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Gaming

"Gran Turismo 7" | PS5 | Test: Zwischen Nostalgie, Autoliebe und Hipster-Simulator!

Mit "Gran Turismo 7" wird die legendäre Rennspielsimulationsreihe auf PS4 und PS5 endlich fortgesetzt. Ob das Rennspiel die hohen Erwartungen erfüllen kann, verraten wir im Test.

Gran Turismo 7
Gran Turismo 7 im Test: So gut schneidet die Rennspielsimulation für PlayStation 5 und PlayStation 4 ab! Foto: Sony PlayStation

"Schönen guten Tag! ich hätte gerne einen Espresso Lamborghini to go. Ach ne, warten sie mal, vielleicht doch lieber einen Latte Toyota?" Wer jetzt denkt, dass mir nach ausgiebigen Sessions mit "Gran Turismo 7" endgültig die Zündkerzen durchgebrannt sind, wird vielleicht eines Besseren belehrt, wenn er bzw. sie die ersten Runden in "Gran Turismo 7" zurücklegt bzw. seinen/ihre ersten Abstecher ins Rennspiel-Café macht. Das ist nämlich das neue Herzstück der "Gran Turismo 7"-Kampagne und zeugt auch ein bisschen davon, dass die alterwürdige Rennspiel-Reihe von Polyphony Digital natürlich auch etwas auf Neuzeit getrimmt werden musste und trotzdem ihre alten Stärken beibehalten wollte. Ob das letztendlich gelungen ist, verraten wir in den kommenden Abschnitten.

"Gran Turismo 7": Zwischen Café-Lektionen und ganz viel Autoliebe

Gran Turismo 7
Der Detailgrad der Fahrzeuge ist atemberaubend! Foto: Sony PlayStation

Na gut, dann doch noch einen Abstecher ins Café: Im Grunde ist der brandneue Ort auf der "Gran Turismo 7"-Weltkarte sozusagen das zentrale Hub und der Ausgangspunkt der Kampagne. Im Café bekommt ihr von einem hipstrigen Erzähler, der mich teilweise an die üblichen „Erklärbären“ aus vielen Nintendo-Titeln erinnert hat, nicht nur viele Infos über die Autogeschichte vermittelt, sondern immer wieder eine kleine Speisekarte mit Aufgaben, die euer hungriges Boliden-Herz stillen sollen: So sammelt ihr in unterschiedlichen Wettbewerben neue Autos, die meist nach Ländern bzw. Fahrzeugtypen sortiert sind und könnt nach erfolgreicher Absolvierung eurer „Quest“-Speisekarte eben jene Autos als Teil eures Fuhrparks begrüßen. Immer wieder tingelt ihr also zwischen Weltkarte und unterschiedlichen Fahrwettbewerben, den „Gran Turismo“-typischen Lizenzabschnitten, einer Werkstatt, einem Gebrauchtwagenhändler sowie einem Autosalon hin und her und landet dann mit einer gewissen Regelmäßigkeit wieder im Café, um euch neue Aufträge abzuholen.

Zugegebenermaßen ist das anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und manchmal wegen dieser gewollten Hipstrigkeit auch etwas cringy, aber letztendlich eine doch charmante und clevere Lösung, die „Gran Turismo 7“-Kampagne sinnvoll zu gliedern und zu strukturieren. Letztendlich spürt man in der Präsentation, den historischen Ausschnitten und den Erklärungen zur gigantischen Fahrzeuggeschichte vor allem jede Menge Liebe und Nostalgie zu den wunderschönen Boliden, die für Polyphony Digital natürlich in jeder Hinsicht das absolute Herzstück sind. Natürlich fehlt da manchmal etwas die „Leichtigkeit“, mit der bspw. Playground in der „Forza Horizon 5“-Reihe die Spieler*innen abholt und quasi direkt in die brillante Rennspielwelt versetzt, dennoch hat uns die Aufmachung der „Gran Turismo 7“-Kampagne insgesamt gefallen, weil sie die Liebe und Faszination an den Autos einfach wunderbar einfängt und deutlich Lust auf mehr macht.

