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"Liebe, Jetzt!" auf ZDFNeo: Lea Zoe Voss über Dating in Corona-Zeiten

Hinter Weihnachten steht bei vielen noch immer ein dickes Fragezeichen. Wie wird das Fest der Liebe in Zeiten wie diesen aussehen? Das ZDF-Neo-Original „Liebe, Jetzt!“ zeigt erneut sechs Kurzgeschichten, die genau diese Thematik auf herzerwärmender Weise aufgreifen.

"Liebe.Jetzt!"- Interview mit Lea Zoe Voss
Lucy (Lea Zoe Voss) und Max (Leonard Scheicher) treffen in der Fortsetzung von "Liebe,Jetzt!" endlich persönlich aufeinander/ Foto: Bild: ZDF

Im ersten Teil von „Liebe, Jetzt!“ geht es in einer Folge um die Geschichte von Max und Lucy. Diese lernen sich online während des Lockdowns kennen und verlieben sich. In der Fortsetzung treffen die beiden das erste Mal persönlich aufeinander. Wir haben mit der Lucy-Darstellerin Lea Zoe Voss über Dating und Weihnachten während der Pandemie gesprochen.

TV Movie Online: Bei “Liebe, jetzt!” spielst du in der Kurzgeschichte die Lucy. Worauf können wir uns in der Fortsetzung freuen?

Lea Zoe Voss: "Es passiert etwas, womit der Zuschauer nicht rechnet. Es ist, wie auch in der ersten Staffel sehr gut gelungen, diese eine wirklich unangenehme Situation darzustellen. Man kann als Zuschauer sehr gut nachempfinden, wie die Charaktere sich in dem Moment fühlen, wie schnell es eben zwischen Menschen zu Missverständnissen kommt, und wie wichtig Kommunikation ist."

Kanntest du deinen Schauspielkollegen Leonard Scheicher schon vorher?

Voss: "Nein, ich habe ihn nach einem Zoom-Meeting erst beim Dreh während des ersten Lockdowns kennengelernt. Ich fand es aber irgendwie komisch, gleich an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Also habe ich ihn gefragt, ob wir mal spazieren gehen wollen, um uns näher kennenzulernen."

War das dann auch so eine komische Situation wie in eurer Folge?

Voss: "Nein, gar nicht. Leonard ist absolut sympathisch, und wir haben uns direkt gut verstanden. Es macht viel Freude mit ihm zu drehen. In der neuen Folge stehen wir uns dann ja auch schließlich in Person gegenüber. Der Dreh war total schön. Zurück zu den komischen Situationen: Im Allgemeinen bin ich ein Mensch, der keine Ängste davor hat, jemanden kennenzulernen. Ich gehe da sehr offen auf andere zu. Das gibt dem Gegenüber dann ein gutes Gefühl, und dadurch war ich selten in Situationen, in denen es komisch oder unangenehm war."

Lucy lernt Max während Corona kennen, kann ihn aber nicht persönlich treffen. Ist Dating während Corona so schwierig?

Voss: "Eigentlich finde ich den Gedanken ganz schön, nicht direkt beim ersten Treffen in den Club oder was trinken gehen zu können, sondern sich eher irgendwo einen Kaffee zu holen und spazieren zu gehen. So lernt man sich auf eine andere, romantische Art und Weise kennen. Es gibt keine Ablenkung. Man konzentriert sich auf einander."

Also ist Corona keine Einschränkung für dich in Sachen Dating?

Voss: "Nein, das würde ich nicht sagen. Selbst wenn man sich online kennenlernt, kann man sich treffen - erstmal draußen mit Abstand, wenn beide sicher kein Corona haben auch Zuhause. Da fühle ich mich nicht eingeschränkt."

Eigentlich ist es bei Online-Dating oder auch in Fernbeziehungen nicht unüblich, sich erst nach einer Zeit persönlich zu treffen. Was war das Problem bei Lucy und Max?

