Technik

RingConn Gen 3 im Test: Dieser Smartring hält fast zwei Wochen durch

Der RingConn Gen 3 will Gesundheitsdaten liefern, ohne am Handgelenk zu stören. Im Test zeigt sich, was der Smartring wirklich kann und wo seine Schwächen liegen.

RingConn 3 Smartring am Zeigefinger von Jay Becker vor einem Fenster.
Schick, leicht und dann auch noch voller Technik. Der RingConn 3 Smartring weiß definitiv optisch zu überzeugen? Doch was hat er alles drauf? Foto: Privat / Jay Becker

Ein Smartring soll möglichst unauffällig den Alltag begleiten und trotzdem wichtige Gesundheitsdaten liefern. Der RingConn Gen 3 setzt dabei auf umfangreiches Tracking, eine lange Akkulaufzeit und ein Ladecase.

Dazu kommt ein entscheidender Vorteil: Für die Nutzung der App ist kein Abo nötig.

Wer sich übrigens für das Vorgängermodell interessiert, der wird bei unserem Redaktionstest zum Gen 2 Ring hier fündig.

Der RingConn Gen 3 ist vor allem ein Gesundheits-Tracker

Der RingConn Gen 3 richtet sich weniger an Sportler, die jede Trainingseinheit möglichst detailliert analysieren wollen. Seine Stärken liegen vielmehr bei Gesundheit, Schlaf und Erholung.

Dafür erfasst der Ring unter anderem die Herzfrequenz, die Herzfrequenzvariabilität, die Hauttemperatur und die Sauerstoffsättigung des Blutes. Auch die Atmung während des Schlafs wird überwacht. Aus den gesammelten Daten erstellt die App Auswertungen zu Schlaf, Stress, Erholung und allgemeinem Wohlbefinden.

Auch das Zyklus-Tracking gehört zum Funktionsumfang.

Ein weiterer Pluspunkt: Nach dem Kauf fallen keine monatlichen Gebühren für die Nutzung der App an. Die verfügbaren Funktionen stehen ohne zusätzliches Abo zur Verfügung.

Ansicht der Zyklus-Übersicht in der RingConn App.
Der Smartring kann auch für das Tracking des weiblichen Zyklus unterstüzen. Foto: RingConn

Wie genau misst der RingConn Gen 3?

Bei den grundlegenden Gesundheitsdaten hinterlässt der Ring einen guten Eindruck.

Im Alltag lagen die Pulswerte in einem Test nur leicht von einer Referenzmessung entfernt. Auch bei der Schlafanalyse zeigte sich eine hohe Genauigkeit. Die Schrittzählung wurde gegenüber dem Vorgänger ebenfalls verbessert.

Bei schnellen Belastungsänderungen stößt der Ring allerdings an Grenzen. In einem Vergleich mit einem Brustgurt wurden bei einem intensiveren Training einzelne Pulsspitzen nicht vollständig erfasst. Der durchschnittliche Herzfrequenzwert lag trotzdem relativ nah an der Referenz.

Für Schlaf, Erholung und längerfristige Gesundheitstrends reicht die Genauigkeit damit aus. Wer während des Sports möglichst präzise Herzfrequenzdaten benötigt, ist mit einer Smartwatch oder einem Fitnesstracker besser aufgehoben.

Mann schläft mit Smartring am Finger.
Auch Nachts fällt der RingConn Gen 3 nicht unangenehm am Finger auf. Foto: RingConn

Eine Besonderheit des RingConn Gen 3 sind die Blutdruck-Trends. Dabei sollte allerdings genau hingeschaut werden, was der Ring tatsächlich leistet.

Der Ring misst den Blutdruck nicht selbst. Stattdessen müssen zunächst Werte mit einer Oberarmmanschette ermittelt und in der App hinterlegt werden. Diese Daten dienen anschließend als Grundlage für die Berechnung von Richtwerten und Trends.

Eine medizinisch präzise Blutdruckmessung ersetzt diese Funktion deshalb nicht.

Gesundheitswarnungen kommen per Vibration

Der RingConn Gen 3 besitzt außerdem einen Vibrationsmotor. Dieser wird nicht dafür eingesetzt, gewöhnliche Smartphone-Benachrichtigungen an den Finger weiterzugeben.

Stattdessen nutzt RingConn die Vibration für Gesundheitswarnungen. Der Ring kann beispielsweise auf ungewöhnlich hohe oder niedrige Herzfrequenzen hinweisen. Auch bei einem niedrigen Akkustand kann eine entsprechende Warnung erfolgen. Aber auch wer zu lange sitzt, hat irgendwann einen vibrierenden Ring am Finger.

Die Vibration fällt dabei deutlich leichter aus als bei einer Smartwatch und ist direkt am Finger zu spüren.

Beim Sport gibt es einige Einschränkungen

Wer den RingConn Gen 3 als vollständigen Fitness-Tracker einsetzen möchte, muss Abstriche machen.

Für das aktive Tracking stehen sieben Sportarten zur Verfügung:

  • Wandern

  • Laufen

  • Laufband

  • Ergometer

  • Radfahren

  • Rudergerät

  • Yoga

Einige dieser Aktivitäten erkennt der Ring automatisch, wenn sie länger als zehn Minuten dauern. Andere Trainings lassen sich nachträglich manuell in der App erfassen. Dafür stehen mehr als 60 Sportarten zur Auswahl.

Eine geschätzte VO2max gehört ebenfalls zum Funktionsumfang.