Gran Turismo 7: Großer Fuhrpark, tolle Strecken und eine brillante Fahrphysik

Gran Turismo 7 GT500
Die Streckenvielfalt ist beachtlich! Foto: Sony PlayStation

Lust auf „mehr“ macht "Gran Turismo 7" natürlich vor allem auf den zahlreichen virtuellen Pisten, die uns die Entwickler*innen hier servieren: Das Renngeschehen fühlt sich für „Gran Turismo“-Veteranen blitzschnell sehr gewohnt an, was ich wirklich als Kompliment meine. Keine andere Rennspiel-Reihe hat so viel Wiedererkennungswert, was besonders an der eigentlich fast perfekt getroffenen Fahrphysik liegt, die seit jeher das Markenzeichen der Reihe ist. Fast jeder, der zahlreichen Boliden, steuert und „fühlt“ sich auf der Strecke unterschiedlich an: Dank unzähliger Tuning-Optionen haben auch kleinere Veränderungen eures Lieblingsfahrzeugs einen sicht- und spürbaren Effekt auf der Rennstrecke. Genauso natürlich auch unterschiedliche Fahrbahnbelege im Generellen usw.

Insgesamt macht es deshalb auch einen Riesenspaß sich durch den 424 Fahrzeuge großen Fuhrpark „durchzufahren“ bzw. seine Schätzchen in der virtuellen Garage zu parken, sie zu hegen und zu pflegen. Der typische Gameplay-Loop, der sich auch schon in den vergangenen Gran Turismo-Hauptablegern etabliert hat, entfaltet auch diesmal seine Sogwirkung. Ganz nostalgisch wird es übrigens auch ein bisschen bei der Auswahl der Pisten: Insgesamt 34 unterschiedliche Strecken gibt es in „Gran Turismo 7“, die es mit verschiedenen Streckensetups auf insgesamt 97 Variationen schaffen. Dabei dürfen sich Veteranen natürlich auf einige Lieblinge der GT-Historie wie „Trial Mountain“ oder „Deep Forest“ freuen, aber natürlich auch einige Neuzugänge. Wie eines der letzten GT-Videos von Sony PlayStation gezeigt hat, sind die Strecken den realen Vorbildern teilweise 1:1 nachempfunden, was für Rennsportaffine GT-Fans natürlich ein besonderes Schmankerl darstellt. Als einen der wenigen Kritikpunkte haben wir lediglich das KI-Verhalten empfunden, da die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade nicht wirklich sinnvoll skalieren und es irgendwann tatsächlich etwas frustriert, das Feld gefühlt immer von hinten aufräumen zu müssen und vor allem im späteren Verlauf der Kampagne trotz guter Fahrt oft hinterherzuhinken.

Dass sich „Gran Turismo 7“ so fantastisch fährt, liegt natürlich auch an der Fahrphysik, aber zusätzlich auch am starken Renn-Feedback, das uns einmal mehr der großartige DualSense-Controller-Einsatz liefert: Bodenhaftung, das Fahren über Fahrbahnbegrenzungen usw. werden durch das haptische Feedback des Controllers fantastisch vermittelt und machen das Renngeschehen wirklich spürbar. Auch die adaptiven Trigger kommen beim Beschleunigen und Bremsen wirklich sehr sinnvoll zum Einsatz. Alleine dafür lohnt sich die PlayStation 5-Fassung des Spiels fast schon, auch unabhängig von den grafischen Upgrades, die die Konsole gegenüber den PS4-Fassungen bereithält.

