Dokumentation

„Thilo Mischke. Das Geschäft mit dem Coaching“ heute im TV: Reportage deckt Abgründe auf

Coaching-Boom mit dunkler Seite? Beleidigungen, Gewalt, Luxus-Coachings: Die neue ProSieben-Reportage mit Thilo Mischke zeigt die Abgründe der Life-Coach-Industrie.

Thilo Mischke sitz in der Doku „THILO MISCHKE. Das Geschäft mit dem Coaching“ mit fragendem Ausdruck im Gesicht vor dem Laptop.
Thilo Mischke in der Doku „Thilo Mischke. Das Geschäft mit dem Coaching“. Foto: Joyn; Clarissa Schreiner

Glück, Erfolg, Heilung – und das gegen Bezahlung. Der Coaching-Markt boomt wie nie zuvor. Doch was steckt wirklich hinter den Versprechen vieler sogenannter Life-Coaches? In der ProSieben-Reportage „Thilo Mischke. Das Geschäft mit dem Coaching – zwischen Motivation und Manipulation“ geht Journalist Thilo Mischke den Mechanismen einer Milliardenindustrie auf den Grund – und stößt auf verstörende Abgründe.

Sendetermin & Stream

Die Reportage „Thilo Mischke. Das Geschäft mit dem Coaching – zwischen Motivation und Manipulation“ läuft heute, am Montag, 23. März 2026, um 20:15 Uhr auf ProSieben im linearen TV-Programm.

Wer die Sendung lieber online sehen möchte oder die Ausstrahlung verpasst, kann sie zeitgleich sowie im Anschluss im Stream auf Joyn abrufen.

40.000 Coaches – ein kaum regulierter Markt

In Deutschland gibt es schätzungsweise 40.000 Life-Coaches – ein riesiger Markt in einer Branche ohne klare gesetzliche Regulierung. Grundsätzlich kann sich jede:r als Coach bezeichnen und entsprechende Dienstleistungen anbieten.

Thilo Mischke ordnet ein: „Wenn man sich den Coaching-Markt genauer ansieht, stellt man fest, dass sich hinter dem Begriff alles verbergen kann: von Astrologie über Psychotherapie und Persönlichkeitstraining bis hin zu Versprechen von Reichtum und Genesung. Und häufig verbinden Life-Coaches diese Themen sogar miteinander.“

Weltweit wurden laut einer US-Studie im Jahr 2025 rund 51 Milliarden Dollar mit Coaching und Persönlichkeitsentwicklung umgesetzt. Die Nachfrage ist groß – besonders in Krisenzeiten.

„Wir leben in unruhigen Zeiten. Vor allem Menschen, die gerade in ihrem Leben Halt suchen oder den Ausweg aus einer Lebenskrise, fühlen sich durch Coaching angesprochen“, sagt Mischke. Einige Anbieter:innen nutzten das gezielt aus und setzten auf Geschäftsmodelle, „die genau solche vermeintlichen Auswege anbieten, zu einem sehr hohen Preis“.

Schockierende Szenen aus der „Liberator Academy“

Im Zentrum der Reportage stehen unter anderem Recherchen zur „Liberator Academy“ des österreichischen Life-Coaches Markus Streinz. Mischke bekommt dort Szenen zu sehen, die sprachlos machen: Beschimpfungen, Erniedrigungen und laut Reportage sogar gefährliche körperliche Übergriffe – und das im Namen persönlicher Weiterentwicklung. Teilnehmer:innen zahlen dafür mehrere tausend Euro.

Luxus-Coaching für 12.500 Euro

Um sich ein eigenes Bild zu machen, begleitet Thilo Mischke auch ein exklusives Coaching in Dubai. Das Programm beginnt mit einem Wüstentrip in Luxus-Sportwagen und kostet laut Angaben 12.500 Euro.

Der Reporter spricht mit Teilnehmer:innen, Coaches und Psycholog:innen, um die Strukturen hinter dem Geschäftsmodell zu verstehen. Dabei stößt er auf sektenähnliche Dynamiken, hohen Gruppendruck und eine starke emotionale Abhängigkeit vieler Kund:innen.

Zwischen Selbstoptimierung und Ausbeutung

Die Reportage wirft eine zentrale Frage auf: Warum sind so viele Menschen bereit, hohe Summen für Lebenshilfe auszugeben – selbst wenn Methoden fragwürdig oder riskant erscheinen?

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit wächst offenbar der Wunsch nach Orientierung und schnellen Lösungen. Doch ohne klare Standards und Kontrollmechanismen kann der Coaching-Markt auch zur Gefahr werden.

Quellen