Wie ist es, Alexander Skarsgård einen Blowjob zu geben? Interview mit Alexander Skarsgård und Harry Melling zu „Pillion“
In „Pillion“ hatten sie Sex ohne Ende – jetzt stellen uns Alexander Skarsgård und Harry Melling im TVMovie-Interview Rede und Antwort …

Alexander Skarsgård und Harry Melling spielen in „Pillion“ so lustvoll und verletzlich wie noch nie. Doch wie ist das eigentlich, wenn man ans Set geht und plötzlich spielen muss, einen Blowjob zu geben? Oder was geht einem durch den Kopf, wenn man in Unterwäsche auf einem Motorrad sitzt? Und die wohl wichtigste Frage von allen: Zeigt Alexander Skarsgård dem Publikum seinem echten Penis?
Von Penissen und anderen langen Objekten: Womit sich Harry Melling und Alexander Skarsgård herumschlagen mussten
Jonas Kretzer, TVMovie: Wenn ich wohl mit einer eher expliziteren Frage anfangen dürfte: Es gab in unserer Redaktion einige Diskussionen bezüglich der berühmt-berüchtigten Blowjob-Szene. Ist das dein Penis, den man dort sieht?
Alexander Skarsgård: Ein Magier verrät seine Geheimnisse nicht.
Harry Melling: Filmmagie.
Kretzer: Alles klar …
Harry Melling: Schau, wie enttäuscht er ist.
Kretzer: Harry, vielleicht kannst du diese Enttäuschung lindern. Im Film trägst du über einen langen Zeitraum ein dickes Schloss um deinen Hals: War dieses sehr schwer?
Harry Melling: Ich erinnere mich an einen Drehtag kurz vor Drehschluss, an dem wir draußen in Bramley Szenen gedreht haben, in denen wir (Alexander Skarsgård und ich) durch die Massen gelaufen sind. Und die Kette schlug beim Laufen die ganze Zeit gegen meine Brust – vor allem das sehr schwere Schloss. Am Ende des Tages dachte ich mir: „Wow, meine Brust tut ganz schön weh“, und jemand sagte dann, dass das an der Kette liegen müsse.
Kretzer: Aber hast du am Ende blaue Flecken oder andere Verletzungen davongetragen?
Harry Melling: Nein, nein. So weit ging das nicht.
Ist „Pillion“ eine Liebesgeschichte? – und andere große Fragen
Kretzer: Wo wir gerade bei verletzlichen Themen sind: Nehmt ihr „Pillion“ als eine Liebesgeschichte wahr? Denn dieses Thema wurde ebenfalls sehr viel in unserer Redaktion diskutiert.
Alexander Skarsgård: Ich glaube, dass das davon abhängig ist, wie man Liebe definiert. Colin sieht das sicherlich fundamental anders als Ray, der die Disney-Version von Liebe gar nicht leiden kann. Wir wollten das Publikum in die Beziehung zwischen den beiden einladen und ihnen die Möglichkeit geben, sich ihr eigenes Bild davon zu machen.
Gleichzeitig mussten wir aber auch den Eindruck vermitteln, dass die beiden eine Zukunft haben könnten, denn wenn Ray Colin nur schlecht behandeln würde, dann hätten wir es mit einem Film zu tun, der nicht funktioniert. Aber die ambivalente Art, die der Film mitbringt, ist für uns der genau richtige Weg gewesen.
Harry Melling: Ich sehe den Film viel eher durch Colins Augen, und deswegen ist das für mich sehr eine Geschichte über die erste große Liebe. In der Hinsicht war es für mich auch eine sehr romantische Erfahrung, Colin zu spielen – wenn auch sehr unkonventionell.
Kretzer: Seid ihr aber glücklich mit dem Ende von „Pillion“ oder hättet ihr ein anderes präferiert?
Alexander Skarsgård: Ohne zu viel zu verraten: Ich liebe es. Ich finde, dass es sehr dem einer Romcom ähnelt, aber gleichzeitig sehr melancholisch und offen endet. Man wird zwar mit etwas Hoffnung zurückgelassen, aber gleichzeitig sind wir auch nicht zu tränenreißerisch oder sentimental.
