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„Resonance: A Plague Tale Legacy“ angespielt: Asobo macht plötzlich „Uncharted“

Mit „Resonance: A Plague Tale Legacy“ schlägt Asobo Studio einen überraschend anderen Weg ein. Statt Schleichen, Ratten und Überlebenskampf setzt das Prequel auf Schwertkämpfe, Rätsel und große Abenteuer-Inszenierung. Das ist kein „A Plague Tale 3“, sondern etwas völlig Eigenständiges.

Sophia stellt sich mehreren Kriegern in den Weg in Resonance
Trotz „A Plague Tale“-DNA: Das Prequel unterscheidet sich deutlich von den beiden Vorgängern. Foto: Asobo Studios

Die ersten Minuten von „Resonance: A Plague Tale Legacy“ fühlen sich vertraut an. Die düstere Atmosphäre ist da. Die geheimnisvolle Insel ebenso. Und doch wird schnell klar: Dieses Spiel will etwas anderes sein als „Innocence“ und „Requiem“. Das zeigt sich bereits in den ersten Kämpfen.

Statt Gegner zu umgehen oder unbemerkt auszuschalten, zieht Sophia das Schwert und greift aktiv an, weicht aus oder muss im letzten Moment parieren. Das neue Kampfsystem stellt Nahkämpfe klar in den Mittelpunkt und sorgt für ein deutlich höheres Tempo als in den Vorgängern.

Nach meiner rund zweistündigen Anspielsession drängt sich daher ein Vergleich immer wieder auf: „Resonance“ erinnert stellenweise stärker an „Uncharted: The Lost Legacy“ oder die modernen „Tomb Raider“-Spiele als an die bisherigen „A Plague Tale“-Titel. Und genau das ist offenbar kein Zufall.

Warum Asobo die Formel komplett verändert

Sophia, die Protagonistin von Resonance ist hinter einer Maske zu sehen
Sophia ist die neue Protagonistin von „Resonance: A Plague Tale Legacy“ Foto: Asobo Studios

Im Gespräch mit TV Movie erklärte Senior Producer Eric Chort, dass das Team nach „Requiem“ bewusst Abstand von Amicia und Hugo nehmen wollte.

Emotional waren wir erschöpft“, erzählt Chort. Die Entwicklung der bisherigen Geschichte sei für das Team sehr intensiv gewesen. Man habe viel von sich selbst in die Figuren investiert und deshalb entschieden, zunächst eine Pause von dieser Erzählung einzulegen.

Gleichzeitig stellte sich für das Studio die Frage, wie die Reihe weiterentwickelt werden könne. „Wir wollten uns erneut herausfordern“, sagt Chort. Nach dem Fokus auf Stealth und Storytelling in den ersten beiden Spielen habe das Team nach dem nächsten Entwicklungsschritt gesucht.

Dabei fielen intern offenbar immer wieder dieselben Namen: „Uncharted“ und „Tomb Raider“. „Wir haben uns gefragt: Können wir ein stärkeres Action-Adventure machen?“ Die Antwort darauf heißt nun „Resonance“.

Hier seht ihr den Trailer zum Spiel:

Video Platzhalter
Video: Asobo Studios

Sophia statt Amicia: Die perfekte Hauptfigur für den Neuanfang

Dass Sophia zur Hauptfigur werden würde, sei laut Chort erstaunlich schnell entschieden gewesen. Bereits in „A Plague Tale: Requiem“ sei die Figur bei der Community sehr beliebt gewesen. Gleichzeitig habe sie eine interessante Hintergrundgeschichte mitgebracht.

„In Requiem erfährt man, dass Sophia Gewalt eigentlich hinter sich lassen möchte“, erklärt Chort. Für das Team war genau dieser Widerspruch spannend. Wenn Sophia Gewalt ablehnt, muss es in ihrer Vergangenheit Ereignisse gegeben haben, die sie zu dieser Haltung gebracht haben.

Da Asobo gleichzeitig mehr Action ins Gameplay integrieren wollte, habe sich Sophia nahezu automatisch als Hauptfigur angeboten.

Die Insel des Minotaurus wird zum riesigen Abenteuerspielplatz

Die Insel des Minotaurus in Resonance: A Plague Tale Legacy
Die Insel des Minotaurus ist der heimliche Star des neuen Spiels. Foto: Asobo Studios

Die von uns gespielte Sequenz stammt aus dem vierten Kapitel des Spiels. Gemeinsam mit ihrer Begleiterin Leni erreicht Sophia die geheimnisvolle Insel des Minotaurus nahe Kreta. Doch die beiden sind nicht allein. Soldaten landen auf der Insel und setzen die Heldinnen zunehmend unter Druck.

