„Wuthering Heights“ – Sturmhöhe: So fundamental ändert der Film Brontës Geschichte
Emerald Fennells Verfilmung von „Wuthering Heights“ mit Margot Robbie und Jacob Elordi unterscheidet sich radikal vom Original. Wir zeigen die wichtigsten Abweichungen zum Buch und ihre Folgen für die berühmte Liebestragödie.
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- „Wuthering Heights“: Nur die halbe Story – und ein ganz neues Ende
- Catherine stirbt völlig anders – harter Bruch mit der Vorlage
- Brutalität und Romantik: Der neue Ton des Films „Wuthering Heights“
- Erzählerwechsel: Catherines Perspektive statt Nellys
- Das fehlt im Film – so viel passiert noch im Buch
- Emerald Fennells „Wuthering Heights“ ist neu und radikal
Emerald Fennells Neuinterpretation von Emily Brontës „Sturmhöhe“ („Wuthering Heights“) sorgt für Aufsehen: Mit Stars wie Margot Robbie und Jacob Elordi erzählt der neue Kinofilm ab dem 12. Februar die berühmte Geschichte über verbotene Liebe, Rache und Wahnsinn ganz anders, als viele Fans des literarischen Originals erwarten würden. Doch an welchen Stellen biegt die Verfilmung „Wuthering Heights“ – Sturmhöhe mit voller Absicht vom Buch ab – und warum lohnt sich für Leser:innen wie Kinogänger:innen der genaue Vergleich?
„Wuthering Heights“: Nur die halbe Story – und ein ganz neues Ende
Das Wichtigste zuerst: Emerald Fennell verfilmt in „Wuthering Heights“ lediglich die erste Hälfte des berühmten Romans – ein entschiedener Bruch mit der Vorlage. Viele bekannte Nebenfiguren und Handlungsstränge fehlen. So leben etwa Catherines Bruder Hindley und sein Sohn Hareton im Film gar nicht, während Catherines Vater Mr. Earnshaw eine größere Rolle einnimmt. Das verändert nicht nur die Dynamik, sondern auch die gesamte emotionale Tiefe der Geschichte.
Während im Roman das Drama nach Catherines Tod erst richtig Fahrt aufnimmt, bricht der Film genau an diesem Punkt ab. Leser:innen wissen: Im Buch dreht sich die zweite Hälfte noch Jahrzehnte weiter, geprägt von Heathcliffs unmäßiger Rachsucht, gequälten Generationen und einem düsteren Erbe.

Catherine stirbt völlig anders – harter Bruch mit der Vorlage
Eine der deutlichsten Veränderungen findet sich im Tod der Protagonistin. Im Film erleidet Catherine bereits vor ihrem eigentlichen Tod eine Fehlgeburt und stirbt schließlich an einer Sepsis – also an einer Blutvergiftung. Das ist eine entscheidende Änderung: Im Buch stirbt Catherine bei der Geburt. Ihre Tochter Cathy Linton kommt lebendig auf die Welt. In der Romanvorlage lebt Cathy nach dem Tod ihrer Mutter weiter und steht bald im Zentrum der restlichen Handlung.
Damit nimmt sich Fennells Film die Freiheit, die Geschichte anders und radikaler zu beenden: Nach Catherines Tod ist Schluss – der nachfolgende Generationskonflikt und die spätere Hoffnung auf Versöhnung fehlen komplett.
Brutalität und Romantik: Der neue Ton des Films „Wuthering Heights“
Obwohl der Trailer und das Marketing eine leidenschaftliche Liebesgeschichte versprechen, bleibt Fennells „Wuthering Heights“ ein gnadenloses Drama. Nicht nur die expliziten Gewaltszenen – von Erhängungen bis hin zu Auspeitschungen – machen den Film oft schwer verdaulich für empfindliche Zuschauer:innen. Die Wirkung wird durch die schonungslose Bildsprache unterstrichen, die den Umgang mit Leid und Unterdrückung unverblümt zeigt. Der Wechsel zu intim-romantischen Szenen gelingt nicht immer stimmig.
Dennoch setzt Fennell bewusst gegensätzliche Akzente: Die leidenschaftliche Chemie zwischen Margot Robbie und Jacob Elordi gibt der tragischen Liebe von Catherine und Heathcliff viel Raum – mehr als im Roman selbst, wo Gefühle oft nur angedeutet werden. Statt der im Buch dominierenden tragischen Distanz, können Zuschauer:innen im Film direkt miterleben, wie sich Leidenschaft und Verzweiflung abwechseln. Dennoch bleibt klar: Schon Brontë schrieb keine klassische Lovestory, sondern eine finstere Tragödie – und das spiegelt auch die Filmversion wider.

Erzählerwechsel: Catherines Perspektive statt Nellys
Ein weiteres Novum: Im Roman „Sturmhöhe“ wird die Handlung aus Sicht der Haushälterin Nelly erzählt – alles geschieht durch ihre subjektive Brille. Im Film dagegen erleben die Zuschauer:innen die Ereignisse überwiegend durch Catherines Augen. Das macht nicht nur viele Szenen deutlich direkter, es entlarvt auch die Unzuverlässigkeit der Romanerzählerin und gibt Catherine eine bisher unbekannte Tiefe.

Das fehlt im Film – so viel passiert noch im Buch
Wer nur den Film kennt, verpasst das komplexe Schicksal der zweiten Generation: Im Roman wachsen Cathy Linton und Hareton Earnshaw unter Heathcliffs Rachsucht auf, und erst das gemeinsame Überwinden von Hass und Leid bringt am Ende Hoffnung auf Versöhnung. Die Filmversion hingegen bleibt konsequent düster. Im Film endet die Geschichte nach Catherines Tod. Im Buch folgen noch weitere Jahrzehnte. Damit fehlt nicht nur ein entscheidender Teil des Originals, sondern auch das zarte Licht der Hoffnung, das Brontë am Ende ihrer düsteren Geschichte aufleuchten lässt.
Emerald Fennells „Wuthering Heights“ ist neu und radikal
Ob Hardcore-Fan oder Neuling: Der neue „Wuthering Heights“-Film weicht mutig vom beliebten Literaturklassiker ab und schafft so eine eigene Version von Catherines und Heathcliffs tragischem Schicksal. Wer die Vorlage kennt, entdeckt zahlreiche kreative Abweichungen – manche regen zum Nachdenken an, andere werden durchaus kontrovers diskutiert. Für Literatur- und Filmfans lohnt sich ein genauer Blick in beide Welten!











