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Skandal-Familie aus „Stern TV“

Warum die Ritter-Kinder nicht gerettet wurden

Die Kinder der Skandal-Familie Ritter aus „Stern TV“ rutschten immer weiter ab. Warum sie nicht gerettet wurden.

Die Ritter-Kinder
Die Ritter-Kinder konnten nicht gerettet werden. Foto: RTL

Seit rund 30 Jahren begleitet „Stern TV“ die Skandal-Familie Ritter mit der Kamera. Sie führen ein Leben zwischen Fremdenfeindlichkeit, Nazi-Parolen, Obdachlosigkeit sowie Alkohol- und Drogenexzessen. Familienoberhaupt Karin Ritter ist mittlerweile verstorben, genau wie mehrere ihrer Söhne. Was sich viele angesichts dieser Familiengeschichte fragen: Warum wurden die Kinder nicht gerettet?

Familie Ritter: Das Versagen des Jugendamts

Schon als „Stern TV“ Familie Ritter 1994 erstmals in ihrer Heimat Köthen besuchte, war klar: Hier läuft vieles schief. Karin Ritter äußerte sich fremdenfeindlich, und ihr Sohn Norman verkündete bereits, er wolle Skinhead werden. Auch Gewalt prägte ihren Alltag. Nachdem Norman im Grundschulalter zusammen mit seinen Brüdern eine Nachbarin bedrohte, griff das Jugendamt ein. Norman, Christopher, René und Andy wurden aus der Familie genommen und in unterschiedlichen Heimen untergebracht. Für den damals Neunjährigen und seine Brüder ein Glücksfall – es hätte ein Wendepunkt für ihr Leben werden können. Doch dann kam alles anders.

„Wir hatten das Ziel, durch die Ablösung aus dem familiären Umfeld dort noch Einfluss auf die Entwicklung der Jungen zu nehmen“, erklärte der damals zuständige Jugendamtsleiter Peter Grimm bei „Stern TV“. Vor allem Norman schien die Distanz zur Familie gutzutun. Laut seinem damaligen Heimerzieher Michael Jagdmann sei Norman ein lieber und netter Junge gewesen. Doch ein Problem gab es: Es wurde kein Kontaktverbot zu Mutter Karin ausgesprochen.

Die Wochenenden verbrachte Norman, genau wie seine Brüder, teilweise bei der Familie – und das soll ihm nicht gutgetan haben, wie sich Jagdmann erinnert. „Die Erfolge, die erzielt wurden, wurden an den Wochenenden wieder zunichtegemacht.“

Rückkehr zu Mama Karin Ritter war ein Fehler

1997, als Norman 13 Jahre alt war, wurde das Kinderheim wegen Sparmaßnahmen geschlossen, und es wurde sich gegen eine Unterbringung in einem anderen Heim, einer Jugend-WG oder Pflegefamilie entschieden. Karin Ritter erhielt das Sorgerecht für ihre Kinder zurück. Rückblickend ein großer Fehler, davon ist auch Jagdmann überzeugt. Man hätte versuchen müssen, die Kinder anders zu integrieren. Warum das nicht geschehen ist? Unklar.

So kehrten Norman und seine Brüder in die Obhut der Mutter zurück und rutschten damit immer weiter ab: Drogen- und Alkoholabhängigkeit, Gewalt, Nazi-Parolen und regelmäßige Knastaufenthalte folgten. Andy und Norman sind mittlerweile verstorben – vor allem für René ein harter Schlag. Er tröstete sich nach einem Entzug erneut mit Alkohol.

Das Heim rettete Leon

Die Familiengeschichte der Ritters ist hart. Dass die Kinder immer wieder zurück in die Obhut von Mutter Karin gegeben wurden, wirft Fragen auf. Klar dürfte sein: Mit einem härteren und früheren Eingreifen der Behörden hätten die Kinder womöglich gerettet werden können. Normans Entwicklung im Kinderheim spricht eine deutliche Sprache. Genau wie die Aussagen von Karin Ritters Enkel Leon.

Auch er lebte zeitweise im Heim – und ist darüber dankbar. „Ich bin nicht sauer, ich bin eher froh, dass wir nicht zu Hause groß geworden sind. Wenn ich nicht ins Heim gekommen wäre, wäre ich jetzt in Köthen in irgendeiner Gosse und drogen- oder alkoholabhängig“, erklärte er einst im Interview mit „Stern TV“. Einen „Knacks“ habe er dennoch …

Quellen
  • Stern TV

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