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„Tod am Rennsteig – Haus der Toten“: Basiert der ARD-Krimi auf einer wahren Geschichte?

„Tod am Rennsteig – Haus der Toten“ wirkt erschreckend echt. Doch beruht der ARD-Krimi wirklich auf einer wahren Geschichte?

Das Ermittler-Duo Kawig-Schuster (Bernhard Conrad und Kristin Suckow).
Das Ermittler-Duo Kawig-Schuster (Bernhard Conrad und Kristin Suckow). Foto: MDR/ARD Degeto/Oliver Feist

Mit „Tod am Rennsteig – Haus der Toten“ setzte die ARD ihre neue Krimireihe im Frühjahr 2025 fort und sorgte bei vielen Zuschauer:innen für Gänsehaut. Der Fall um einen brutalen Vierfachmord, Verbindungen zur kalabrischen Mafia und eine traumatisierte Jugendliche wirkt so authentisch, dass sich schnell eine Frage stellt: Beruht der Film auf einer wahren Begebenheit?

Darum geht es in „Tod am Rennsteig – Haus der Toten“

Der zweite Film der ARD-Reihe beginnt mit einem schockierenden Verbrechen: In einer Villa im Thüringer Wald werden vier Menschen erschossen. Nur die 16-jährige Rebecca überlebt das Massaker, weil sie sich in einem Panikraum versteckt.

Für Fallanalytiker Jan Kawig und Kriminalpsychologin Annett Schuster beginnt damit ein komplexer Fall, der sie tief in die Welt der 'Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, führt. Schnell geraten Geldwäsche und organisierte Kriminalität in den Fokus der Ermittlungen. Doch je weiter die Ermittler:innen vordringen, desto deutlicher wird: Die Wahrheit ist weit komplizierter als zunächst angenommen.

Ist „Tod am Rennsteig – Haus der Toten“ eine wahre Geschichte?

Die kurze Antwort lautet: Nein. Die Handlung von „Tod am Rennsteig – Haus der Toten“ ist frei erfunden und basiert nicht auf einem konkreten realen Kriminalfall. Weder der Vierfachmord noch die Figuren oder die Ereignisse haben ein historisches Vorbild.

Dennoch wirkt der Film ungewöhnlich realistisch. Das liegt vor allem daran, dass das Drehbuch zahlreiche Elemente aufgreift, die tatsächlich aus der Ermittlungsarbeit deutscher Strafverfolgungsbehörden bekannt sind.

Die Mafia im Film hat einen realen Hintergrund

Besonders die Darstellung der 'Ndrangheta ist keineswegs aus der Luft gegriffen. Die kalabrische Mafia zählt seit Jahren zu den mächtigsten kriminellen Organisationen Europas und ist nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden auch in Deutschland aktiv. Illegale Geschäfte wie Geldwäsche oder die Nutzung scheinbar legaler Unternehmen als Tarnung gehören zu den Methoden, die Ermittlungsbehörden der Organisation immer wieder zuschreiben. Der Krimi greift diese bekannten Strukturen auf und verarbeitet sie zu einer fiktiven Geschichte.

Auch die Arbeit derOperativen Fallanalyse (OFA) orientiert sich an realen kriminalistischen Methoden. Fallanalytiker:innen und Kriminalpsycholog:innen unterstützen in Deutschland tatsächlich komplexe Mordermittlungen, indem sie Täterprofile erstellen und Tatabläufe rekonstruieren.

Authentische Drehorte sorgen für zusätzliche Spannung

Zur glaubwürdigen Atmosphäre trägt außerdem die Wahl der Drehorte bei. Gedreht wurde unter anderem in Bad Liebenstein, Erfurt, Witterda und im Thüringer Wald. Als Schauplatz des Verbrechens diente die denkmalgeschützte Villa Feodora in Bad Liebenstein. Weitere Szenen entstanden unter anderem an der Krämerbrücke, der Severikirche, im Erfurter Krematorium sowie im Restaurant Kromer’s, das im Film als italienisches Lokal „Bella Ciao“ zu sehen ist.

Das Finale überrascht mit einer unerwarteten Wendung

Wie viele gute Krimis lebt auch „Tod am Rennsteig – Haus der Toten“ davon, Erwartungen bewusst zu unterlaufen. Während die Ermittlungen zunächst die organisierte Kriminalität in den Mittelpunkt stellen, entwickelt sich der Fall schließlich in eine völlig andere Richtung. Erst nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen und führen zu einer Auflösung, die viele Zuschauer:innen überraschen dürfte ...

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