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Smartring

RingConn Gen 2: Teurer Schnickschnack oder eine Smartwatch-Alternative? Das ergab unser Redaktionstest

Der RingConn Gen 2 misst Herzfrequenz, Schlaf und Sauerstoff am Finger und erkennt Schlafapnoe. Ein eleganter Gesundheitsring als Smartwatch-Alternative?

Der RingConn Gen 2 in der Luft vor einem Fenster.
Kann der RingConn Gen 2 Smartring wirklich mit einer Apple Watch mithalten? Wir haben es ausgetestet. Foto: Privat / Jay Becker

Mein erster Eindruck

Ein hochwertiges Design, ein angenehmes Gefühl am Finger – ich vergesse schon am zweiten Tag, dass ich ihn überhaupt trage. Der erste Eindruck ist durchweg positiv. Doch kann mich der RingConn Gen 2. am Ende auch überzeugen?

Insgesamt: Ja, der RingConn Gen 2 beweist, dass Smartringe mehr als teurer Schnickschnack sind. Er liefert präzises Gesundheits-Tracking, detailliertes Schlaftracking inklusive Schlafapnoe-Erkennung, lange Akkulaufzeit und ein stimmiges App-Erlebnis. Für alle, die ihre Vitalwerte diskret und zuverlässig erfassen wollen, ist er eine ernsthafte Alternative zu Smartwatches.

Auch die mobile Ladebox macht einen ziemlich positiven Eindruck auf mich, sie ist auch ohne Ladekabel für mehrere Ladezyklen nutzbar!

Allerdings gibt es meinerseits noch einige Punkte, die verbesserungswürdig sind, weshalb ich mich in der Endnote am Ende etwas nach unten korrigieren musste.

RingConn Gen 2 Smart Ring, weltweit erstes Schlafapnoe-Monitoring, Keine App-Abonnement, 12 Tage Akkulaufzeit, Android und iOS
RingConn Gen 2 Smart Ring, weltweit erstes Schlafapnoe-Monitoring, Keine App-Abonnement, 12 Tage Akkulaufzeit, Android und iOS
Unsere Bewertung:
3,8/5

Smartringe sind aktuell der neueste Health-Hype

Smartwatches dominieren den Wearable-Markt, aber sie sind oft klobig, auffällig und müssen täglich ans Ladegerät. Smartringe versprechen dasselbe Funktionsspektrum in einem winzigen, eleganten Format – und der RingConn Gen 2 will genau das liefern. Er soll nicht nur Puls, Schritte oder Aktivität erfassen, sondern auch tiefe Einblicke in Schlaf und Gesundheit geben.

Doch kann ein so kleines Gerät wirklich mit Smartwatches mithalten, oder ist es nur teurer Schmuck? Der Test zeigt, dass der RingConn Gen 2 im Alltag überrascht – besonders beim Schlaftracking.

Von links nach rechts: RingConn Gen 2, das tragbare Ladecase, sowie ein Ladekabel für den Case
Von links nach rechts: RingConn Gen 2, das tragbare Ladecase, sowie ein Ladekabel für den Case Foto: Privat / Jay Becker

Optisch macht der RingConn Gen 2 sofort Eindruck. Das Gehäuse aus Titan wirkt hochwertig, modern und elegant. Mit nur 6,8 Millimetern Breite und 2 Millimetern Dicke ist er so schlank, dass man ihn kaum spürt. Die Innenseite mit zwei kleinen Sensornoppen liegt angenehm auf der Haut. Selbst beim Schlafen oder Tippen stört er nicht.

Erhältlich ist der Ring in Schwarz, Silber, Gold und Roségold. Alle Varianten wirken edel und halten Fingerabdrücke weitgehend fern.

