiert.

Anker liefert mehrere Größen für Ohrstücke und Aufsätze mit, sodass sich der Sitz vergleichsweise genau anpassen lässt. Sind die richtigen Aufsätze gefunden, sitzen die Kopfhörer sicher und angenehm – auch über längere Zeit.

Unauffällig sind sie allerdings nicht. Die Liberty 5 Pro Max tragen sichtbar auf und dürften Fans möglichst kleiner Earbuds schon deshalb weniger ansprechen. Dafür sind sie nach IP55 gegen Staub und Wasser geschützt und damit auch für Sport oder einen Regenschauer geeignet.

Akku: Auch lange Reisen sind kein Problem

Bei deaktiviertem ANC gibt Anker bis zu zwölf Stunden Wiedergabe mit einer Akkuladung an, mit eingeschalteter Geräuschunterdrückung sind es bis zu 6,5 Stunden. Zusammen mit dem Ladecase sollen maximal 50 beziehungsweise 28 Stunden möglich sein.

Praktisch ist vor allem die Schnellladefunktion: Bereits fünf Minuten Laden können bis zu vier weitere Stunden Wiedergabe ermöglichen. Das Case kann per USB-C oder kabellos geladen werden.

Damit gehören Akku-Sorgen im normalen Alltag weitgehend der Vergangenheit an. Lediglich wer ANC permanent aktiviert und sehr lange unterwegs ist, muss die Ohrhörer zwischendurch ins Case zurücklegen.

Fazit: Für wen lohnen sich die Soundcore Liberty 5 Pro Max?

Die Soundcore Liberty 5 Pro Max sind hervorragende In-Ears – und gleichzeitig ein ziemlich ungewöhnliches Technikexperiment. Guter Klang, starkes ANC, überzeugende Gesprächsqualität und zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten würden bereits für ein gelungenes Gesamtpaket sorgen.

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal steckt jedoch im Ladecase. AMOLED-Touchscreen, eigenständiges Mikrofon, Übersetzungsfunktionen und KI-Notizen findet man bei gewöhnlichen In-Ears schlicht nicht. Und überraschenderweise ist einiges davon mehr als bloße Spielerei.

Genau hier liegt allerdings auch das größte Fragezeichen. Wer diese Extras nicht nutzt, bezahlt für Funktionen, die für das eigentliche Musikhören kaum einen Vorteil bringen. Denn die günstigeren Liberty 5 Pro bieten bei den entscheidenden Kopfhörer-Disziplinen bereits sehr viel vom gleichen Erlebnis.

Quellen
  • ANKER

Bester 32 Zoll Fernseher - Foto: iStock/in4mal
TV Geräte & Smart-TVs
Bester 32-Zoll-Fernseher: Kaufberater nach Preis und Nutzung

32-Zoll-Fernseher sind günstig und überall einsetzbar – aber nicht jeder ist gut. Welcher sich für Küche, Schlafzimmer oder Büro lohnt, und warum 4K hier fast nie nötig ist.

Eine dunkle Apple Watch Ultra 4 mit Metallarmband steht vor der Vorder- und Rückansicht eines schwarzen iPhone 18 Pro auf blauem Hintergrund. - Foto: Apple/o2
o2
iPhone 18 Pro & Watch Ultra 4: Wann lohnt sich das Apple-Duo wirklich?

Ein Pro-iPhone für Fotos und Entertainment, eine Ultra-Watch für Sport und Alltag: Einige Vorteile zeigen sich erst, wenn beide zusammenarbeiten.

Vier iPhone 18 Pro in Schwarz, Weiß, Hellblau und Dunkelrot zeigen ihre Rückseiten mit je drei Kameras vor schwarzem Hintergrund. - Foto: Apple
Blau
Willst du dir die neue iPhone-Generation mit nur 1 € Anzahlung sichern?

Ein neues Pro-iPhone, ohne gleich eine hohe Summe auf den Tisch zu legen? Dieses Bundle verbindet eine kleine Anzahlung mit einem passenden Mobilfunktarif.

Echo Dot Max, Kindle Paperwhite und Fire TV Stick 4K Plus mit Fernbedienung sind vor einem unscharfen MediaMarkt zu sehen. - Foto: Collage: IMAGO / BREUEL-BILD / Amazon / MediaMarkt
MediaMarkt
Bei MediaMarkt starten die Prime Days schon jetzt – mit diesen Smarthome-Angeboten

Kindle-eReader, Echo-Smartlautsprecher und FireTV-Sticks gibt es nicht nur bei Amazon zu kaufen. Mit diesen Deals läutet MediaMarkt schon jetzt inoffiziell die Prime Days ein.

Die Anker Soundcore Pro 2 - Foto: Xenia Bluhm Photography
Im Praxistest
Anker Soundcore Space 2 Pro im Test: Fast ein Flaggschiff zum halben Preis

Mit den Soundcore Space 2 Pro greift Anker deutlich teurere Premium-Kopfhörer von Sony und Bose an. Für rund 200 Euro gibt es starkes ANC, hervorragende Telefonie, viel Komfort und eine umfangreiche App. Klanglich reicht es zwar nicht ganz für die Spitzenklasse – dafür überrascht Anker an anderer Stelle umso mehr.

Das finale Artwork von Control Resonant zeigt Protagonist Dylan mit großem Hammer - Foto: Remedy Entertainment
Innovativer Action-Kracher
„Control Resonant“ im Test: Remedy dreht den Wahnsinn noch weiter auf

„Control Resonant“ macht vieles anders als sein gefeierter Vorgänger. Statt Jesse Faden stehen diesmal ihr Bruder Dylan, Nahkämpfe und ein deutlich actionreicheres Manhattan im Mittelpunkt. Das Ergebnis ist ein mutiger nächster Schritt für die Reihe, der mit fantastischen Gameplay-Ideen und gewohntem Remedy-Wahnsinn begeistert.