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Odenthal, Thiel, Boerne, Eisner & Co.

Nicht so gut wie der „Tatort“ heute: Die schlechtesten „Tatort“-Folgen aller Zeiten

Qualität und der „Tatort“ gehen nicht immer Hand in Hand. Um das zu beweisen, haben wir dir die schlechtesten Fälle überhaupt herausgesucht …

Jan Josef Liefers rennt in einem Hawaii-Hemd vor einem Auto weg.
Schlechter als die Polizei erlaubt: Das ist der absolute Bodensatz des „Tatort“-Kosmos. Foto: MDR/WDR/Bavaria Fiction GmbH/Thomas Kost

Auch wenn der „Tatort“ weiterhin Deutschlands liebste Krimireihe im TV ist, gab es in der Historie der ARD-Reihe doch schon einige Episoden, die manch einer oder manch eine am liebsten vergessen würde. Dennoch überwiegt die Neugier, weshalb wir die wohl schlechtesten „Tatort“-Fälle überhaupt zusammengesucht haben.

„Tatort“-Ermittler Rolter und Zorowski: „Ein Hauch von Hollywood“ (1998)

„Ein Hauch von Hollywood“ ist bis heute der „Tatort“ mit der niedrigsten Einschaltquote überhaupt – und das im Jahr 1998, der Hochzeit des Fernsehens. Doch die ARD schien schon vermutet zu haben, dass diese Krimi-Parodie keinen großen Anklang finden würde. Ergo schob man den Fall mit den Berliner Ermittlern Rolter (Winfried Glatzeder) und Zorowski (Robinson Reichel) auf einen Sendeplatz am Montag um 23 Uhr. Das Ergebnis: 1,1 Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen sowie vernichtende Kritiken.

Abgesehen von schlechter Bildqualität war es aber vor allem die Geschichte, die nicht überzeugen konnte. Ein erfolgreicher deutscher Schauspieler möchte bei den Filmfestspielen seinen neuesten Film präsentieren. Doch auf einer Pressekonferenz bedroht ein anderer Mann ihn mit einem Messer. Der Schauspieler verschwindet, und Rolter und Zorowski müssen die Ermittlungen aufnehmen … und aus dem Fall wird eine Krimi-Parodie, die sich wenig Beliebtheit erfreute.

„Tatort“-Ermittler Odenthal und Kopper: „Fette Krieger“ (2001)

Nicht nur 2026 versucht der „Tatort“ krampfhaft modern zu sein, sondern auch im Jahr 2001. Denn in Ludwigshafen nahm man sich eines Themas an, das mehr oder minder in den „Tatort“ passt – Hip-Hop.

Der Rapper MC Fett ist von einem Dach gestürzt, kurz nachdem er bekannt gegeben hat, das Rap-Duo „Fette Krieger“ zu verlassen. Odenthal (Ulrike Folkerts) und Kopper (Andreas Hoppe) beginnen zu ermitteln und sehen sich Themen wie dem eigenen Ruf oder Geldgeilheit gegenüber. Das Ergebnis dieses sehr modern wirken wollenden „Tatort“ ist ein Drehbuch, das vom Regisseur noch einmal umgeschrieben wurde. Immerhin in einer Sache zeigte man sich mutig und modern: Odenthal – und somit auch Ulrike Folkerts – küsst eine Frau.

„Tatort“-Ermittler Flückiger: „Wunschdenken“ (2011)

Lange bevor Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Ott (Carol Schuler) in der Schweiz ermittelten, gab es Ermittler Flückiger (Stefan Gubser). Doch sein erster Fall „Wunschdenken“ erfreute sich keiner großen Beliebtheit.

Klassisches Szenario: Flückiger und seine Partnerin aus Amerika, Lanning (Sofia Milos), befinden sich in einem Wettlauf gegen die Zeit, nachdem eine Leiche in der Reuss auftaucht und ein Politiker entführt wird.

Aber diese Ausgangslage war nicht unbedingt das Problem. Viel eher war es Sofia Milos, die vor allem für ihre Arbeit an „CSI: Miami“ bekannt ist. Klischeehaft, wie das deutsche Fernsehen manchmal ist, wurden Milos nervige englische One-Liner in den Mund gelegt, und eine wirkliche Chemie mit Flückiger kaufte man ihrer Figur leider auch nicht ab. Dazu wurde dieser Fall mehrfach abgeändert, da es nicht nur an der Qualität mangelte, sondern auch Politik ein zentrales Problem darstellte.

