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„Es gab beschissene Tage“

Wayne Carpendale schlägt nach Trennung ernste Töne an: „Schwer zu ertragen oder zu privat“

Wayne Carpendale erzählt von einem persönlichen Wendepunkt und richtet sich an Menschen in Krisen. Dabei ist ihm eine Botschaft besonders wichtig.

Wayne Carpendale trägt eine schwarzen Oberteil vor einer blauen Wand mit weißen Schriftzügen.
Wayne Carpendale ist nach seiner Trennung für viele Menschen zu einer Art Ankerpunkt geworden. Dieser Rolle möchte er nun mit eine neuen Statement gerecht werden. Foto: IMAGO / APress

In seinen jüngsten Instagram-Reels führt Wayne Carpendale (49) Gespräche mit seinem Vergangenheits- oder Zukunfts-Ich. Mal blickt er zurück, mal lässt er sich von seiner älteren Version versichern, dass alles gut wird. Nach der öffentlich gewordenen Trennung von Annemarie Carpendale (48) bekommen diese Videos eine besondere Bedeutung: Anfang September bestätigten die beiden ihr Liebes-Aus nach fast 19 Jahren Beziehung.

In seinem neuen Reel sitzt Wayne allein vor der Kamera. Ohne inszenierten Gesprächspartner, dafür mit einer sehr persönlichen Geschichte. Gleich zu Beginn kündigt er an: „Das hier wird vielleicht mein ehrlichstes Reel bisher – und vielleicht wird’s für einige von euch schwer zu ertragen oder zu privat.“ Doch genauso deutlich stellt er klar: „Mir geht’s nicht schlecht, mir geht’s sehr gut.“

Wayne Carpendale erzählt von einem Tief- und Wendepunkt

Der Anlass für das Video sind Nachrichten seiner Follower:innen. Viele Menschen haben ihm in den vergangenen Tagen geschrieben, dass sie in einer Krise stecken und keinen Ausweg sehen. Weil er nicht allen persönlich antworten kann, erzählt Wayne, was ihm selbst geholfen hat. Eine allgemeingültige Lösung beansprucht er dabei ausdrücklich nicht.

Er erinnert sich an einen Abend vor einigen Monaten: Nachts steht er allein vor einem Hotel und raucht eine Zigarette – etwas, das er nach eigener Aussage fast nie tut. Nicht einmal diese habe er zu Ende geraucht. Was bleibt, ist ein Gedanke: „Ne, das ist nicht der Weg, den ich jetzt gehen möchte!“

Daraufhin nimmt er sich vor, eines Tages auf diese Zeit zurückzublicken und sagen zu können: „Ich bin daran gewachsen.“ Er will sich die schwierige Phase damit nicht schönreden. Stattdessen beginnt er, Entscheidungen daran zu messen, ob sie ihn dem Menschen näherbringen, der er künftig sein möchte.

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Nach der Trennung: Wayne Carpendale spricht über ehrliche Gespräche

Sport, bewusste Ernährung und Zeit allein gehören zu den Veränderungen, die Wayne beschreibt. Dazu kommen Anrufe bei alten Freunden und Gespräche, in denen er sich offener zeigt als zuvor. Dabei merkt er auch, wie schwer es manchmal sein kann, sich selbst auszuhalten.

Seinen Followerinnen und Followern vermittelt er deshalb keine Geschichte, in der plötzlich alles wieder leicht wird. Schlechte Tage gibt es weiterhin. Auch die Vorstellung, dass jeder Schmerz irgendwann einen Sinn ergeben müsse, weist er zurück: „Manche Dinge bleiben scheiße, manche Verluste werden nicht plötzlich sinnvoll, nur weil Zeit vergangen ist.“

Welche konkreten Erlebnisse hinter seinem persönlichen Rückblick stehen, führt Wayne nicht aus. Auch wenn das Reel nach der Bekanntgabe seiner Trennung erscheint, benennt er das Ehe-Aus darin nicht ausdrücklich als Ursache der geschilderten Phase. Dass die Zuschauer:innen es in diesen Kontext setzen, erscheint allerdings logisch.

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Wayne Carpendale richtet eine klare Bitte an die Presse

Besonders wichtig ist dem Schauspieler und Moderator, dass seine Worte im Zusammenhang bleiben. In der Instagram-Bildunterschrift schreibt er: „Mir geht’s gut, und dieses Video ist für die Menschen, denen es gerade nicht gut geht. Wer es aus dem Zusammenhang reißt, nimmt es genau ihnen weg.“

Seine Botschaft: Wer gerade nicht weiß, wie es weitergeht, muss nicht sofort den gesamten Weg kennen. Ein erster Schritt kann reichen. Und manchmal besteht dieser Schritt darin, anderen ehrlich zu sagen, dass man Hilfe braucht.

In seiner Bildunterschrift verweist Wayne außerdem auf Gesprächsangebote: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 in Deutschland, 142 in Österreich und 143 in der Schweiz – laut seinem Hinweis rund um die Uhr, anonym und kostenlos.

