Aus Romeo wird Marty McFly

„Zurück in die Zukunft – Das Musical“: Keine Zeit für Netflix – Interview mit Raphael Groß

Zuletzt war er noch als Romeo in „& Julia“ auf der Bühne zu sehen, doch jetzt besteigt Raphael Groß den DeLorean. Wir haben mit dem Hauptdarsteller aus „Zurück in die Zukunft – Das Musical“ gesprochen.

Raphael Groß und Jan Kersjes vor dem Adelphi Theatre in London.
Für „Zurück in die Zukunft – Das Musical“ wird Raphael Groß zu Marty McFly. Foto: Morris Mac Matzen / Stage Entertainment

Die „Zukunft“ aus dem „Zurück in die Zukunft“-Universum liegt mittlerweile auch schon knapp zehn Jahre zurück, doch die Science-Fiction-Trilogie ist auch heutzutage noch zeitlos und begeistert eine ganz neue Generation.

Zu dieser gehört auch Raphael Groß, der sich für die Rolle von Marty McFly im „Zurück in die Zukunft“-Musical beworben hat, ohne den Film überhaupt jemals gesehen zu haben. Das hat sich inzwischen geändert, und nun fühlt sich der 29-Jährige bereit für seine bisher größte Rolle.

Im Rahmen der Cast-Bekanntgabe im November 2025 haben wir mit Raphael Groß über neue Herausforderungen und seine Pläne mit der ikonischen Rolle gesprochen.

TV Movie: Du hast vorhin erzählt, dass du den Film „Zurück in die Zukunft“ erst kürzlich zum ersten Mal gesehen hast. Wie kommt es dann dazu, dass man sich für so ein Projekt und so eine Rolle bewirbt? Verbindet man etwas mit dieser Franchise, selbst wenn man den Film vorher noch nicht gesehen hat?

Raphael Groß: Also, ich habe mit „Back to the Future“ eigentlich gar nicht so viel zu tun gehabt. Natürlich wusste ich, dass es ein ikonischer Film ist und ein großer Teil der Popkultur war. Und „The Power of Love“ und den DeLorean kenne ich natürlich auch.

Aber tatsächlich war es so, dass ich die Ausschreibung gesehen habe und mir gesagt wurde: „Hey, du musst dich als Marty bewerben!“ Dann habe ich mir den Film angesehen und dachte: „Krass, ich glaube, das passt zu mir!“ Und jetzt bin ich auch in der „Back to the Future“-Family.

TV Movie: Caden Brauch, der Londoner Darsteller von Marty McFly, hat dir den Tipp gegeben: Geh rechtzeitig auf die Toilette, du hast während der Show keine Pausen. Das ist aktuell in „& Julia“ natürlich ganz anders. Gerade im ersten Akt bist du ja kaum auf der Bühne. Was machst du da hinter den Kulissen, damit du nicht völlig aus der Rolle kommst?

Raphael Groß: Ja, das ist wirklich gar nicht so einfach. Man denkt vielleicht: „Ah, dann geht man erstmal chillen.“ Und natürlich stehe ich zu der Zeit nicht auf der Bühne. Aber ich sage immer, das ist ein bisschen wie bei einem Rennpferd, das in seiner Box darauf wartet, loszurennen.

Und da ist es manchmal gar nicht so einfach, die Energie auf dem Niveau zu halten, dass man eben auf den Punkt da loslegen kann. Ich kann dann nicht einfach hinter der Bühne Netflix schauen. Und bei Marty McFly wird die Herausforderung sein, irgendwie die Energie zu halten. Ich denke, beide Rollen sind auf ihre Art herausfordernd.

TV Movie: Du hast die Londoner Version des „Zurück in die Zukunft“-Musicals jetzt noch einmal mit dem Wissen gesehen, dass du bald als Marty auf der Bühne stehst. Gab es bestimmte Szenen oder Situationen, in denen du dich gefragt hast: „Mal gucken, ob ich das so hinkriege?“

Raphael Groß: Ja, ich durfte die Show im Sommer schon einmal sehen und habe großen Respekt vor dieser Aufgabe. Aber ich glaube, Angst ist keine Option, immerhin hat Marty McFly auch keine Angst.

TV Movie: Fans der Filme verbinden natürlich Michael J. Fox mit der Rolle des Marty McFly. Hast du dir schon irgendwelche Eigenheiten von Fox abgeschaut, die du in deine Darstellung der Rolle einfließen lassen willst?

Raphael Groß: Ich glaube, das wird während der Proben in enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur und mit [Autor] Bob Gale ganz von allein passieren. Dann schauen wir, was sind die ikonischsten Momente von Michael J. Fox, die ganz wichtig sind und es unbedingt auf die Bühne schaffen müssen.

Und dann gibt es natürlich die Szenen, die neu sind, oder Songs, die neu geschrieben wurden, wo ich dann noch ein bisschen mehr Raphi mit reinbringen kann.

TV Movie: Mit „Zurück in die Zukunft“ wird ein Film zum Musical, was in den letzten Jahren auffällig oft geschieht. Gibt es irgendeinen Film, vielleicht einen Lieblingsfilm von dir, bei dem du denkst, dass er wirklich gut als Musical funktionieren würde?

Raphael Groß: Gute Frage. „The Notebook“ [„Wie ein einziger Tag“] vermutlich. Allerdings bin ich in dem Fall tatsächlich durch das Musical auf den Film gestoßen, den kannte ich vorher noch gar nicht. Erst später, nachdem ich mich mit der Musik der Show beschäftigt habe, habe ich ihn dann gesehen.

Aber andersrum würde mir gerade kein Titel einfallen, mittlerweile gibt es ja nichts, was es nicht gibt!

TV Movie: Vielen Dank für das Gespräch!

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