Voss: "Lucy und Max waren beide extrem aufgeregt, sich zu treffen. Sie  haben sich über Monate nur über Facetime kennengelernt. Das aber trotz, oder gerade wegen der räumlichen Distanz auf eine sehr intime Art und Weise. Die beiden konnten über alles reden und waren wie Seelenverwandte. Aber sich dann persönlich gegenüber zu stehen, ist eben doch etwas ganz anderes: Er macht die Tür auf, und sie steht da. Egal, wie vertraut man vorher miteinander war, ist das etwas ganz Neues. Das spürt man sehr stark bei den beiden. Es hat sich eine neue Welt aufgetan, und beide mussten erstmal lernen, mit diesem neuen Gefühl umzugehen."

Was hätten Lucy und Max besser machen können, um diese unangenehme Situation zu umgehen?

Voss: "Ich finde, die beiden haben das Beste draus gemacht. Aber sie hätten offener miteinander über diese neue Situation reden müssen. Da hätte einer von beiden die Karten auf den Tisch legen müssen: 'Ich bin gerade total aufgeregt, es ist komisch. Ich kann nicht einschätzen, wie es in dir aussieht.' Leider waren aber beide nicht mutig genug, sich zusammenzureißen und sich zu erinnern, dass sie doch schon so offen miteinander geredet haben."

Am Ende wird es vorerst ein Happy End geben. Ist denn eine weitere Fortsetzung in Planung?

Voss: "Ich würde es mir wünschen. Die Geschichte von Max und Lucy ist so süß, hier könnte man noch zehn Folgen drehen. Wir ziehen zusammen, heiraten, kriegen ein Kind, einer geht fremd - da gäbe es noch eine Menge, was passieren könnte."

Die ganze Serie spielt in der Weihnachtszeit. Hast du selber Angst vor der diesjährigen Weihnachtszeit?

Voss: "Ich habe eine sehr große Familie. Wir sehen uns immer nur zwei Mal im Jahr, einmal im Sommer und einmal zu Weihnachten. Das ist immer super schön, und ich liebe es, Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. Das geht dieses Jahr leider absolut nicht. Es gibt ein paar Risiko-Familienmitglieder, die will ich natürlich schützen."

Es ist ja leider nicht nur die Zeit mit der Familie, sondern auch Traditionen, wie Weihnachtsmärkte, die ausfallen. Wie wirst du die Weihnachtszeit erleben?

Voss: "Ich bin ein Mensch, der grundsätzlich versucht, optimistisch zu denken, zu handeln und das Beste aus jeder Situation zu machen. Ich werde die Situation so nehmen, wie sie nun mal ist. Es ist schade, 2020 nicht nicht mit meinen Liebsten über den Weihnachtsmarkt schlendern zu dürfen, das macht mich auch traurig."

Du redest von der Zeit mit deinen Liebsten. Das ist für viele die Bedeutung von Weihnachten. Wie verbreitest du deine Liebe und Weihnachtsstimmung, ohne deine Liebsten in den Arm nehmen zu können?

Voss: "Wir telefonieren oder chatten viel. Im engen Kreis kann man ja einiges draußen zusammen erleben. Dann macht man sich zuhause einen Tee und setzt sich auf eine Bank in den Park. Oder trifft die beste Freundin zuhause und backt mit ihr etwas. Was jetzt ganz wichtig ist gegen den Kummer: Dass man sich Zeit für schöne Dinge nimmt. Zum Beispiel sich ein Bad mit duftendem Aroma einlassen oder ein Buch lesen. Ich glaube, man sollte einfach auch auf sich selbst achten, und es sich so schön wie möglich machen. Ich habe mir vorgenommen, mir wirklich ruhige Weihnachtstage zu machen und mich auf die kleinen Dinge zu besinnen."

Interview und Text: Johanna Brandt

Die Serie „Liebe, Jetzt!“ wird am Sonntag den 29.11.2020 in der ZDF-Mediathek zu sehen sein. Außerdem laufen alle sechs Folgen am 1.Dezember um 23:15 Uhr am Stück auf ZDFNeo.

 



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