Weder Frauenfeindlichkeit noch Sexismus: Hella von Sinnen verteidigt Thomas Gottschalk
Die Entertainerin nimmt ihren TV-Kollegen in Schutz – und erklärt, warum ausgerechnet er im Mittelpunkt der Sexismus-Debatte steht.

In dem Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ wird Sexismus gegenüber Frauen im deutschen Unterhaltungsfernsehen der 1990er- und 2000er-Jahre beleuchtet. Einer der Hauptakteure der Debatte ist Thomas Gottschalk, dem im Rückblick auf seine Zeit als „Wetten, dass..?“-Moderator anzügliche Kommentare und unangemessener Körperkontakt mit weiblichen Gästen vorgeworfen werden.
Hella von Sinnen, selbst Teil der Doku, hat sich nun im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ positioniert – und überraschend verteidigende Worte für ihren Kollegen gefunden.
„Er hatte kein Regulativ“

Dass Gottschalk so stark im Fokus der Debatte steht, erklärt von Sinnen schlicht mit seiner damaligen Popularität: „Thomas Gottschalk war der Beliebteste. Und wir alle haben es ihm nachgesehen.“ Frauenfeindlichkeit oder Sexismus wolle sie ihm dabei ausdrücklich nicht unterstellen: „Er war all die Jahre mit seiner superstarken Thea zusammen.“
Vielmehr sieht sie das Problem in fehlenden Grenzen: „Thomas Gottschalk wollte nur spielen. Der wusste, dass er ein gut aussehender Charming Boy ist, und er hatte kein Regulativ.“ Beim ZDF habe ihm schlicht niemand nahegelegt, sein Verhalten zu überdenken.
Gottschalk selbst hat sich geäußert
Der Entertainer selbst war 2024 im „Spiegel“ mit den Vorwürfen konfrontiert worden und verteidigte sich: „Ich habe Frauen im TV rein dienstlich angefasst. Wie ein Schauspieler, der im Film küsst, weil es im Drehbuch steht. Das lasse ich mir nicht als Attacke vorwerfen.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass er sein damaliges Verhalten heute unterlassen würde: „Weil ich weiß, dass gewisse Dinge mittlerweile politisch inkorrekt sind, die es damals nicht waren.“
Dass von Sinnen für Gottschalk verständnisvolle Worte findet, bedeutet nicht, dass sie generell zurückhaltend ist. Im selben Interview äußerte sie sich auch zu Dieter Nuhr und dessen umstrittenen Aussagen über Femizide in der ARD-Sendung „Nuhr im Ersten XXL“ – und deutlich schärfer. Nuhrs Äußerungen bezeichnete sie als „Verniedlichung von Femiziden und Verleugnung dieses Frauenhasses“ und stellte öffentlich infrage, ob er seinen Job bei der ARD behalten werde.
Ein Kontrast, der zeigt: Von Sinnen unterscheidet sehr genau, wo sie Verständnis aufbringt und wo nicht.










