„Vicious – ein teuflisches Geschenk“: Dakota Fanning glänzt im düsteren Horrorfilm über eine verfluchte Kiste
In „Vicious“ auf Paramount+ kämpft Dakota Fanning gegen eine verfluchte Kiste – düster, blutig und psychologisch packend. Unsere Kritik.
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Pünktlich zu Halloween setzt Paramount+ auf Gänsehaut pur: Mit „Vicious“ startet ein neuer Psychothriller von Bryan Bertino, der schon mit „The Strangers“ für Albträume sorgte. In seiner Hauptrolle liefert Dakota Fanning eine intensive One-Woman-Performance – doch reicht das, um den Film über den Durchschnitt hinauszuheben? Unsere Kritik verrät, ob sich das Streamen lohnt.
Inhalt und Handlung: Eine Box, die den Tod bringt
Im neuen Horrorfilm „Vicious“ auf Paramount+ spielt Dakota Fanning die Hauptrolle der traumatisierten Polly. Sie lebt zurückgezogen in einem alten Haus, geplagt von Ängsten und inneren Dämonen. Als eines Nachts eine fremde alte Frau (gespielt von Kathryn Hunter) an ihre Tür klopft, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Die Fremde überreicht Polly eine mysteriöse Holzkiste und kündigt ihr den Tod an – es sei denn, sie füllt die Box mit drei Dingen: etwas, das sie hasst, etwas, das sie braucht, und etwas, das sie liebt. Was folgt, ist eine albtraumhafte Nacht voller Visionen, Selbstzweifel und Gewalt. Regisseur Bryan Bertino, bekannt für „The Strangers“ und „The Dark and the Wicked“, schickt seine Protagonistin auf eine verstörende Reise zwischen Realität und Wahn.
Dakota Fanning überzeugt in intensiver Einzelleistung
Fanning trägt den Film fast allein und beweist einmal mehr ihre Vielseitigkeit. Kritiker aus den USA loben ihre physische und emotionale Präsenz, besonders in Szenen, in denen sie buchstäblich an ihre Grenzen geht. Insbesondere eine Szene, in der Polly einen alten Schlüssel erbricht, war so realistisch inszeniert, dass selbst Regisseur Bertino abseits der Kamera würgen musste. Trotz Fannings starker Performance bleibt ihre Figur häufig rätselhaft. Manchmal agiert Polly widersprüchlich, was die emotionale Bindung zum Publikum erschwert.
Atmosphäre und Stil: Düstere Bilder, beklemmender Sound
Optisch und akustisch zeigt sich „Vicious“ auf hohem Niveau. Die Kameraarbeit von Tristan Nyby verwandelt das heruntergekommene Haus in ein Symbol für Pollys brüchige Psyche. Das Sounddesign sorgt mit dröhnenden Frequenzen und flüsternden Stimmen für konstante Anspannung. Besonders clever: Klassiker wie „Dedicated to the One I Love“ oder „Christmas (Baby Please Come Home)“ erklingen als unheimliche Hintergrundmusik – ein starker, irritierender Kontrast. Bertino hat zweifelsfrei ein Gespür für Atmosphäre, aber erzählerisch bietet der Film zu wenig Struktur. Statt einer Spannungskurve gibt es eine Abfolge von Schockmomenten.
Streaming-Start bei Paramount+: Horror mit Kino-Qualität
Ursprünglich war „Vicious“ für's Kino geplant, wurde dann aber direkt bei Paramount+ veröffentlicht. Für Horror-Fans ist das ein Glücksfall: Der Film ist seit 10. Oktober 2025 exklusiv im Stream verfügbar. Bertino selbst empfiehlt, „Vicious“ mit gutem Soundsystem oder Kopfhörern zu schauen, denn der Horror spielt sich oft im akustischen Detail ab.
Warum sich „Vicious“ trotzdem lohnt
„Vicious“ ist atmosphärisch, düster und handwerklich solide, aber erzählerisch unausgewogen. Dakota Fanning liefert eine der intensivsten Leistungen ihrer Karriere, doch das Drehbuch bleibt zu sprunghaft, um echte emotionale Tiefe zu entwickeln. Wer klassische Horrorstruktur erwartet, dürfte schnell den Überblick verlieren. Wer jedoch auf stimmungsvolle Bilder, körperlichen Horror und psychologische Abgründe steht, findet hier einen Film, der lange nachwirkt – gerade, weil er so verstörend und rätselhaft bleibt.
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