Test

Amazfit Active 3 Premium im Test: Kann die Sportuhr es mit den Platzhirschen aufnehmen?

Neben klassischen Smartwatches sind auch Sportuhren extrem beliebt. Allerding sind die klassischen Modelle recht teuer. Mit der Amazfit Active 3 Premium haben wir aber einen echten Preisknaller getestet.

Eine Frau mit einer  Amazfit Active 3 Premium dehnt sich
Die Amazfit Active 3 Premium ist ideal für Sportler:innen Foto: Amazfit/PR

Smartwatches gibt es inzwischen in allen Preisklassen und viele wollen längst mehr sein als eine digitale Uhr am Handgelenk. Die Amazfit Active 3 Premium richtet sich dabei besonders an Sport- und Fitnessfans und bringt unter anderem GPS, Offline-Karten, zahlreiche Trainingsfunktionen und ein helles AMOLED-Display mit. Dazu verspricht Amazfit eine Akkulaufzeit von bis zu zwölf Tagen. Und mit einer UVP von 169 Euro ist sie dabei ein echter Preisknaller.

Doch wie gut funktioniert das Ganze im Alltag? Wie zuverlässig sind die Sport- und Gesundheitsfunktionen und macht die Active 3 Premium auch abseits des Trainings eine gute Figur? Genau das habe ich mir im Test genauer angesehen.

Daten und Fakten auf einen Blick:

  • Display: 1,32 Zoll AMOLED, Saphirglas, Edelstahlgehäuse

  • Akku: bis zu 12 Tage bei typischer Nutzung

  • Sport & GPS: mehr als 170 Sportmodi, Offline-Karten, Zepp Coach mit individuellen Trainingsplänen

  • Gesundheit: Umfangreiche Gesundheits- und Schlafüberwachung

  • Smartwatch-Funktionen: Smartphone-Benachrichtigungen, Telefonieren über integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Wetter, Wecker und Timer

Erster Eindruck

Ich muss sagen, dass mir die Uhr optisch wirklich sehr gut gefällt. Das Gehäuse aus Edelstahl lässt die Uhr edel und weniger sportlich wirken. Die 45 mm Uhr sitzt nicht zu klobig am Handgelenk und mit 38 Gramm ist sie zudem angenehm leicht. Hier bekommt man eine Sportuhr, die dennoch schick aussieht, und mehr wie eine klassische Smartwatch wirkt. Das Saphirglas ist dabei besonders robust, sodass du dir keine Sorgen um Kratzer machen musst.

Amazfit
Foto: TV Movie / Privat

Geladen wird die Uhr über einen kleinen Adapter, an den ein USB-Kabel angeschlossen wird. Über diesen magnetischen Adapter lassen sich Wackelkontakte umgehen, die beispielsweise bei Garmin fast schon an der Tagesordnung sind. Andererseits ist der Adapter so klein, dass man hier schon aufpassen muss, ihn nicht zu verlegen.

Adapter
Geladen wird die Uhr über einen kleinen Adapter. Foto: TV Movie / Privat

Einrichtung und App

Die Einrichtung ist wirklich unkompliziert. Diese erfolgt über die Zepp App, die dich ganz einfach durch den Prozess leitet. Beim ersten Einschalten zeigt die Uhr einen QR-Code zum Koppeln an.

Im Anschluss kannst du in der App direkt die wichtigsten Einstellungen vornehmen, Ziele für Schlaf und Bewegung festlegen und dein Watchface auswählen. Die Auswahl hierfür ist durchaus ausreichend und es gibt eine große Range an kostenlosen Designs. Auch Benachrichtigungen kannst du an- oder ausschalten und Fitnessziele festlegen.

Ziele
Ziele können vorab festgelegt werden. Foto: Privat

Ich entscheide mich dafür, Benachrichtigungen von meinem Smartphone nicht zuzulassen, da mich das einfach stört. Grundsätzlich funktioniert dieses Feature jedoch einwandfrei.

Wenn du möchtest, kannst du dir auch Trainingspläne für deine ganz individuellen Ziele festlegen und erstellen lassen. Aber auch Pläne von Runna lassen sich hier integrieren.

Designs
Bei den Designs gibt es eine große Auswahl. Foto: Privat/Tvmovie

Anwendung im Alltag

Die Amazfit Active 3 Premium ist nicht ausschließlich als Trainingsbegleiter gedacht, sondern ist auch als klassische Smartwacht geeignet. So kann sie Beachrichtigungen und Erinnerungen, aber auch das Wetter direkt auf dem Watchface anzeigen. Sogar Telefonate sind über die Uhr möglich, wenn man denn möchte.