Harry Melling: Meiner Meinung nach ist das Ende sehr komplex und nicht wirklich eindeutig. Und ich glaube, dass das sehr realistisch ist, wenn man bedenkt, wie viele Liebesgeschichten heutzutage enden.
Relevante Sex-Szenen und sadistische Offenbarungen
Kretzer: Alex, nach „The Moment“ ist spätestens bekannt, dass du sehr viel komödiantisches Talent mitbringst: Wie ist der Kontrast, einen solch ernsten und stoischen Charakter wie Ray zu spielen? Kommt man sich da nicht gemein vor? Und hast du dich jemals davon eingeschüchtert gefühlt, Harry?
Alexander Skarsgård: Ich bin ein Sadist, deswegen habe ich das sehr genossen.
Kretzer: Method Acting, sozusagen.
Alexander Skarsgård: Ja, definitiv. Ich musste mich nicht allzu sehr anstrengen.
Harry Melling: Und ich bin einfach ein submissiver Mensch (lacht).
Kretzer: Dann kannst du mir ja sicher verraten, was für ein Gefühl das ist, wenn man ans Set kommt und plötzlich eine hitzige Sexszene oder einen Blowjob filmen muss. Ist das ein seltsames Gefühl oder seid ihr beide schon lange genug in der Branche tätig, dass ihr euch denkt: „Ja, das ist ein ganz normaler Dienstag für mich“?
Alexander Skarsgård: Nein, all die Sexszenen sind wunderschön geschrieben und ein integraler Bestandteil der Geschichte. Du kannst eine Coming-of-Age-Geschichte nicht erzählen, ohne solche Themen anzufassen. All das ist für Colins Reise relevant. Auf den ersten Blick sieht man zwar nur einen Blowjob, das erste Mal und den ersten Orgasmus, aber auf den zweiten Blick passiert in diesen Szenen so viel mehr als bloßer Sex.
Wenn man zum Beispiel die Orgie betrachtet, passiert so viel zwischen Colin und dem anderen Pillion. Sie sind eifersüchtig aufeinander und enttäuscht, dann sind sie in Ekstase. Solche Szenen sind total aufregend – und sie würden sich nur seltsam anfühlen, wenn sie nicht in den Film gehören würden.
Harry Melling: Ein Freund hat neulich etwas sehr Interessantes zu mir gesagt: Wenn man die Sexszenen aus dem Film herausnehmen würde, hätte man es mit einem Film zu tun, der gar nicht funktioniert. Da fällt auf, dass die Szenen sehr wichtig für die Geschichte sind – sowohl für Colins als auch für Rays Entwicklung. Diese Momente sind nicht isoliert, sondern vielmehr ein wichtiger Schritt darin, diese Charaktere zu erforschen.
Harry Melling fährt nahezu nackt Motorrad
Kretzer: Und bevor ihr „Pillion“ gedreht habt, hattet ihr da schon Erfahrung mit Motorrädern oder seid ihr sogar schon mal selbst eins gefahren?
Alexander Skarsgård: Ja, ich bin in Los Angeles gefahren.
Harry Melling: Ich musste für diesen Film tatsächlich lernen, Motorrad zu fahren. Dafür habe ich sogar extra mein CBT hier in England gemacht. Das ist eine Art Test, den du absolvieren musst, um einen Übungsführerschein zu bekommen. Gleichzeitig bin ich aber auch zum ersten Mal Pillion (Beifahrer auf einem Motorrad) gewesen.
Kretzer: Aber bist du jetzt angefixt oder willst du nie wieder ein Motorrad anfassen?
Harry Melling: Vielleicht ist das etwas seltsam, aber ich fand es schlimmer, Pillion zu sein, als selbst Motorrad zu fahren.
Alexander Skarsgård: Gilt das auch, wenn du nur in Unterwäsche Motorrad fahren musst (lacht)?
Harry Melling: Das mache ich doch eh schon jedes Wochenende, Baby.









