„Tatort“-Streichung ohne Vorwarnung: Das steckt hinter der Entscheidung
Inmitten von umstrittenen Wahlentscheidungen offenbarten sich in der ARD auch umstrittene Programmentscheidungen, denn urplötzlich war der „Tatort“ aus dem Programm verschwunden …

Seit einigen Wochen herrscht ein regelrechtes Programmchaos, was den „Tatort“ angeht, aber immerhin beweist die ARD so, dass man flexibel und spontan auf plötzliche Änderungen reagieren kann – mehr oder weniger. Abgesehen von der rekordverdächtigen Sommerpause und einer spontanen Programmänderung anlässlich des Todes von Andreas Hoppe wurde der „Tatort“ nun derartig stark von den Wahlereignissen in Sachsen-Anhalt beeinflusst, dass man komplett auf die Krimireihe verzichtete. Warum?
Eskapismus gegen Realismus: Warum gestern kein „Tatort“ lief
Die viel größere Frage, die man stellen sollte, ist, warum überhaupt ein „Tatort“ in Anbetracht jüngster Ereignisse auf seinen üblichen Sendeplatz gelegt wurde. Immerhin waren die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt weitestgehend absehbar, weshalb es generell verblüffend ist, dass nicht ohnehin eine Sondersendung anstelle des „Tatorts“ eingeplant war. Dazu kommt, dass der „Tatort“ diesen Sommer bereits mehrfach wegen verschiedenster Sportveranstaltungen ausgefallen ist.
Ursprünglich hatte die ARD geplant, die „Tatort“-Wiederholung „Das Ende der Nacht“ aus Saarbrücken auszustrahlen, doch am Ende der Nacht sah das Publikum zwei verlängerte Ausgaben der Tagesschau sowie Caren Miosga. In diesen Sendungen wurden die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt eingeordnet, aufgearbeitet sowie ausdiskutiert. Politisch blieb man auch im ZDF, wo es ab 22:15 Uhr eine Sonderausgabe von „Maybrit Illner“ zu sehen gab.
Die Fragen, die die Wahlergebnisse aufwerfen, ziehen sich auch noch bis zum heutigen Abend durch. Ab 20:15 Uhr gibt es weitere Politsendungen zu sehen. Was hingegen erst mal keine Ersatzausstrahlung bekommt, ist die gestern angesetzte „Tatort“-Wiederholung. „Das Ende der Nacht“ lässt sich dennoch in der ARD-Mediathek sichten – sonderlich sehenswert war die Wiederholung aber ohnehin nicht.
Eine große Frage, die die historisch hohen Wahlergebnisse der AfD nun aufwerfen, ist die Zukunft des MDR. Immerhin ist es Plan der Partei, den Rundfunkstaatsvertrag mit dem Fernsehsender zu kündigen. Die Auswirkungen dieses Szenarios lassen sich in diesem Artikel nachlesen.