Schwimmen wird dagegen nicht aktiv getrackt. Getragen werden kann der Ring im Wasser trotzdem, denn er ist wasserdicht und für einen Druck von 10 ATM ausgelegt.

Auch beim Krafttraining kann ein Ring grundsätzlich störend sein. Beim Umgang mit Gewichten besteht die Gefahr, dass Haut zwischen Finger und Ring gerät.

ringconn3-redaktionstest-appbilder
Ein kleiner Einblick in die App-Ansicht von RingConn. Foto: Privat / Jay Becker

Fast zwei Wochen ohne Ladegerät

Eine der größten Stärken des RingConn Gen 3 ist seine Ausdauer. Ich persönlich habe meinen Ring vor dem Sommerurlaub komplett aufgeladen und musste ihn erst 11 Tage später wieder aufladen.

Die Akkulaufzeit hängt auch von der jeweiligen Ringgröße ab.

RingConn selbst wirbt auf seiner Website mit 14 Tagen Akkulaufzeit. Soweit bin ich persönlich bisher nicht gekommen. Meine Ringgröße ist übrigens die 13.

Zum Lieferumfang gehört außerdem ein Ladecase. Darin kann der Ring nicht nur transportiert, sondern gleichzeitig auch geladen werden. Das Case selbst wird über USB-C mit Energie versorgt und kann die Ladung des Rings über mehrere Wochen hinweg speichern.

Leicht, aber nicht völlig unauffällig

Beim Gewicht punktet der RingConn Gen 3. Ich nehme ihn im Alltag mittlerweile kaum noch wahr. Das war beim Vorgängermodell anders, den habe ich immer gespürt. Der Gen 3 Ring fühlt sich auch bei dauerhaften tragen wirklich angenehm an am jeweiligen Finger.

Beim Design gibt es dagegen einen Kompromiss. Die Technik sitzt weiterhin in einem leicht erhöhten Bereich des Rings.

Auch die Sensoren sind von der Seite sichtbar. Im Dunkeln kann das Licht der LEDs nach außen scheinen. Das kann insbesondere beim Einschlafen störend sein.

Die Verarbeitung hinterließ im Test dagegen einen guten Eindruck. Nach mehreren Wochen Nutzung waren keine Kratzer am Material zu sehen.

Die App liefert viele Daten, bleibt aber eher allgemein

Die RingConn-App sammelt zahlreiche Informationen und bereitet sie für den Nutzer auf. Neben den einzelnen Messwerten entstehen daraus Einschätzungen zu Schlaf, Stress, Erholung und Wohlbefinden.

Die Konkurrenz von Oura geht bei der persönlichen Interpretation der Daten weiter. RingConn liefert dagegen eher allgemeine Hinweise. Wer seine Daten selbst einordnen möchte und keine besonders ausführliche persönliche Analyse benötigt, bekommt damit trotzdem einen umfangreichen Überblick.

Größenwahl sollte gut überlegt sein

Der RingConn Gen 3 ist in zehn Größen von 6 bis 15 erhältlich. Dazu kommen fünf Farben.

Für die Größenbestimmung bietet der Hersteller ein Größenset mit Kunststoffmodellen an. Das ist sinnvoll, denn der Ring sollte eng am Finger sitzen, ohne einzuschneiden. Ein zu lockerer Sitz kann sich auf die Messwerte auswirken.

Beim Kauf stehen unter anderem Mattschwarz, Zukunftssilber, Königsgold, gebürstetes Silber und Roségold zur Auswahl. Die drei erstgenannten Farben gibt es für 369 Euro zu kaufen, das gebürstete Silber und Roségold gibt es für 389 Euro.

RingConn Gen 3 in fünf verschiedenen Farbgebungen.
Die verschiedenen Farben des RingConn Gen 3. Foto: RingConn

Mein Fazit zum RingConn Gen 3

Der RingConn Gen 3 ist kein Ersatz für eine Smartwatch, wenn es ausschließlich um Sporttracking geht. Dafür ist die Auswahl der aktiv erfassten Sportarten zu klein und bei schnellen Belastungsspitzen ist die Pulsmessung nicht präzise genug.

Als Gesundheits- und Schlaftracker macht der Ring dagegen sehr viel richtig. Die Messungen sind im Alltag überzeugend, die Akkulaufzeit ist stark und das mitgelieferte Ladecase macht das Laden unterwegs unkompliziert. Dazu kommen Extras wie Blutdruck-Trends und Gesundheitswarnungen per Vibration.

Für mich ist vor allem die Anbindung an Apple Health ein wichtiger Schritt nach vorn. Wer ohnehin iPhone und Apple Watch nutzt, kann den Ring dadurch sinnvoll in das bestehende Apple-Ökosystem integrieren. Dass sogar vom Ring automatisch erkannte Trainings in der Apple Fitness App landen können, macht ihn als Ergänzung zur Apple Watch deutlich spannender.

Und dann ist da noch der vielleicht größte Vorteil: Es gibt kein Abo. Die Funktionen der App stehen nach dem Kauf ohne monatliche Zusatzkosten zur Verfügung.

Damit ist der RingConn Gen 3 vor allem für diejenigen interessant, die möglichst viele Gesundheitsdaten sammeln möchten, ohne dafür dauerhaft eine Smartwatch am Handgelenk tragen zu müssen. Wer dagegen ein möglichst vollständiges Sporttracking sucht, sollte weiterhin zur Smartwatch greifen.

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