Hier liest du Wayne Carpendales komplettes Statement aus dem Video:

„Das hier wird vielleicht mein ehrlichstes Reel bisher – und vielleicht wird’s für einige von euch schwer zu ertragen oder zu privat. Vielleicht wünscht ihr euch einfach wieder was Lustiges von mir – das wird auch wiederkommen. Mir geht’s nicht schlecht, mir geht’s sehr gut. Aber ich hab‘ in den letzten Tagen so viele Nachrichten von Menschen bekommen, die in irgendeiner Form von Krise stecken und nicht wissen, wie sie da wieder rauskommen – so viele, dass ich gar nicht auf alle antworten kann. Deshalb mach ich dieses Reel. Nicht, weil ich weiß, wie man aus einer Krise wieder rauskommt und schon gar nicht, weil ich glaube, dass mein Weg der richtige ist. Ich kann euch nur erzählen, was mir geholfen hat:

Vor ein paar Monaten stand ich nachts vor einem Hotel und hab allein eine Zigarette geraucht – was ich eigentlich fast nie tue – und nicht mal die hab‘ ich zu Ende geraucht. Offenbar fehlte mir selbst für diese kleine Art von Selbstzerstörung die nötige Konsequenz. Aber ich weiß noch ziemlich genau, was ich in diesem Moment gedacht habe: ‚Ne, das ist nicht der Weg, den ich jetzt gehen möchte!‘ Und dann hab‘ ich mir was vorgenommen. Ich hab‘ mir gesagt, irgendwann werd‘ ich auf diesen Abend zurückblicken, vielleicht in einem Jahr, vielleicht in zwei … und ich möchte dann sagen können: Ich bin daran gewachsen. Nicht, ‚Es war gut, dass ich diese Phase durchgemacht habe‘ oder ‚Alles hat einen Grund‘ – das weiß ich nicht. Und plötzlich hab‘ ich angefangen, Dinge danach zu beurteilen: Bringt mich das meinen 2036er Ich näher oder weiter davon weg.

Natürlich hätte ich auch einfach feiern gehen können, einen über den Durst trinken können, mich ablenken, stundenlang durch meinen Feed scrollen, um alles um mich herum zu vergessen. Und ja, ich weiß, ihr das gerade hier guckt. Und manchmal ist Ablenkung auch völlig okay, aber ich wusste, wenn ich das jetzt zu meinem Weg mache, dann nimmt es mir irgendwann mehr, als es mir gibt. Also hab‘ ich versucht, was anderes zu machen. Ich hab‘ Sport gemacht, auf meine Ernährung geachtet, hab mir Auszeichen genommen, bewusst allein. Dabei hab‘ ich gemerkt, wie schwer‘s manchmal ist, sich selbst auszuhalten. Ich hab‘ alte Freunde angerufen, mit denen ich ewig nicht gesprochen hatte. Und mit Freunden, mit denen ich jeden Tag geschrieben habe, hab‘ ich plötzlich anders geredet: ehrlicher, ohne Maske.

Nicht, weil plötzlich alles gut war, es gab beschissene Tage und es wird sie wahrscheinlich auch noch geben. Aber ich hatte plötzlich ein Bild vor Augen: 2036! Ein Typ, der auf mich zurückblickt und sagt: Du hattest damals überhaupt keine Ahnung, in welche Richtung das geht, aber du hast zumindest angefangen, in die richtige Richtung zu laufen. Und vielleicht ist das das Einzige, das ich euch in diesem Reel mitgeben möchte: Wenn ihr gerade an einem Punkt seid, an dem ihr nicht wisst, wie’s weitergeht: Ihr müsst vielleicht heute noch gar nicht wissen, wie ihr da rauskommt. Vielleicht reicht es für heute, sich vorzustellen, wer irgendwann auf diesen Moment zurückblickt und die nächsten Entscheidungen ein kleines Bisschen für diesen Menschen zu treffen.

Und manchmal ist die Entscheidung auch, sich Hilfe zu holen, Menschen zu sagen, dass es nicht geht. Das ist kein Scheitern, das ist vielleicht die klügste Entscheidung für euer 2036er Ich. Und ich möchte damit ausdrücklich nicht so tun, als müsste aus jedem Schmerz was Gutes werden. Manche Dinge bleiben scheiße, manche Verluste werden nicht plötzlich sinnvoll, nur weil Zeit vergangen ist. Aber vielleicht können wir trotzdem mitentscheiden, was sie aus uns machen.

Und allein, dass ich dieses Reel hier mache: Dinge teilen, die mir geholfen haben und vielleicht einen von euch damit erreiche, ist für mich schon ein kleiner Teil davon, was damals vor dem Hotel angefangen hat. Also: Grüße an mein Ich von 2036: Ich hoffe, du hast gute Knie. Ernsthaftigkeit over and out!“