Technik

Shokz OpenFit Air 2 im Test: Diese Kopfhörer sitzen besser als ihr Vorgänger

Die Shokz OpenFit Air 2 sitzen leicht und bequem am Ohr, lassen deine Umgebung hörbar und bieten eine starke Akkulaufzeit. Doch der Bass hat Grenzen.

Shokz OpenFit Air 2 im Ladecase vor Produktverpackung auf einem weißen Tisch.
Was haben die neuesten Kopfhörer von Shokz alles drauf? Ich habe sie für euch einmal auf Herz und Nieren getestet. Foto: Privat / Jay Becker

Shokz OpenFit Air 2 im Test: Diese Open-Ear-Kopfhörer sitzen jetzt noch besser

Du setzt Kopfhörer auf, willst aber trotzdem hören, was um dich herum passiert? Genau dafür sind Open-Ear-Kopfhörer gedacht. Die Shokz OpenFit Air 2 setzen dieses Prinzip mit einer überarbeiteten Bauform, weniger Gewicht und einer neuen Bedienung um. Besonders beim Tragekomfort macht sich die Überarbeitung bemerkbar.

Mit 7,2 Gramm pro Ohrhörer sind die OpenFit Air 2 angenehm leicht. Sie sitzen nicht im Gehörgang, sondern davor und werden von einem dünnen Bügel hinter dem Ohr gehalten. Dadurch bleiben Gespräche, Verkehr und andere Geräusche aus deiner Umgebung hörbar.

Auch beim Klang liefern die OpenFit Air 2 ein ordentliches Ergebnis. Die Abstimmung ist ausgewogen und warm, beim Tiefbass zeigen sich aber die Grenzen der offenen Bauweise. Dafür bekommst du eine lange Akkulaufzeit, IP55-Schutz, Multipoint und eine App, mit der du unter anderem den Klang und die Tastenbelegung anpassen kannst.

Schlanker, leichter und angenehmer am Ohr

Das Prinzip der OpenFit Air 2 ist schnell erklärt: Die Ohrhörer sitzen vor dem Gehörgang, statt ihn zu verschließen. Ein dünner Bügel führt hinter dem Ohr entlang und hält sie an ihrem Platz.

Shokz hat die Konstruktion gegenüber dem Vorgänger weiter verschlankt. Ein Ohrhörer wiegt nur 7,2 Gramm. Auch das Gehäuse fällt dünner aus. Beides trägt dazu bei, dass die OpenFit Air 2 am Ohr weniger auffallen und auch über längere Zeit angenehm bleiben.

Im Bügel steckt eine Nickel-Titan-Legierung, die von einem hautfreundlichen Material umgeben ist. Dadurch lässt sich die Konstruktion an die Form des jeweiligen Ohres anpassen.

Auch eine Brille stellt grundsätzlich kein Problem dar. Die Bügel von Brille und Kopfhörer liegen zwar an derselben Stelle hinter dem Ohr, kommen sich aber nicht unangenehm in die Quere.

Der Tragekomfort ist damit eine der größten Stärken der OpenFit Air 2. Gerade wenn du Kopfhörer über mehrere Stunden tragen möchtest, macht sich das geringe Gewicht bemerkbar.

OpenFit Air 2 im Ladecase neben den OpenFit 2+ im Ladecase.
Ein Vergleich der Passform der OpenFit Air 2 und OpenFit 2+. Durch die kleine „Beule“ am Ende der Air 2 passen sie deutlich angenehmer im Ohr. Foto: Privat / Jay Becker

Deine Umgebung bleibt hörbar

Der größte Vorteil der OpenFit Air 2 ist gleichzeitig ihre wichtigste Einschränkung. Weil die Ohrhörer den Gehörgang nicht abdichten, bekommst du weiterhin mit, was um dich herum passiert.

Beim Spaziergang kannst du beispielsweise einen Podcast hören und trotzdem den Verkehr oder andere Menschen akustisch wahrnehmen. Auch im Büro bleibt die Kommunikation mit Kollegen möglich, ohne dass du jedes Mal einen Ohrhörer herausnehmen musst.

Vor allem beim Joggen oder Fahrrad fahren ist das unschlagbar und gibt mir persönlich noch ein größeres Sicherheitsgefühl.

In einer lauten Umgebung wird das allerdings zum Nachteil. Straßenverkehr, Gespräche und andere Geräusche gelangen weiterhin ans Ohr und können die Musik überlagern. Wenn du unterwegs möglichst wenig von deiner Umgebung hören möchtest, sind klassische In-Ears die bessere Wahl.

Das gilt auch für Noise Cancelling. Ein klassisches ANC zur Abschottung der Außenwelt gehört nicht zum Konzept der OpenFit Air 2. Genau genommen wäre eine starke Abschottung sogar dem eigentlichen Zweck dieser Kopfhörer entgegengesetzt.

