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F1 22 Test: So gut ist die diesjährige Edition des Rennspiels!

Komplett überarbeitete Fahrphysik, VR-Support & Co.: F1 22 mag zwar mit Features punkten, die die Rennspielreihe auf ein neues Niveau heben, doch fühlt sich manchmal trotzdem wie ein Rückschritt an.

F1 22
F1 22 im Test: So gut gefällt uns die diesjährige Edition der Rennspiel-Franchise von Codemasters wirklich Foto: EA / Codemasters

F1 22 markiert definitiv eine der größten Revolutionen in der Geschichte der Rennspielserie, was in erster Linie aber gar nicht mal direkt an Entwickler Codemasters selbst liegt, sondern vor allem von externen Faktoren angetrieben wird: Durch das veränderte technische Regelwerk in der neuen Formel 1-Saison wurde die komplette  Aerodynamik der Rennboliden überarbeitet, was letztendlich auf dem Papier zu deutlich mehr Überholmanövern führen soll. Die F1-Fahrzeuge sind nun deutlich schwerer, statt mit 13-Zoll- nun mit 18-Zoll-Reifen unterwegs und weisen dadurch bedingt eben auch eine deutlich andere Optik auf. Doch die Veränderungen sind nicht nur optischer Natur, sondern beeinflussen das Handling der Formel 1-Fahrzeuge auch massiv, was vor allem F1-Rennspielveteranen bemerken dürften: Die F1-Boliden fahren sich durch die veränderten aerodynamischen Prinzipien einfach deutlich anders als bei F1 21, auch wenn man sich nach kurzer Eingewöhnungszeit schnell daran gewöhnt, dass bspw. deutlich mehr Grip in Kurven vorhanden ist, sich die schweren Boliden aber auch teilweise etwas "direkter" und kompromissloser lenken lassen.

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Video: EA/Codemasters

Wie schon in den Jahren zuvor leistet Codemasters beim Fahrgefühl der flotten Boliden hervorragende Arbeit: Generell ist es schon ein Markenzeichen der Reihe sowohl Veteranen als auch Neueinsteiger*innen mit sehr viel zuschaltbaren Fahrhilfen abzuholen und auch in diesem Jahr ist das nicht anders. Verändert haben sich allerdings ein paar andere Dinge: Natürlich ist wie gewohnt der beliebte Karrieremodus an Bord, der für uns definitiv das Herzstück der Reihe ist. Hier dürfen sich Fans natürlich u.a. auf den Strecken-Neuzugang aus Miami freuen: Generell wirkt das Geschehen auf der Rennpiste und daneben noch einmal einen Ticken ausgefeilter als sonst. Die brandneue adaptive KI unserer virtuellen Konkurrenten ist uns ehrlich gesagt weder positiv noch negativ aufgefallen: Teilweise reagieren die gegnerischen Fahrer auf Überholmanöver immer noch sehr aggressiv, doch große Unterschiede zum Vorjahr lassen sich ehrlich gesagt nicht feststellen. Doch insgesamt lässt sich meist der passende Schwierigkeitsgrad schnell finden. Mit dabei ist auch eine Rückspulfunktion, die auch schon aus anderen Rennspielen bestens bekannt sein sollte: Wenn das Überholmanöver gegen Max Verstappen dann doch mal in die Hose geht, lässt sich das Geschehen kurzerhand zurückspulen, um den richtigen Bremspunkt beim zweiten Versuch dann doch zu finden.

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Auch spannend:

Fehlender Story-Modus schmerzt | F1 Life als Story Hub wirkt noch sehr bieder

F1 22 Miami In-Car
Aus dem Cockpit auf dem brandneuen Miami-Kurs in F1 22 Foto: Codemasters / EA

Im letzten Jahr waren wir vom Story Modus von F1 21 tatsächlich relativ angetan: Nicht wegen der eher mäßigen Story und den teils peinlich klischeehaften Zwischensequenzen, sondern vor allem wegen den abwechslungsreichen Herausforderungen und Rennpassagen, die uns in unterschiedlichen Rennszenarien immer wieder gepusht haben. Leider fehlt der Story-Modus in diesem Jahr, wie Codemasters bereits im Vorfeld verlautbaren ließ. Stattdessen findet das brandneue Spieler-Hub F1 Life seinen Einzug in die F1-Franchise und wir sind davon, ehrlich gesagt, nur wenig begeistert. Die Idee ein eigenes Zuhause mit Trophäen, Möbeln, Klamotten usw. auszustatten, mag bei Spielen wie „Forza Horizon“ durchaus seinen Sinn haben, wirkt hier aber nur aufgeklatscht und undurchdacht. Gerade auch, weil aktuell kaum Items vorhanden sind, um dem Player-Hub wirklich einen individuellen Touch zu verpassen. Dass der zwar nicht teure (ca. 8,99 Euro), aber dennoch notwendige Podium Pass da frischen Input bringt, ist zwar wahrscheinlich, aber hinterlässt bei uns dennoch einen etwas bitteren Beigeschmack für ein Vollpreis-Spiel.

