„East of Eden“ bei Netflix: Das ist der emotionale Hintergrund der neuen Serie
Die neue Mini-Serie „East of Eden“ setzt die berühmte Familien-Saga von John Steinbeck um. Dahinter steckt eine besondere Geschichte.

Am 1. Oktober ist bei Netflix eine besondere Miniserie gestartet: Zoe Kazan hat sich an den Literaturklassiker „East of Eden“ (Im Deutschen: „Jenseits von Eden“) gewagt und John Steinbecks Saga eine neuen Anstrich verpasst. Bei ihr steht Cathy, die vermeintliche Bösewichtin der Handlung, im Vordergrund. Sie wird gespielt von „Dune“-Star Florence Pugh. Doch das ist nicht das einzige Besondere an der Serie.
Die besondere Familiengeschichte hinter „East of Eden“
Für Zoe Kazan ist „East of Eden“ nicht irgendeine Neuverfilmung: Ihr Großvater Elia Kazan brachte John Steinbecks Roman bereits 1955 mit James Dean als Cal Trask ins Kino. Mehr als 70 Jahre später wollte seine Enkelin für Netflix jedoch ganz bewusst keine Neuauflage dieses Filmklassikers schaffen. „Der Film ist so wunderschön. Er ist unglaublich“, schwärmt sie im Gespräch mit „E! News“, betont aber zugleich: „Er unterscheidet sich sehr von dem, was ich hier machen wollte.“

Während Elia Kazans Film lediglich den letzten Teil des umfangreichen Romans aufgreift, erzählt die Netflix-Serie die Geschichte deutlich ausführlicher. Um sich von der berühmten Vorlage zu lösen, musste Kazan den Film ihres Großvaters während der Arbeit nach eigener Aussage sogar „aus meinem Kopf verbannen“. Auch Joseph Zada, der in der Serie Cal spielt, sollte ihn vor und während der Dreharbeiten bewusst nicht ansehen. Schließlich wurde dieselbe Rolle durch James Dean weltberühmt. „Ich dachte: ‚Lasst uns nicht zulassen, dass dieser Geist diese Produktion heimsucht‘“, erklärt Kazan. Erst auf dem Flug zu den Dreharbeiten nach Neuseeland schaute sie sich die Version ihres Großvaters noch einmal an – und war erleichtert: „Ich empfand eine enorme Erleichterung darüber, dass das, was ich machte, tatsächlich ganz anders war.“
So unterschiedlich sind Film und Serie
Tatsächlich gibt es entscheidende Unterschiede zwischen Film und Serie. Der Film konzentriert sich auf die Söhne Aron und Cal und ihrer komplizierten Beziehung zu ihrem Vater. Die Mutter Cathy kommt zwar vor, bildet aber nicht den Fokus. Zoe Kazan setzt mit ihrer Interpretation des Stoffes deutlich früher an. Sie zeigt, wie sich Vater Adam in Cathy verliebt und aus ihr die manipulative Frau und aus der Familie ein derart toxisches Umfeld werden konnte.
Als Teenager las sie „East of Eden“ zum ersten Mal, erzählt Zoe Kazan im Gespräch mit Netflix. Und vor allem über Cathy habe sie immer wieder viel nachgedacht. „Cathy ist wirklich die Figur, die mir im Gedächtnis geblieben ist, die ich immer bei mir hatte und über die ich nachgedacht habe. Es war mir sehr wichtig, mich beim Erkunden von Cathys Persönlichkeit streng an den Text des Buches zu halten. Ich wollte sicherstellen, dass sie eine echte Person und nicht nur ein Archetyp ist, und ich glaube, dafür musste ich ihre Figur eher entfalten als erfinden“, so der Hollywood-Star.
Wer hofft, dass die Geschichte über Staffel 1 hinaus weitererzählt wird, der wird allerdings enttäuscht: Bei „East of Eden“ handelt es sich um eine abgeschlossene Miniserie, eine zweite Staffel wird es also nicht geben.
„East of Eden“ zeigt einmal mehr: Die Streamingdienste setzen auf Buchverfilmungen – und in den kommenden Monaten kommt noch mehr!