Echte Tasten statt Touchfläche

Bei der Bedienung setzt Shokz auf druckempfindliche Tasten. Das klingt unspektakulär, ist im Alltag aber durchaus praktisch.

Du spürst, wenn du eine Taste betätigst, und musst nicht auf einer glatten Touchfläche die richtige Stelle treffen. Das kann auch Fehleingaben durch Haare oder Wassertropfen reduzieren.

Über die Shokz-App kannst du die Steuerung anpassen. Ein einfacher, doppelter oder dreifacher Druck lässt sich jeweils mit unterschiedlichen Funktionen belegen. Auch das längere Halten kann eine eigene Aktion auslösen.

Zur Auswahl stehen unter anderem Wiedergabe und Pause, das Überspringen von Titeln, die Lautstärkeregelung, Telefonate und der Sprachassistent.

Die App zeigt außerdem den Akkustand an und bietet einen Equalizer, Firmware-Updates und eine Suchfunktion für verlegte Ohrhörer.

Klang: warm und ausgewogen, aber wenig Tiefbass

Beim Klang muss sich die Open-Ear-Bauweise zwangsläufig bemerkbar machen. Weil die Ohrhörer den Gehörgang nicht abdichten, entsteht weniger Druck als bei einem klassischen In-Ear.

Die OpenFit Air 2 liefern trotzdem einen ausgewogenen, eher warmen Klang. Stimmen sind verständlich und für Podcasts eignen sich die Kopfhörer ohnehin gut. Auch Musik lässt sich damit angenehm hören.

Beim Tiefbass zeigen sich dagegen die Grenzen. Tiefe Frequenzen haben weniger Druck und Substanz als bei einem guten In-Ear. Auch bei Dynamik und Detailauflösung können geschlossene Kopfhörer mehr.

Shokz setzt deshalb auf einen Bassphere-Treiber mit zwei 11,8-Millimeter-Lautsprechern und den OpenBass-2.0-Algorithmus. Die Treiber sind auf den Gehörgang ausgerichtet und sollen trotz der offenen Konstruktion für mehr Bass sorgen.

Über die App kannst du den Klang zusätzlich anpassen. Neben verschiedenen Voreinstellungen lassen sich eigene Klangprofile erstellen.

Für Podcasts, Gespräche und normales Musikhören reicht das völlig aus. Wenn du dagegen vor allem kräftigen Bass suchst, solltest du weiterhin zu einem klassischen In-Ear greifen.

Telefonieren funktioniert gut

Für Telefonate sind die OpenFit Air 2 mit zwei Mikrofonen und einer KI-gestützten Geräuschunterdrückung ausgestattet. Umgebungsgeräusche werden dadurch reduziert und Stimmen bleiben verständlich.

Ganz ohne Einschränkungen funktioniert die Sprachübertragung allerdings nicht. In Tests wurde die Wiedergabe der Stimme teilweise als etwas dumpf oder hohl beschrieben.

Bei Anrufen über eine Multipoint-Verbindung kam es außerdem in einem Test gelegentlich zu Problemen mit dem Pegel. Das ließ sich dort beheben, indem die Ohrhörer noch einmal ins Ladecase gelegt wurden.

Für normale Telefonate sind die OpenFit Air 2 damit gut geeignet. Bei besonders lauten Umgebungen solltest du aber keine Wunder erwarten.

Starke Akkulaufzeit

Bei der Laufzeit gehören die OpenFit Air 2 zu den stärkeren Open-Ear-Modellen. Shokz verspricht bis zu acht Stunden Musikwiedergabe mit einer Akkuladung. Zusammen mit dem Ladecase sollen bis zu 36 Stunden möglich sein.

Für Telefonate nennt der Hersteller bis zu sechs Stunden beziehungsweise bis zu 25 Stunden inklusive Ladecase.

Wie lange der Akku tatsächlich hält, hängt unter anderem von der Lautstärke ab. In einem Test liefen die OpenFit Air 2 bei moderater Lautstärke sogar 11 Stunden und 6 Minuten. Die Herstellerangabe von acht Stunden ist damit eher konservativ.

Praktisch ist außerdem die Schnellladefunktion. Zehn Minuten im Ladecase sollen für rund drei Stunden Wiedergabe reichen.

Das Ladecase fällt gegenüber dem Vorgänger kompakter aus und lässt sich dadurch leichter mitnehmen. Geladen wird über USB-C.

Für Sport und Regen geeignet

Ein großer Pluspunkt in meinen Augen: Die OpenFit Air 2 kannst du auch beim Sport tragen. Der Bügel sorgt dafür, dass die Ohrhörer sicher am Ohr bleiben, während die offene Bauweise gleichzeitig deine Umgebung hörbar lässt.

