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Mehr als nur Klappentext

„Der Buchspazierer“ heute im TV: Was kann die Romanverfilmung mit Christoph Maria Herbst?

„Der Buchspazierer“ ist heute erstmals im Free-TV zu sehen. Die Romanverfilmung mit Christoph Maria Herbst entführt in eine märchenhafte Welt und erzählt von der besonderen Freundschaft zweier Außenseiter. Aber reicht das aus?

Christoph Maria Herbst steht in einer rustikalen Buchhhandlung.
In „Der Buchspazierer“ verteilt Carl Kollhoff (Christoph Maria Herbst) Weltliteratur – doch reicht das für einen spannenden Film aus? Foto: ©Studiocanal/Wolfgang Ennenbach

Buchliebhaber und Liebhaberinnen dürfen sich heute auf einen besonderen Fernsehabend freuen: Das Erste zeigt „Der Buchspazierer“ erstmals im Free-TV und beendet damit das diesjährige ARD-Sommerkino. Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Carsten Henn, der 2020 veröffentlicht wurde und in 29 Länder verkauft wurde. 2024 kam die Geschichte mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle auf die große Leinwand.

Darum geht es in „Der Buchspazierer“

Im Mittelpunkt steht Carl Kollhoff (Christoph Maria Herbst), ein menschenscheuer und mürrischer Buchliebhaber. Sein Beruf ist zugleich seine große Leidenschaft: Er bringt bestellte Bücher persönlich zu den Menschen nach Hause. Für seine Stammkunden hat er Spitznamen aus der Weltliteratur, darunter Effi Briest, Pippi Langstrumpf, Herkules und Mister Darcy.

Sein Alltag gerät jedoch aus den Fugen, als die neunjährige Schascha (Yuna Bennett) auf ihn aufmerksam wird. Das Mädchen findet Gefallen an dem ungewöhnlichen Mann und begleitet ihn kurzerhand auf seinen Touren. Kollhoff ist davon zunächst alles andere als begeistert und möchte seine Ruhe haben. Doch Schascha lässt sich nicht so leicht abschütteln.

Schon bald stellt sich heraus, dass die beiden mehr gemeinsam haben, als zunächst gedacht. Ihre Liebe zu Büchern verbindet sie, gleichzeitig sind beide auf ihre eigene Art Außenseiter. Schascha bringt dabei nicht nur Kollhoff aus seiner Komfortzone, sondern gewinnt auch die Herzen seiner Kundschaft.

Doch dann droht Kollhoffs kleine Welt endgültig zusammenzubrechen: Sein Arbeitgeber will seinen besonderen Lieferservice wegrationalisieren. Gleichzeitig verbietet Schaschas Vater seiner Tochter den Kontakt zu dem Buchspazierer. Für Kollhoff beginnt damit eine schwierige Zeit, in der er sich immer weiter zurückzieht.

Christoph Maria Herbst als mürrischer Buchspazierer

Eine der größten Stärken des Films ist die Besetzung. Christoph Maria Herbst verkörpert den verbitterten und eigenbrötlerischen Carl Kollhoff mit viel Gefühl und verleiht der Figur trotz ihrer mürrischen Art eine sympathische Seite.

Dabei hatte Herbst selbst zunächst gar nicht damit gerechnet, dass der Roman verfilmt werden würde. Als er Carsten Henns Bestseller las, hielt er die Geschichte offenbar für unverfilmbar. Umso glücklicher dürfen Fans der Vorlage sein, dass er sich geirrt hat.

An seiner Seite überzeugt Yuna Bennett als Schascha. Mit ihrer kindlichen Neugier und Naivität bildet sie einen gelungenen Kontrast zu Herbsts verschlossenem Charakter. Die beiden Figuren bringen sich gegenseitig dazu, ihre gewohnten Grenzen zu verlassen.

Eine märchenhafte Welt für Bücherfans

Auch optisch setzt „Der Buchspazierer“ auf eine ganz eigene Atmosphäre. Regisseur und Kameramann Ngo The Chau entführt das Publikum in eine fast märchenhafte deutsche Kleinstadt. Verwinkelte Gassen, Kopfsteinpflaster und Marktstände mit nahezu perfekt aussehendem Obst und Gemüse prägen das Bild.

In dieser bewusst analogen Welt scheint die Zeit ein wenig stillzustehen. Autos spielen kaum eine Rolle und Bücher stehen im Mittelpunkt. Der Buchspazierer trägt seine Lieferungen noch selbst in einem Tornister-Rucksack von Tür zu Tür – sorgfältig verpackt und jeweils passend zu den persönlichen Vorlieben seiner Kunden ausgewählt.

Damit wird der Film zu einer Hommage an die Literatur und an die Bedeutung des Lesens. Zahlreiche Anspielungen auf bekannte Werke der Weltliteratur ziehen sich durch die Geschichte.

„Der Buchspazierer“ läuft heute Abend ab 20:15 Uhr in der ARD. Wer nicht bis dahin warten möchte, kann den Film bereits jetzt in der Mediathek oder im Abo auf Netflix abrufen.

Quellen
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