Hybrid Charge
Foto: Privat/Tvmovie

Die Benachrichtigungen machen sich durch eine kurze Vibration und ein Hinweissymbol bemerkbar und man kann sie über den Touchscreen aufrufen. Das funktioniert auch wunderbar, allerdings habe ich mich schnell entschieden, die Funktion abzuschalten, da mich das schnell stört. Das ist aber wirklich sehr individuell.

Die Bedienung über die Seitentasten läuft dabei extrem unkompliziert und auch über wischen auf dem Display können einzelne Seiten und Elemente aufgerufen werden.

Morgenbericht
Der Morgenbericht gibt einen Rückblick auf die Nacht und Auslick auf den Tag. Foto: Privat/Tvmovie

Gesundheitsüberwachung rund um die Uhr

Ein wichtiger Teil des Funktionsumfangs ist, wie bei der Konkurrenz auch, die Gesundheitsüberwachung. Dafür setzt Amazfit auf den BioTracker-PPG-Sensor, der verschiedene Messwerte direkt am Handgelenk erfasst. Die Active 3 Premium kann Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung (SpO₂) und Stresslevel kontinuierlich überwachen. Zusätzlich lässt sich die Hauttemperatur erfassen. Welche Messungen tatsächlich dauerhaft durchgeführt werden, lässt sich über die Zepp-App konfigurieren und hat entsprechende Auswirkungen auf die Akkulaufzeit. Ich empfehle hier einfach ein wenig im Alltaf zu prüfen, welche Messwerte du regelmäßig anschaust, diese auch anlassen und den Rest bei Bedarf zu messen.

Übersicht
Foto: Privat/TVmovie

Diese Gesundheitsdaten werden gemessen:

Gesundheits- und Körperdaten:

Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Blutsauerstoffsättigung (SpO₂), Stresslevel, Atemfrequenz, Hauttemperatur, Schritte, Kalorienverbrauch, Aktivitätszeit

Schlafdauer und Qualität:

Einschlafzeit, Aufwachzeit, Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf, Wachphasen, Schlafqualität, Schlaf-Herzfrequenz, HRV während des Schlafs, Schlafatmung, Nickerchen

Schlaftracking: Was passiert nachts?

Selbstverständlich misst die Uhr auch deinen Schlaf, inklusive der verschiedenen Schlafstadien einschließlich REM-Schlaf, die Herzfrequenzvariabilität während des Schlafs, die Schlafqualität und die Schlafatmung. Auch längere Nickerchen von mehr als 20 Minuten können erkannt werden.

Da kommen einige Daten zusammen, die aber in der App verständlich aufbereitet werden. Hier werden sie zusammengeführt und zu einer Einschätzung der Schlafqualität und Erholung aufbereitet. Nickerchen und Schlafenszeit erkennt die Uhr wirklich gut.

Was mir besonders gut gefällt, ist die Aufbereitung der Daten. Hier kann intensiv eingetaucht oder auf Bio- und Hybridcharge geachtet werden. BioCharge zeigt an, wie gut die persönlichen Energiereserven beziehungsweise die aktuelle Belastbarkeit sind. HybridCharge verbindet zusätzlich Trainingsbelastung, BioCharge und die Anforderungen des Alltags. Somt hast du nicht nur Bewegung und Training im Blick, sondern auch, wie dich dein Körper erholt und welche Reserven du hast.

Schlaf
Foto: Privat/Tvmovie

Kernfunktion Training: Was kann die Amazfit Active 3 Premium?

Da es sich bei der Amazfit Active Premium 3 um eine Sportuhr handelt, sind neben den Übersichten zur Erholung natürlich die Trainingsfunktionen zentral.

Beim Lauftraining zeigt die Amazfit Active 3 Premium, dass sie deutlich mehr sein möchte als ein einfacher Schrittzähler. Die Uhr zeichnet während des Trainings unter anderem Distanz, Tempo, Geschwindigkeit, Herzfrequenz und Kalorienverbrauch auf. Über das integrierte GPS lässt sich die Laufstrecke anschließend nachvollziehen. Insgesamt stehen mehr als 170 Sportmodi zur Verfügung, wobei der Schwerpunkt der Laufanalyse auf verschiedenen speziellen Laufmetriken liegt.

