PS5 Pro – Hat PSSR 2.0 gehalten, was Sony versprochen hat?
Ist die PlayStation 5 Pro mit PSSR 2.0 nun endlich die High-End-Konsole, die alle schon zum Release im November 2024 erwartet hatten? Zeit für eine erste Bilanz.
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PSSR 2.0 ist da! Sonys Upscaling-Technologie Playstation Spectral Super Resolution soll endlich für die Performance sorgen, die alle seit dem Launch der PS5 Pro gefordert haben. Die Versprechen kurz vor dem 2.0-Update waren groß – schärferes Bild, stabilere Bildraten, weniger Flimmern und Ghosting. Was stimmt, was nicht?

Als die PS5 Pro am 7. November 2024 auf den Markt kam, ging nicht nur ich davon aus, dass die neue Playse einen spürbaren Grafik- und Leistungsschub mit sich bringt. Doch die Ernüchterung kam schnell: Außer ein paar mehr frames per second (fps; Bilder pro Sekunde) und kürzeren Ladezeiten wirkte die Konsole für 799 Euro (mittlerweile sogar 899 Euro) fast schon wie ein Scam.
Das zentrale Versprechen damals: 4K mit 60 fps, realisiert durch PSSR. In der Praxis enttäuschte die Hochskalierung jedoch in mehreren hochkarätigen Titeln: Flimmern, Ghosting und sogar Grafikfehler, die auf der normalen PS5 nicht vorkamen. Jetzt, rund anderthalb Jahre später soll PSSR 2.0 all das reparieren. Ob Sony diesmal sein Versprechen hält?
Was PSSR 2.0 ist – und was dahintersteckt
PSSR ist Sonys hauseigener KI-Upscaler. Eine mittlerweile sehr beliebte Methode, um per maschinellem Lernen mehr Pixel und damit auch mehr Details zu erzeugen. Im Fall der PS5 Pro rendert die Konsole Inhalte mit niedrigerer Auflösung und skaliert diese in Echtzeit auf 4K hoch. Das spart Rechenleistung, die in höhere Bildraten (fps) fließt.
Diese Technologie ist nicht neu. DLSS von Nvidia und FSR von AMD sind bereits etablierte Hochskalierer, die bei Gaming-PCs zum Einsatz kommen. Sony hat sich direkt die Expertise von AMD gesichert und mit ihnen zusammen die komplett überarbeitete Version PSSR 2.0 herausgebracht.
Technisch bedeutet das: präzisere Bildrekonstruktion, bessere Bewegungsstabilität, schärfere Kanten. Entwickler können die neue Version entweder über ein gezieltes Spiel-Update einbinden oder Nutzer aktivieren sie systemweit über:
Einstellungen → Bildschirm und Video → Videoausgabe → PSSR-Bildqualität verbessern

Wo PSSR 2.0 überzeugt – die Gewinner
Der Release von PSSR 2.0 ist mittlerweile einige Tage her, sodass wir anhand einiger Games genau sagen können, wo das große Update offensichtlich glänzt.
Silent Hill f – vom Grafikdebakel zum Vorzeigeobjekt
Sony selbst nennt gerne Silent Hill f als Musterbeispiel für PSSR 2.0. Das Survival-Horror-Spiel litt beim Launch im September 2025 unter starkem Flimmern und instabiler Bildqualität. Und das ausgerechnet in einem Spiel, das grafisch als PS5-Pro-Aushängeschild hätte dienen sollen.

Und siehe da: Mit PSSR 2.0 ist das Flimmern weg, die Vegetation wirkt schärfer, die Beleuchtung stabil. Für die Technikgurus von Digital Foundry habe sich das Spiel „von einer Demonstration der PSSR-Fehler in ein Vorzeigeobjekt für das Upgrade" verwandelt.
Final Fantasy VII Rebirth jetzt ohne Bildrauschen, dafür mehr Details
Final Fantasy VII Rebirth war direkt zum Release (Ende Februar 2024) schon glattpolierter als Silent Hill f, darf sich seit PSSR 2.0 aber über sichtbare Verbesserungen freuen: Das leichte Bildrauschen, das den Titel bislang begleitete, ist verschwunden. Die Kanten sind glatter, Details in der Ferne schärfer.
Um mir ein eigenes Bild davon zu machen, habe ich mich erneut „den Planeten“ besucht, beziehungsweise zuerst die Grafikeinstellungen: Dort gibt‘s seit dem Patch 1.050 die exklusive PS5-Pro-Option Verbesserte Auflösung. Dieser Modus kombiniert die hohe Bildrate des Leistungsmodus (60 fps) mit der hohen Bildschärfe des Grafikmodus.