Das Ladecase ist etwas größer, erfüllt dafür aber seinen Zweck hervorragend. Mit einem integrierten Akku kann es den Ring unterwegs bis zu 20 Mal aufladen. So ist er ideal für Reisen oder längere Zeiträume ohne Steckdose. Besonders der Akku des Ringes hat mich ziemlich überrascht. Insgesamt habe ich ihn in der Testphase über fast drei Wochen nur zwei Mal für eine Stunde aufladen müssen. Da kann meine Apple Watch nicht mithalten.

Design und Tragekomfort

Funktionen und App

Die Einrichtung ist unkompliziert. Ring ins Case, App starten, koppeln – fertig. Bei mir hat das ganze nicht mal zwei Minuten gedauert. Ein Display gibt es nicht, alle Werte werden über die App angezeigt. Das Dashboard zeigt Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Blutsauerstoff, Stresslevel, Körpertemperatur, Aktivität und Schlaf.

Besonders interessant ist der KI-gestützte Gesundheitscoach, der individuelle Empfehlungen liefert, etwa zur Schlafoptimierung oder zum Stressabbau. Alle Funktionen sind ohne Abo verfügbar, das heißt nach dem Kauf sofort nutzbar.

Es gibt keine automatische Erkennung von Trainingseinheiten, das kann man aber danach direkt in der App tracken lassen. Der Ring fragt darüber nach, was für eine Sportart man genau betrieben hat und wie lange sie ging. Auch wenn man zu lange gesessen haben sollte, kommt ein freundlicher Reminder per Pushbenachrichtigung, dass man gerne einmal aufstehen kann.

Gesundheits-Tracking im Alltag

Der RingConn erfasst Herzfrequenz und Blutsauerstoff zuverlässig. Ruhewerte stimmen genau mit professionellen Messgeräten überein. Bei intensiven Trainingseinheiten wie Spinning oder HIIT können kurzfristig Abweichungen auftreten, was bei optischen Sensoren üblich ist.

Die Schrittzählung liefert insgesamt solide Werte, auch wenn sie manchmal leicht schwankt. Für Freizeit- und Ausdauersport ist die Genauigkeit völlig ausreichend. Sportmodi sind auf Laufen, Radfahren und Wandern beschränkt, diese erkennt der Ring in 95 Prozent der Fällen automatisch. Aber nach dem jeweiligen Training kann man aus einer sehr großen Anzahl von möglichen Sportarten auswählen. Wie eben bereits angemerkt fehlt eine automatische Workout-Erkennung.

Der Stressindex wird anhand der Herzfrequenzvariabilität berechnet und liefert nützliche Informationen für den Alltag. Außerdem erfasst der Ring die Hauttemperatur und kann so zum Beispiel Zyklusinformationen oder Erholungsstatus liefern.

Die App Ansichten der RingConn Gen 2 App.
So sehen die verschiedenen Ansichten der RingConn Gen 2 App aus. Nicht nur ein allgemeines Gleichgewicht wird gezeichnet, auch die Aktivitätsanzeige ist vorhanden, sowie genauere Daten für die Schlafanalyse. Foto: Privat / Jay Becker

Schlaftracking und Schlafapnoe-Erkennung

Kommen wir nun zum Herzstück des Smartrings: Die Schlafanalyse ist das Kernstück des RingConn Gen 2. Er erkennt zuverlässig Schlafphasen – Leicht-, Tief- und REM-Schlaf – und erfasst Wachphasen präzise. Die Daten werden in der App aufbereitet und in leicht verständlichen Grafiken dargestellt.

Was ich nicht verschweigen möchte: Eine handvoll Nächte gab es einige Schwankungen im Schlaftracking. In diesen Fällen gab es einige angebliche Wachphasen von mehreren Stunden teilweise, an denen ich laut meiner Apple Watch und meiner eigenen Erinnerung definitiv nicht so lange wach war. Vielleicht ist in diesen Nächten auch der Ring verrutscht, oder ähnliches.

Was ich aber positiv anmerken möchte – es ist deutlich angenehmer nachts nur mit einem Smartring zu schlafen, als mit einer Smartwatch.