Gran Turismo 7: Grafik und Präsentation mit viel Licht und wenig Schatten

Auch grafisch kann sich Gran Turismo 7 auf der PlayStation 5 definitiv sehen lassen, auch wenn es leider nicht ganz zum Status als Grafikhighlight gereicht hat, wie es sich vielleicht einige GT-Fans gewünscht haben. Doch zunächst einmal der Reihe nach: Auf der PlayStation 5 habt ihr die Auswahl zwischen einem Performance Modus und einem Ray Tracing-Modus. Letzterer ist vielleicht etwas verwirrend, da Ray Tracing lediglich in Wiederholungen, Menüs usw. genutzt wird, nicht während der eigentlichen Rennabschnitten. Wiederholungen werden im RT-Modus auf 30 FPS begrenzt und sehen dank der fantastischen Fahrzeugmodelle und dem Einsatz von Licht und Schatten wirklich hervorragend aus. Im Performance Modus wird hingegen konstant 60 FPS pro Sekunde angepeilt, was für ein Rennspiel natürlich wünschenswert ist: Hier können wir definitiv bestätigen, dass das Spiel die Framerate überwiegend stabil hält in nativer 4K-Auflösung. Leidglich bei Regenstrecken und viel Action auf dem Screen konnten wir vereinzelt ein paar Einbrüche der Bildwiederholrate feststellen. Größtenteils läuft GT7 in beiden Modi aber blitzsauber und stabil.

Großartig sehen vor allem die fantastischen Fahrzeug-Modelle aus, die hier wieder einmal mit einer unglaublichen Detailverliebtheit und Brillanz beeindrucken. Das ist im Grunde keine allzu große Überraschung beim Output von Polyphony Digital, doch man kann sich an den Autos wirklich kaum sattsehen. Genauso wenig wie an den tollen Wettereffekten, den detailgetreuen Interieurs der Fahrzeuge und dem realistischen Himmel, der wirklich grandios aussieht. Die Strecken fallen zwar realitätsnah aus, doch störendes Pop-In und eine generelle Statik der Szenerie (auch gerade was die Zuschauer*innen am Seitenrand angeht) gehören leider zu den Negativpunkten der grafischen Präsentation. Wir hatten uns von GT Sport zu GT7 auch einen etwas größeren grafischen Sprung erhofft, doch die Cross-Gen-Ausrichtung des neuesten Gran Turismo-Ablegers verhindert wohl leider eine noch beeindruckendere grafische Brillanz.

Fazit zu „Gran Turismo 7“

Born to be Great: Mit “Gran Turismo 7” bekommen Rennspiel-Fans endlich wieder einen brandneuen Hauptableger der legendären PlayStation-Franchise, der keineswegs enttäuscht: „Gran Turismo 7“ besticht mit seiner herausragenden Fahrphysik, der unglaublichen Detailverliebtheit und ist im Kern ein riesengroßer Liebesbrief an die Rennboliden, die im Mittelpunkt des Spiels stehen. Die "hipstrige" Ausrichtung der Kampagne ist zunächst zwar etwas gewöhnungsbedürftig, doch bietet eine sinnvolle Struktur für die zahlreichen Rennen und Wettkämpfe, die Fans viele Spielstunden lang beschäftigen werden. Das Gesamtpaket ist insgesamt hervoraggend, auch wenn ein paar kleinere Schwächen das exzellente Gesamtbild trüben: Die KI der Computer-Konkurrent*innen ist etwas enttäuschend und skaliert in den einzelnen Schwierigkeitsstufen nicht sonderlich gut. Die Präsentation ist insgesamt gut gelungen, aber wirkt dennoch manchmal etwas angestaubt und einen Tick zu statisch. Trotzdem haben uns die spannenden Rennen und die Jagd nach dem nächsten Gold-Titel wieder komplett in Beschlag genommen. Wer etwas mit simulationslastigen Rennspielen anfangen kann, kommt an Gran Turismo 7 definitiv nicht vorbei!

Auch spannend:

"Gran Turismo 7" erscheint am 04. März für PlayStation 4 und PlayStation 5.

Einen Gameplay-Eindruck des Spiels bekommt ihr hier:

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