„Damen“ in der ARD – Lohnt sich die ungewöhnliche Wohlfühlkomödie?
„Damen“ läuft heute um 20:15 Uhr in der ARD: Der Film mit Salka Weber erzählt klug und berührend von Freundschaft, Mental Load und weiblicher Solidarität – auch in der Mediathek.

Wer im deutschen Fernsehen Geschichten über Frauen jenseits von Krimi und Klinik sucht, wird nicht allzu oft fündig. Umso erfreulicher ist es, dass die ARD mit „Damen“ im Rahmen des FilmMittwochs im Ersten einen Film zeigt, der den Alltag junger Frauen ernst nimmt – ohne Pathos, ohne moralischen Zeigefinger, aber mit viel Feingefühl. „Damen“ läuft am 18. Februar um 20:15 Uhr im Fernehprogramm der ARD und ist bereits in der ARD Mediathek verfügbar.
Worum geht's in „Damen“?
Im Mittelpunkt steht Maya (Salka Weber), Mitte 30, wohnhaft in München-Sendling. Sie arbeitet als mobile Nagelpflegerin und als freie Maskenbildnerin am Theater – zwei Berufe, die sie liebt, die ihr aber immer wieder von außen abgesprochen werden. „Warum haben Sie denn nicht studiert“, ist eine dieser Fragen, die sie sich regelmäßig anhören muss. Dass sie an der Kunstakademie ausgebildet wurde, scheint für viele nicht ins Bild zu passen.
Doch Mayas größter Kraftakt spielt sich nicht im Berufsleben ab. Ihre Mutter Doro (Anja Herden) leidet unter massiven psychischen Problemen, das Messi-Syndrom bestimmt ihren Alltag. Maya pendelt zwischen Verantwortung, Sorge und dem Versuch, ihr eigenes Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Als dann auch noch Gefühle für den charmanten, aber wenig verbindlichen Tänzer Philip (Patrick Isermeyer) ins Spiel kommen, wird klar: Hier geht es nicht um romantische Leichtigkeit, sondern um die Frage, wie viel eine einzelne Person tragen kann.
Ein Film über Freundschaft, Herkunft und weibliche Solidarität
Regisseurin Katharina Bischof („Tatort München“) inszeniert das Drehbuch von Stefanie Kremser bewusst im multikulturellen München. Das Viertel Sendling wird zur Bühne für Geschichten über Herkunft, Identität und Zugehörigkeit. Mayas Mitbewohnerin Sema (Şafak Şengül), Optikerin und feministische Influencerin, bringt Temperament und politische Haltung ins Spiel. Um die beiden herum versammelt sich ein weibliches Ensemble unterschiedlichster Biografien.
Besonders stark ist dabei, wie „Damen“ leise gesellschaftliche Spannungen sichtbar macht: versteckte Vorurteile, subtile Abwertung, der Druck, mit Mitte 30 „angekommen“ sein zu müssen. Der Film verknüpft diese Themen mit Migrationsgeschichten – von afroamerikanischen GIs bis zu vietnamesischen Boatpeople – ohne sie plakativ auszuerzählen. Stattdessen entstehen Momentaufnahmen, die vertraut wirken.
Warum sich „Damen“ lohnt
„Damen“ ist keine laute Komödie. Der Film lebt von Dialogen, Zwischentönen und einem warmen Münchner Sommerlicht, das fast märchenhaft wirkt – während die Figuren mit sehr realen Problemen kämpfen.
Gerade diese Mischung macht ihn sehenswert. Wer Geschichten mag, die nah am Leben sind, wird hier fündig. Und wer sich fragt, warum solche Stoffe im deutschen Fernsehen nicht häufiger vorkommen, bekommt mit „Damen“ ein gutes Argument dafür, dass es sie dringend braucht.
Quellen
ARD









