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Hype

Skate Story im Test: Surrealer Skateboarder mit Sogwirkung

Skateboard-Spiele wie „Tony Hawk“ leben von Gameplay und Soundtrack – „Skate Story" ergänzt die Mischung um eine abgedrehte Story und stylishe Optik. Das gehypte Indiespiel im Test!

Skate Story
Der Mond ist das Ziel: „Skate Story“ bietet stylishen Trendsportspaß für Indie-Fans! Foto: Devolver Digital

„Skate Story“ von Solo-Entwickler Sam Eng sticht sofort aus der Masse hervor: Ein Skateboard-Spiel, meilenweit entfernt von einer realistischen „Tony Hawk“-Simulation – stattdessen erwartet dich eine poetische, fast verträumte Reise voller Style, persönlicher Entfaltung und fabelhafter Visuals.

Viele Indies von heute experimentieren oft emotional oder narrativ herum, „Skate Story“ will alles auf einmal – und mehr: Erzählung und Rausch, technisches Können, ästhetische Extravaganz. Gelingt das und lohnt sich der Skate-Trip durch eine glitzernde Traumwelt?

Skate Story
Der weirde Look von „Skate Story“ ist einzigartig und fällt entsprechend auf Foto: Devolver Digital

Skate Story: Darum geht’s – die Geschichte

Die Weirdness von „Skate Story“ beginnt mit der Geschichte: Du bist ein gläserner Dämon, geboren aus Schmerz, Staub und dem Wunsch nach Freiheit. Deine Lebensaufgabe: „Skate to the Moon, and eat it!“ – Also: Skate zum Mond und verschlinge ihn. Klingt verrückt? Logo – trifft aber den einzigartigen Tonfall des Spiels.

Auf der Suche nach dem Mondsnack begegnest du schrägen Geistwesen, düsteren Kreaturen und fremdartigen Figuren. Die Handlung wird nie klassisch erzählt, sondern formt sich aus kurzen Begegnungen, symbolhaften Dialogen und der persönlichen Erfahrung im Flow auf dem Board.

„Skate Story“ nutzt narrative Sparsamkeit als Stärke: Was genau mit deinem schillernden Dämon und der Welt passiert ist, bleibt relativ offen – ähnlich wie in den Indie-Kollegen „Journey“ oder „Gris“. Gerade Spieler:innen mit Hang zum Unbekannten und Rätselhaften profitieren von den vagen Andeutungen und dem mystischen Flair.

Skate Story
Knallst du in High-Speed irgendwo gegen, zerbricht der Glas-Skater in 1.000 Teile Foto: Devolver Digital

Skate Story: So spielt es sich – das Gameplay

Obwohl „Skate Story“ eine surreale Erfahrung ist, steht das Skateboard-Fahren stets im Mittelpunkt. Mit einer fast meditativen Steuerung kombinierst du Grundbewegungen wie Pushen, Carven, Ollies und Flips zu immer komplexeren Tricks und trickreichen Kombinationen.

Die Balance zwischen Zugänglichkeit und Anspruch gelingt dabei erstaunlich gut. Neulinge werden von einer einsteigerfreundlichen Steuerung und Tutorials abgeholt, Fortgeschrittene können präzise Tricks aneinanderreihen – vor allem mit einem Controller fühlt sich das sehr geschmeidig an.

Das Level-Design ist offen und eher abstrakt: In malerischen, geometrischen Arenen aus Glas, Nebel und Lichtskulpturen bewegst du dich vorwärts, trickst über Abgründe, sammelst gespenstische Fragmente und löst kleinere Aufgaben. Dabei erkundest du auch zu jederzeit zu Fuß entschleunigt die Gegend, findest Abkürzungen finden oder genießt einfach den Flow auf dem Deck.

Auf lange Sicht kann sich „Skate Story“ später aber etwas wiederholen: Die Herausforderungen sind eher meditativ als schwierig, Street-Skater mit Hang zur Highscore-Jagd könnten sich daher nach mehr Tiefgang oder Progression sehnen. Dennoch – für Genießertypen mit Hang zum Flow ein echtes Fest.

Skate Story
Jederzeit kannst du absteigen und für kleinere Puzzles die Gegend entspannter erkunden Foto: Devolver Digital

Skate Story: So sieht’s aus – die Technik

Die wohl größte Stärke von „Skate Story“ ist sein visuelles Design. Das Spiel präsentiert sich als ätherischer Trip, wie aus flüssigem Glas gegossen. Der Skater – halb transparent, funkenschlagend und zerbrechlich – reflektiert das Licht und zersplittert bei Stürzen zu schillernden Kristallen. Die Level sind traumartige Fantasieskulpturen: schwebende Plattformen, leuchtende Portale, nebelverhangene Weiten – jedes Setting wirkt wie eine bewegte Kunstinstallation.

Die Bildsprache ist minimalistisch und aber maximal stilisiert, „Skate Story“ verzichtet fast gänzlich auf HUD-Elemente. Immersive Kamerafahrten, Zeitlupen bei gelungenen Tricks und das ständige Spiel mit Licht und Schatten sorgen für jede Menge Wow-Momente. Die meiste Zeit läuft auch alles butterweich – nur gelegentlich unterbrechen Bugs oder Stotterer beim Streamen größerer Level den Flow.

Davon abgesehen ist „Skate Story“ ein kleines technisches Kunstwerk, das den Skate-Gedanken in eine neue, fast schon metaphysische Richtung lenkt.

Skate Story: So klingt’s – der Soundtrack

Passend zur Optik liefern Blood Cultures einen genialen, Elektro-lastigen Soundtrack, der unter die Haut geht. Hier winken elektronische Ambient-Teppiche mit Lo-fi Beats und sphärischen Melodien. Das Ergebnis: Ein auditiver Rausch aus Dynamik, Melancholie und Hoffnung. Die Musik wirkt nie aufdringlich, sondern schmiegt sich perfekt an den Spielfluss an. Gerade in Momenten, in denen du durch die Level schwebst, wächst das Spielgefühl zu einem fast schon transzendentalen Erlebnis.

Den Entwicklern gelingt das Kunststück, den für Skate-Games typischen „Attitude-Sound“ zu vermeiden und stattdessen auf Atmosphäre zu setzen. Die Soundeffekte der Boardrollen, das Splittern des Glaskörpers oder das Echo der Welt verstärken diesen Eindruck noch und machen „Skate Story“ auch in Sachen Audio zu einem echten Erlebnis.

Skate Story – Fazit

„Skate Story“ ist ein brillantes, originelles Indie-Erlebnis, das Skateboard-Action mit philosophischer Melancholie und audiovisueller Kunst vereint. Der Weg des gläsernen Skaters durch eine Welt aus Licht und Schatten ist sinnlich, sphärisch und herausfordernd zugleich.

Das innovative Gameplay, die wunderschöne Präsentation und der exzellente Soundtrack lassen kleinere Kritikpunkte an der Missionsstruktur und der stellenweise anspruchsvollen Steuerung fast vergessen.

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