Besonders hervorzuheben ist die Schlafapnoe-Funktion. Sie überwacht deinen Puls und Atemdaten über die Nacht hinweg und erkennt Auffälligkeiten, die auf Atemaussetzer hindeuten können. Nach drei aufeinanderfolgenden Nächten erstellt die App eine Einschätzung des Risikos und gibt Empfehlungen, etwa für genauere Beobachtung oder ärztliche Abklärung. Natürlich ersetzt der Ring keine medizinische Diagnose, aber er liefert ein Frühwarnsystem, das in dieser Geräteklasse einzigartig ist. Bei mir war glücklicherweise alles okay. Ein einziges Mal gab es leichte Anzeichen, in dieser Nacht war allerdings auch der Pollenflug sehr hoch, was ich als Erklärung gerne gelten lasse.

Darüber hinaus erfasst der Ring kontinuierlich die Sauerstoffsättigung (SpO₂) im Blut und die Hauttemperatur. So lassen sich Schlafqualität, Regeneration und mögliche gesundheitliche Auffälligkeiten umfassend überwachen. In Tests zeigte der Ring sehr präzise Werte, die mit professionellen Messgeräten vergleichbar sind. Das automatische Tracking funktioniert voll im Hintergrund – man muss den Ring nur tragen.

Akkulaufzeit und Alltagstauglichkeit

Die Akkulaufzeit ist exzellent. So etwas würde ich mir bei meiner Smartwatch wünschen! Der RingConn Gen 2 hält über zehn Tage durch, selbst bei aktiver Nutzung mit Schlaftracking. Das Ladecase dient als Mini-Powerbank und ermöglicht zahlreiche Ladezyklen unterwegs, ohne dass eine Steckdose nötig ist. Insgesamt kam ich jedes Mal die angegeben 12 Tage mit dem Akku aus. Wenn der Akku aber doch mal schlapp machen sollte – die Ladezeit beträgt etwa 90 Minuten.

Übrigens: Dank der Wasserdichtigkeit von bis 50 Meter ist er auch beim Schwimmen oder Duschen problemlos nutzbar. Das robuste Titangehäuse widersteht Kratzern weitgehend und sorgt dafür, dass der Ring auch nach Wochen noch wie neu aussieht.

Datenschutz und App-Bedienung

Ich habe mir die Datenschutzangaben durchgelesen und muss gestehen, dass ich einige Fragezeichen hatte. Auch andere Medien, wie die Computer Bild, Gamestar oder Heise waren nicht gerade begeistert von diesem Punkt.

Vor allem der Sitz des Unternehmens in China lässt mich nicht so viel erwarten, wenn es um den Schutz meiner Daten geht.

Die App lässt sich hingegen sehr intuitiv und angenehm benutzen. Die Menüs sind klar strukturiert und man kann sich sehr leicht durch die App manövrieren, hier habe ich rein gar nichts auszusetzen.

Mein Fazit

Der RingConn Gen 2 zeigt, dass Smartringe eine ernsthafte Alternative zu Smartwatches sein können. Besonders, wenn das Schlaftracking inklusive Schlafapnoe-Erkennung funktioniert sowie die präzisen Messungen von Herzfrequenz, Sauerstoff und Stress. Vor allem die lange Akkulaufzeit machen ihn zu einem starken Gesundheitsbegleiter.

Wie eben erwähnt – wenn das Schlaftracking konsequent funktioniert ist er für mich fast auf Augenhöhe mit einer Smartwatch, wie den Apple-Watch-Geräten.

Ein paar Einschränkungen bleiben: begrenzte Sportmodi, keine automatische Trainingserkennung sind drei der Beispiele. Insgesamt überwiegen die Vorteile deutlich. Wer seine Vitalwerte diskret erfassen, den Schlaf genau analysieren und dabei ein elegantes, kaum spürbares Gerät tragen möchte, findet im RingConn Gen 2 einen ausgereiften und stimmigen Begleiter.

Ich gebe eine 4,5/5.

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