Und das Beste daran ist, dass die Ohrhörer nach IP55 geschützt sind! Damit sind sie gegen Staub und Strahlwasser geschützt und eignen sich auch für Regen und schweißtreibende Aktivitäten.

Beim Ladecase gilt das allerdings nicht im gleichen Maß. Es besitzt lediglich IP54 und sollte entsprechend vor stärkerem Wasser geschützt werden.

Multipoint und eine vielseitige App

Die OpenFit Air 2 unterstützen Bluetooth 6.1 und Multipoint. Du kannst sie damit gleichzeitig mit zwei Geräten verbinden.

Das ist beispielsweise praktisch, wenn du am Computer arbeitest und dein Smartphone parallel verbunden bleiben soll. So musst du nicht jedes Mal die Bluetooth-Verbindung wechseln.

Über die Shokz-App kannst du außerdem den Equalizer verwenden, eigene Klangprofile erstellen und die Tastenbelegung anpassen. Auch Firmware-Updates lassen sich darüber installieren.

Eine Suchfunktion hilft dir dabei, verlegte Ohrhörer wiederzufinden. Die Hörer geben dabei einen Signalton aus.

Screenshots der Shokz App.
Ein kleiner Einblick in die App von Shokz und die verschiedenen Sound-Einstellungen für die OpenFit Air 2. Foto: Privat / Jay Becker

Shokz OpenFit Air 2: Mein Fazit

Die OpenFit Air 2 konzentrieren sich auf das, was Open-Ear-Kopfhörer im Alltag können sollen: Sie sitzen leicht am Ohr, verschließen den Gehörgang nicht und lassen dich gleichzeitig deine Umgebung wahrnehmen.

Besonders der Tragekomfort ist gelungen. Die schlankere Konstruktion und das geringe Gewicht machen die Ohrhörer auch für längere Hörsessions interessant. Dazu kommen die gut nutzbaren Tasten, eine vielseitige App, Multipoint und eine starke Akkulaufzeit.

Beim Klang musst du dagegen mit den typischen Einschränkungen eines Open-Ear-Modells leben. Stimmen und Podcasts funktionieren gut, auch Musik klingt ausgewogen und warm. Beim Tiefbass fehlt aber der Druck, den ein guter In-Ear liefert.

Für mich sind die OpenFit Air 2 deshalb vor allem dann interessant, wenn du bewusst einen offenen Kopfhörer suchst. Beim Spaziergang, im Büro oder beim Sport kannst du Musik hören, ohne deine Umgebung komplett auszublenden.

Wenn du dagegen möglichst viel Bass oder eine starke Abschottung von Außengeräuschen möchtest, solltest du zu einem klassischen In-Ear greifen.

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 139 Euro. Damit bewegen sich die OpenFit Air 2 preislich auf dem Niveau des Vorgängers.

Shokz nennt bis zu acht Stunden Musikwiedergabe mit einer Akkuladung. Zusammen mit dem Ladecase sollen bis zu 36 Stunden möglich sein. Für Telefonate sind bis zu sechs Stunden beziehungsweise bis zu 25 Stunden mit Ladecase angegeben.

Die Ohrhörer sind nach IP55 geschützt. Sie halten damit Staub und Strahlwasser aus und eignen sich auch für Regen und Sport. Das Ladecase besitzt IP54.

Nein, ein klassisches Noise Cancelling zur Abschottung der Umgebung gibt es nicht. Die Ohrhörer verschließen den Gehörgang nicht. Umgebungsgeräusche bleiben deshalb bewusst hörbar.

Ja. Die Ohrhörer können gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden werden. Die Funktion lässt sich über die Shokz-App aktivieren.

Ja. Die Shokz-App bietet einen Equalizer mit mehreren Voreinstellungen. Außerdem kannst du eigene Klangprofile erstellen.

Beide Ohrhörer besitzen eine druckempfindliche Taste. Über die App kannst du festlegen, welche Funktion bei einfachem, doppeltem oder dreifachem Drücken beziehungsweise längerem Halten ausgeführt wird.

Ja. Die Ohrbügel sorgen für einen sicheren Halt und die Ohrhörer sind nach IP55 geschützt. Damit eignen sie sich auch für Sport und den Einsatz bei Regen.

Der OpenFit 2 ist teurer und bietet unter anderem größere und leistungsstärkere Treiber, längere Laufzeiten, induktives Laden sowie eine zusätzliche Touch-Bedienfläche. Welches Bügeldesign angenehmer sitzt, hängt dagegen von der individuellen Ohrform ab.

Grundsätzlich ja. Zwei Mikrofone und eine KI-gestützte Geräuschunterdrückung reduzieren Umgebungsgeräusche und sorgen für eine verständliche Sprachübertragung. In Tests wurden allerdings teilweise eine etwas dumpfe oder hohle Sprachwiedergabe sowie gelegentliche Pegelprobleme bei Multipoint-Anrufen festgestellt.

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