Laufplan
Foto: Privat/TVmovie

GPS: Schnell auf der Strecke?

Für Läufer:innen ist vor allem die GPS-Funktion interessant. Die Active 3 Premium unterstützt fünf Satellitenpositionierungssysteme und kann damit die zurückgelegte Strecke, das Tempo und die Position während des Trainings erfassen.

Das entsprechende Training kannst du einfach auf der Uhr auswählen und bei Bedarf auch Einstellungen über Alarme vornehmen. Ein Pluspunkt ist auch die Navigation, bei der eine Wunschdistanz eingegeben wird und die Uhr dann Strecken ermittelt. Gerade wer im Urlaub oder in unbekannten Gebieten läuft, kann hiervon profitieren. Wichtig ist allerdings, dass du die Karten vorab in der App herunterlädst, um auf die Navigation zugreifen zu können. Das reine Aufzeichnen von Trainings funktioniert natürlich auch so.

Während des Laufens zeigt die Uhr die wichtigsten Werte direkt auf dem Display an. Je nach gewählter Trainingsansicht lassen sich beispielsweise aktuelles Tempo, Distanz, Herzfrequenz oder vergangene Trainingszeit ablesen.

Das funktioniert einwandfrei und die Daten sind auch in Bewegung gut ablesbar. Standardmäßig ist beim Training das Display gesperrt und muss durch mehrmaliges Tippen aktiviert werden. Die Durchsage kommt dabei direkt aus den Lautsprechern der Uhr, ist aber wirklich gut zu verstehen. Eine Kopplung mit Kopfhörern ist aber auch möglich und im Zweifel auch meine favorisierte Variante.

Herzfrequenz und Laufanalyse

Neben der Strecke gehört die Herzfrequenz zu den wichtigsten Trainingsdaten. Die Active 3 Premium misst sie während des Laufs kontinuierlich und kann die Werte in unterschiedlichen Herzfrequenzzonen darstellen. So lässt sich beispielsweise nachvollziehen, wie lange man in einer bestimmten Belastungsintensität unterwegs war. Zone2-Training lässt grüßen.

Grundsätzlich funktioniert die Messung auch zuverlässig. Klar ist ein Brustgurt immer genauer, aber gerade für Einsteiger:innen ist die Messung am Handgelenk eine gute Option und funktioniert auch hier zuverlässig.

Darüber hinaus bietet die Uhr weitere Messwerte wie VO₂ Max, Laufleistung, Schrittfrequenz, Schrittlänge, Bodenkontaktzeit und vertikale Bewegung.

Training
Während des Laufs bietet die Uhr eine gute Übersicht über dein aktuelles Training Foto: Privat/TVmovie

Zepp Coach: Training nach Plan

Wer nicht einfach nur seine Läufe aufzeichnen möchte, bekommt mit Zepp Coach zusätzliche Unterstützung. Das System kann auf Basis persönlicher Angaben und Trainingsziele individuelle Trainingspläne erstellen. Ich persönlich bin großer Fan von vorgegebenen Trainings, die aktuelle Messwerte und Ziele berücksichtigen, denn sie sorgen für Abwechslung und helfen, auf Ziele hinzuarbeiten. Wer es noch strukturierter mag, der kann externe Apps wie Runna ebenfalls mit der Uhr verbinden.

Nach dem Lauf: Was verrät die Auswertung?

Nach dem Training zeigt die Uhr eine Zusammenfassung der wichtigsten Daten. Noch ausführlicher fällt die Analyse in der Zepp-App aus. Dort lassen sich vergangene Läufe miteinander vergleichen und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum verfolgen.

Hilfreich ist hier vor allem die Kombination verschiedener Werte: Neben Distanz und Tempo lässt sich nachvollziehen, wie sich die Herzfrequenz während des Laufs entwickelt hat und wie hoch die Trainingsbelastung ausfiel.

Fazit zur Amazfit Active 3 Premium

Ich muss sagen, dass ich von der Amazfit Active 3 Premium positiv überrascht bin. Für einen wirklich günstigen Preis bekommt man hier eine hochwertige Trainingsuhr, die nicht nur angenehm zu tragen ist und zuverlässig Daten liefert, sondern auch schick aussieht und weniger klobig daherkommt als die Konkurrenz. Wer eine gute Uhr zu einem fairen Preis sucht, der ist hier auf jeden Fall richtig.

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