Die aktuell wohl interessanteste Neuerung bei F1 Life sind die brandneuen Supercars, die ihr entweder in ganz normalen Zeitwettbewerben oder in knapp 40 Pirelli Hot Laps-Herausforderungen steuern könnt. Insgesamt zehn Fahrzeuge stehen euch zur Verfügung, darunter natürlich auch die berühmt-berüchtigten Safety Cars. Tatsächlich verhalten sich die Supercars deutlich anders als die F1-Boliden und die Hot Laps-Challenges motivieren durchaus, doch das eher langwierige Freispielen per Marken und das mögliche Mikrotransaktionsszenario zum Freischalten aller Supercars hat uns dann doch wieder etwas abgestoßen. Leider konnten wir den VR-Modus von F1 22 aufgrund fehlender Hardware nicht testen. Sollten wir dies in den kommenden Wochen/Monaten noch nachholen, dann ergänzen wir es natürlich in unserem Test.

F1 2022: Präsentation auf PC und PS5 | Tech-Check

F1 22 Supercar Baku
Ein Supercar in F1 22 Foto: EA / Codemasters

Wir haben F1 22 sowohl auf PC und PlayStation 5 getestet. Grundsätzlich haben uns beide Fassungen überzeugt, auch wenn sich die visuellen Upgrades zum Vorjahr in Grenzen halten. Auf PlayStation 5 werden zwei Modi angeboten: Einen Quality- und Performance-Modus. Im Performance-Modus sind bis zu 120 FPS bei einer maximalen Auflösung von 1440p drin. Im Quality Modus läuft F1 22 blitzsauber mit 60 Bildern pro Sekunde auf PlayStation 5 und kann auch mit netten Features wie einer soliden DualSense-Implementierung punkten, die euch Korps genauso spüren lässt wie Schotter usw.

Die getestete PC-Fassung basierte noch nicht auf dem finalen Day-1-Patch, weshalb wichtige Features wie bspw. DLSS nicht freigeschaltet waren. Dafür können sich PC-Spieler*innen über volle RayTracing-Unterstützung freuen, die auf den Konsolen zumindest in den Rennen fehlt. Performancetechnisch läuft F1 22 absolut solide: Auf unserem High-End-Rechner mit i9-12900K, NVIDIA Geforce RTX 3090, 16 GB DDR4-Ram mit 3200 MHz und einer schnellen NVME-Festplatte konnten wir fast durchgängig, trotz Ultra-Raytracing-Einstellungen auf WQHD-Auflösung, mit knapp 100 Bildern pro Sekunde spielen. DLSS war, wie bereits erwähnt, noch nicht verfügbar. Wir werden den Tech-Check nach Release noch einmal mit weiteren Benchmarks ergänzen.

Fazit zu F1 22

Ein Platz vor, ein Platz zurück: So in etwas könnte man F1 22 zusammenfassen. Dass sich Codemasters in diesem Jahr sehr viel Mühe gemacht hat, die neuen aerodynamischen Gegebenheiten möglichst realitätsnah umzusetzen, ist löblich. Vom Fahrgefühl her haben wir auch dieses Jahr tatsächlich nur wenig auszusetzen. Dass sich im Karrieremodus nicht viel tut, ist noch einigermaßen vernachlässigbar, doch der Tausch vom durchaus gelungenen Story-Modus „Drive to Survive“ zum absolut-biederen (und möglicherweise bald von Mikrotransaktionen durchtränkten) Spieler-Hub ist leider eher ein Rück- als ein Fortschritt. Immerhin gibt es diesmal einen VR-Modus an Bord und auch technisch präsentiert sich F1 22 mehr als solide. Für Fans und Formel 1-Enthusiasten führt dieses Jahr aufgrund der vielen fahrtechnischen Änderungen kaum ein Weg an F1 22 vorbei, doch für die kommende Ausgabe der F1-Franchise wünschen wir uns wieder mehr Risiko und Mut für Spielmodi und das Drumherum.

F1 22 ist ab dem 01. Juli für auf Xbox Series X|S, PlayStation5, Xbox One, PlayStation 4 und PC über Steam und Origin erhältlich. Den Feature-Trailer zum Spiel seht ihr hier:

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Video: gaming

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