Der Unterschied fällt sofort auf: butterweiches Gameplay in einer noch schöneren Grafikpracht! Ich überlege tatsächlich, ein weiteres Mal mit Cloud und seinen Gefährten loszuziehen. Auch Entwicklerlegende Naoki Hamaguchi ist vom dem Upgrade beigeistert.
Remedy frisiert Alan Wake 2 und Control
Auch Remedy Entertainment hat nicht lange auf sich warten lassen und ihre beiden Top-Seller Alan Wake 2 und Control seit dem PSSR-2.0-Patch überarbeitet. Das Update ermöglicht nun ein effizientes Sampling, also eine verbesserte Auflösung, ohne Einbußen bei der Bildstabilität. Laut Digital Foundry reagieren beide Titel auf Sichtbarkeitsänderungen schneller und halten Bewegungen klarer.
Das gesamte Bild erscheint bei beiden Games deutlich schärfer, und auch die Texturen werden noch detailreicher wiedergegeben. Das ist besonders bei einem Spiel wie Alan Wake 2 relevant, da die Auflösung unter 1080p liegt und der Upscaler somit seine Stärken ausspielen muss. Um den Grafikboost sehen zu können, muss lediglich die systemweite Aktivierung auf der PS5 Pro eingeschaltet sein.

In meinem Fall hatte ich Alan Wake 2 kurz vor dem großen Update leider schon durchgespielt. Denn auch beim Horror-Adventure fiel mir direkt auf: weniger Flimmern, dafür ein ruhigeres Bild mit mehr Texturdetails. Vielleicht kehre ich auch wieder ins schaurig-schöne Bright Falls zurück.
Avatar: Frontiers of Pandora – vom Flimmer-Fiasko zum Grafik-Garanten
Avatar: Frontiers of Pandora gehörte zu den Titeln mit dem stärksten Flimmer-Problemen beim PS5-Pro-Launch. Mit PSSR 2.0 und dem Game-Patch 1.020 ist diese laut Nutzerberichten und ersten Tests nahezu vollständig behoben. Das bestätigt auch der YouTuber Skycaptin5 in seinem Videobericht:
Zwischenfazit zu PSSR 2.0
Bei den Titeln, die beim Launch am lautesten kritisiert wurden, ist das Update eine sichtbare Verbesserung. Mehr Frames bei temporeichen Spielen wie Final Fantasy 7 Rebirth und dann noch mit einer schöneren Grafik nehmen wir gerne „kostenlos“ mit. Endlich zeigt die kostspielige Premium-Playse, was in ihr steckt. Aber reicht das?