Immer wieder kommt es zu größeren Kämpfen gegen mehrere Gegner gleichzeitig. Besonders bei größeren Gruppen entsteht schnell das Gefühl, ständig in Bewegung bleiben zu müssen.

Das Kampfsystem funktioniert dabei angenehm direkt. Gegnerische Angriffe lassen sich parieren oder durch Ausweichmanöver umgehen. Vor allem gegen Elitegegner werden Timing und Reaktionsvermögen wichtig. Noch spannender fand ich allerdings die eigentliche Struktur der Mission, die uns tief in die Geheimnisse der Insel führte.

Überraschend viele Rätsel erinnern an „Tomb Raider“

Wer erwartet, dass „Resonance“ ausschließlich auf Kämpfe setzt, dürfte überrascht werden. Zwischen den Action-Sequenzen warten immer wieder Rätselabschnitte. Versteckte Symbole müssen gefunden, Mechanismen aktiviert und Schalter korrekt kombiniert werden. Genau hier fühlte sich das Spiel während meiner Anspielzeit häufig wie eines der Abenteuer-Spiele an, die mittlerweile viel zu selten auf den Markt kommen. Das letzte Mal hat mich „Indiana Jones und der Große Kreis“ genau damit begeistert.

Die Rätsel erinnern stärker an „Uncharted“ oder „Tomb Raider“ als an klassische „A Plague Tale“-Passagen. Gleichzeitig lockern sie das Tempo auf und sorgen für einen angenehmen Rhythmus zwischen Story und Action. Auf Erkundung, wie bspw. in den Semi-Open-World-Abschnitten von „A Plague Tale: Requiem“ verzichtet „Resonance“ bisher komplett: Das Spiel war zumindest in den Passagen, die wir anzocken durften, sehr linear.

Visionen, Prüfungen und der Mythos des Minotaurus

Auch die Geschichte scheint diesmal deutlich stärker mit antiker Mythologie zu spielen. Während der Anspiel-Fassung erlebt Sophia mehrere Visionen. Ein geheimnisvolles Auge taucht auf, der Minotaurus erscheint und Realität sowie Legende beginnen zunehmend miteinander zu verschmelzen.

Besonders eindrucksvoll war eine Sequenz während des sogenannten „Second Trial“. Hier wechselte das Spiel zeitweise die Perspektive und ließ uns in die Rolle eines Kriegers schlüpfen. Die Vergangenheit scheint dabei direkten Einfluss auf die Gegenwart zu nehmen.

Vieles deutet darauf hin, dass „Resonance“ die Verbindung zwischen der Macula, den bekannten Ereignissen der Reihe und deutlich älteren Mythen erforschen wird.

Große Setpieces und beeindruckende Atmosphäre

Optisch hinterließ „Resonance“ bereits einen hervorragenden Eindruck. Die Insel wirkt riesig, geheimnisvoll und voller Geschichte. Die Inszenierung und das Art Design sind bewusst bombastisch gewählt. Immer wieder nutzt Asobo gewaltige Bauwerke, spektakuläre Ausblicke und cineastische Momente, um die Reise eindrucksvoll in Szene zu setzen.

Die Atmosphäre gehört schon jetzt zu den größten Stärken des Spiels. Gerade die Mischung aus antiker Mythologie, düsterem Abenteuer und den bekannten Themen der Reihe erzeugt einen ganz eigenen Reiz.

Unsere ehrlichen Eindrücke zu „Resonance: A Plague Tale Legacy“

Nach zwei Stunden bleibt vor allem ein Eindruck zurück: Asobo hat den Mut, die eigene Erfolgsformel aufzubrechen. „Resonance: A Plague Tale Legacy“ fühlt sich nicht wie ein weiteres Kapitel derselben Geschichte an. Stattdessen nutzt das Studio die bekannte Welt, um ein deutlich actionreicheres Abenteuer zu erzählen.

Die Kämpfe funktionieren, die Rätsel sorgen für Abwechslung und die mystische Geschichte rund um die Insel des Minotaurus macht neugierig auf mehr. Vor allem Fans von „Uncharted“ und „Tomb Raider“ sollten dieses Spiel im Auge behalten.

Ob das Experiment bis zum Ende aufgeht, wird sich erst zum Release zeigen. „Resonance: A Plague Tale Legacy“ erscheint am 27. August 2026 für PS5, Xbox Series X|S und PC.