„Tatort“-Ermittler Lürsen und Stedefreund: „Ordnung im Lot“ (2012)

Und augenscheinlich waren die Fälle aus Bremen nicht nur heute, sondern auch schon damals ein Garant für schlechte Sonntagabendunterhaltung. Prinzipiell ist „Ordnung im Lot“ ein „Tatort“, der vieles mitbringt, was heutzutage vielen Fällen vorgeworfen wird.

Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) ermitteln im Mordfall eines Tankstellenwarts, dem in den Kopf geschossen wurde. Es gibt zwar eine Zeugin, aber wie so häufig auch ein Problem: Besagte Zeugin ist psychisch krank und redet in den Augen der Ermittelnden eher wirres Zeug.

Genauso wirr schien auch der „Tatort“ für viele gewesen zu sein, denn dem Fall wurde vor allem vorgeworfen, sehr bemüht komplex und generell langweilig zu sein. Ein Vorwurf, der mittlerweile mindestens auf ein Drittel der meisten Fälle einer „Tatort“-Saison zutrifft.

„Tatort“-Ermittler Ritter und Stark: „Dinge, die noch zu tun sind“ (2012)

Ein zweites Mal ein schlechter Fall aus Berlin: Ritter (Dominic Raacke) und Stark (Boris Aljinovic) ermitteln gegen eine Droge, die den Namen „Heaven“ trägt. Der Hersteller ebenjener Droge wird tot in seiner Wohnung aufgefunden, und nun liegt es an den beiden Ermittlern herauszufinden, warum der Hersteller überhaupt umgebracht wurde …

„Dinge, die noch zu tun sind“ unterliegt einem Problem, das ein Produkt seiner Zeit ist: Themenwochen. Denn Anfang der 2010er hatte die ARD große Freude daran, Programmwochen nach bestimmten Themen zu gestalten. Das Resultat dieser Themenwochen waren auch einige „Tatort“-Fälle, die dem Überthema untergeordnet sind und dementsprechend ihre Geschichte anpassen müssen – perfektes Beispiel: „Dinge, die noch zu tun sind“.

„Tatort“-Ermittler Thiel und Boerne: „Propheteus“ (2022)

Auch Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) haben den ein oder anderen Stinker hervorgebracht. Aber „Propheteus“ aus Münster schien dem Fass die Krone aufzusetzen.

Terroralarm in München: Thiel und Boerne werden von einem Mann mit Sprenggürtel als Geiseln genommen und geraten dabei in die Welt der Schwurbler und Verschwörungstheoretiker. Denn laut dem Selbstmordattentäter sollen demnächst außerirdische Reptiloiden angreifen. Als wäre das nicht genug, treten auch noch zwei Verfassungsschutz-Agenten auf den Plan, die Boerne beschuldigen, der Kopf einer Verschwörungsgruppe zu sein.

Klamauk – das war das Wort, das „Propheteus“ am meisten vorgeworfen wurde. Ein durchaus verständlicher Vorwurf, denn in Münster war man noch alberner als sonst. Neben dem geschmacklosen Hawaii-Hemd, das Jan Josef Liefers tragen muss, waren es vor allem die beiden Verfassungsschutz-Agenten, die eine klare „Men in Black“-Hommage waren und wohl die Geduld vieler Zuschauenden strapazierten.

„Tatort“-Ermittler Eisner und Fellner: „Wir sind nicht zu fassen!“ (2025)

Selbst das Wiener Duo Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) ist nicht vor Fehltritten sicher – denn kaum ein Fall war so moralisch eklig und fehlgeleitet wie „Wir sind nicht zu fassen!“.

Etliche Demonstrationen in Wien, und bei einer nicht angemeldeten Demo im Regierungsviertel kommt es schlussendlich zu einem Todesfall. Es wird vermutet, dass der junge Student durch Polizeigewalt gestorben ist, was Eisner und Fellner dazu veranlasst, die Ermittlungen zu starten. Prompt finden sie sich zwischen antidemokratischen Staatsfeinden und korrupten Polizisten wieder …

Das Problem in „Wir sind nicht zu fassen!“ war die Ausrichtung. Nicht, dass der Fall großartig politisch gewesen wäre, aber die gesamte Zeit wurde mal mehr und mal weniger unterschwellig gegen junge Menschen geschossen. Alle Feindbilder in diesem „Tatort“ waren junge Personen, während die rechtschaffenen, alteingesessenen Herrschaften der Polizei stets Rücksicht auf ihre Umwelt nehmen und darauf achten, politisch korrekt zu sein – eine klare Schere zu dem, was in der echten Welt passiert.

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