Wo PSSR 2.0 (noch) nicht überzeugt
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt leider auch für das PSSR-2.0-Update. Besonders bei Spielen, wie dem Silent Hill 2 Remake, kommt das Upgrade an seine Grenzen. Das hatte beim PS5-Pro-Launch ebenfalls mit Bildfehlern zu kämpfen. Mit PSSR 2.0 hat das Spiel zwar an Schärfe gewonnen – das Flimmern auf nassen Oberflächen wurde jedoch (noch) nicht gänzlich behoben. Auch beklagen Nutzer vorher nie dagewesene Grafik-Artefakte wie visuelle Fehler oder Bildstörungen.
Ein Wermutstropfen, der zeigt: PSSR 2.0 ist kein Allheilmittel, besonders bei Spielen, die auf einer älteren Grafik-Engine laufen. Und welche, die bislang keinen PSSR-Patch vom verantwortlichen Entwicklerstudio erhalten haben. Die Option im System-Menü hat schlichtweg ihre Grenzen.
Wer die Option aktiviert, sollte wissen: Sony empfiehlt selbst, die Funktion bei auftauchenden Grafikfehlern zu deaktivieren. In einzelnen Titeln kann die systemweite Aktivierung neue Artefakte erzeugen – wie es beim Beispiel Silent Hill 2 der Fall ist. Der sicherere Weg sind gezielte Entwickler-Updates pro Spiel – aber die sind Sache der Studios und kommen nicht automatisch. Wie wir bislang sehen können, machen sich vor allem die ganz großen Titel überhaupt erst die Mühe, einen eigenen Patch zu veröffentlichen. Geld und entsprechendes Personal spielen hierbei natürlich eine große Rolle.
PlayStation-Architekt und Entwickler-Legende Mark Cerny hat klargestellt: Die systemweite Option wird nicht automatisch mit künftigen PSSR-Versionen weiterentwickelt. Für bereits erschienene Spiele ohne gezieltes Entwickler-Update bleibt der Fortschritt begrenzt. Studios müssen aktiv patchen – ob und wann das passiert, liegt nicht bei Sony.
Festhalten können wir zudem: Nicht alle Erwartungen wurden erfüllt. 4K mit 120 fps? Davon ist bislang nichts zu sehen. Realistisch sind momentan stabile 60 fps beziehungsweise bessere Performance-Modi.
Lohnt sich die PS5 Pro jetzt?
Für diejenigen, die wie ich die PS5 Pro gekauft und auf eine deutlich bessere Performance als bei der Standard-PS5 gehofft haben: Bei den meisten der betroffenen Titel ist das Update wirksam. Es lohnt sich, die systemweite Option zu aktivieren und selbst zu testen – und bei eventuellen neuen Artefakten einfach wieder zu deaktivieren. Die Konsole ist mit PSSR 2.0 näher an dem, was sie beim Launch hätte sein sollen.
Für Kaufinteressierte bietet die PS5 Pro jetzt das, was ihr Kernversprechen war: 4K mit stabilen 60 fps in den meisten großen Titeln. Wer einen 4K-Fernseher besitzt und intensiv spielt, bekommt einen spürbaren Unterschied zur Standard-PS5 – besonders bei Spielen, die gezielt für die Pro optimiert sind.
Der seit April angehobene Preis auf nun 899 Euro bleibt jedoch ein echtes Argument gegen den Kauf und die PS5 Pro eher eine Konsole für Grafik-Enthusiasten. Immerhin gibt es aber hin und wieder kleine Rabatte, wie aktuell bei OTTO:
Wer hauptsächlich ältere Titel oder wenig grafikintensive Spiele zockt, wird den Mehrwert kaum wahrnehmen. Hier reicht auch eine normale PlayStation 5. Falls du wissen möchtest, worin sich die Sony-Konsolen unterscheiden, lohnt sich ein Blick auf unseren großen PS5-Vergleich.
Fazit
Endlich zahlt sich mein Investment aus! PSSR 2.0 ist kein Wunder, aber ein echtes Update. Die größten Baustellen vom Launch sind bei vielen hochkarätigen Spielen behoben und die PS5 Pro liefert endlich das, was Sony schon 2024 versprochen hatte. Aber nicht lückenlos und nicht ohne Entwickler-Unterstützung im Einzelfall.
Wer die Konsole bereits hat, sollte das Update unbedingt aktivieren und selbst testen. Wer noch überlegt: Die Argumente für die Pro sind stärker als noch zum Launch – die Argumente gegen den Preis wurden aber nur geschmälert.
Wer jedoch schon ungeduldig auf den Release des größten Videospiels aller Zeiten wartet – und ich übertreibe hier keineswegs, allein die Produktionskosten für GTA 6 belaufen sich Schätzungen zufolge auf bis zu 2 Milliarden Us-Dollar –, bekommt nun mit der PS5 Pro die potenteste Spielekonsole auf dem Markt!
Übrigens: Bereits im Januar haben wir berichtet, was Sony mit PSSR 2.0 geplant hatte – hier kannst du nachlesen, was damals angekündigt wurde.








