ARD-Hammer: Freitag wird zum „Tatort“-Tag! Was hinter der Entscheidung steckt
Der Sonntagabend gehört seit Jahrzehnten dem „Tatort“. Doch die ARD rüttelt nun an einer der größten TV-Traditionen Deutschlands – zumindest für alle, die ihre Krimis streamen.

Sonntag, 20:15 Uhr, Das Erste: Dieser Termin ist für Millionen Zuschauer:innen fest mit dem „Tatort“ verbunden. Seit dem 29. November 1970 läuft die Krimireihe im deutschen Fernsehen und gehört bis heute zu den erfolgreichsten Formaten der ARD.
Nun bekommt der „Tatort“-Sonntag allerdings Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Denn künftig müssen Fans gar nicht mehr bis zum Ende des Wochenendes warten, um die neuesten Fälle zu sehen. Neue „Tatort“-Folgen stehen bereits ab Freitag in der ARD-Mediathek zur Verfügung. Das gilt auch für den „Polizeiruf 110“.
„Tatort“ schon freitags: ARD ändert Streaming-Strategie
Los geht es bereits am Freitag, 11. September 2026. Registrierte Nutzer:innen können die jeweils neue Folge dann zwei Tage vor der linearen Ausstrahlung in der ARD-Mediathek abrufen.
Am traditionellen Sendeplatz im Ersten ändert sich hingegen nichts. „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ laufen weiterhin sonntags um 20:15 Uhr im Free-TV. Wer den neuesten Fall aber unbedingt zuerst sehen möchte, kann künftig bereits am Freitagabend loslegen.
ARD-Programmdirektorin Christine Strobl erklärt gegenüber „Bild“, das neue Angebot richte sich an „alle die, die nicht bis Sonntag warten können“.
Darum macht die ARD den Freitag zum „Tatort“-Tag
Hinter der Entscheidung steckt offenbar der Versuch, eine der stärksten ARD-Marken stärker an veränderte Sehgewohnheiten anzupassen. Der „Tatort“ soll damit nicht seinen angestammten Sonntagabend verlieren, sondern zusätzlich im Streaming attraktiver werden.
„Deutschland ist eine Krimi-Nation – und ‚Tatort‘ und ‚Polizeiruf 110‘ gehören zu seinen bekanntesten Marken“, erklärt Strobl. Das Erfolgsgeheimnis der Reihen bestehe darin, „regionale Handschriften mit Verlässlichkeit und ständiger Weiterentwicklung“ zu verbinden.
Dabei hebt die Programmdirektorin ausgerechnet etwas hervor, das durch die frühere Veröffentlichung interessant werden dürfte: „Am Montag sprechen so viele Menschen über denselben Fall.“
Künftig könnten einige davon den Krimi zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits seit drei Tagen kennen. Die ARD nimmt damit in Kauf, dass sich das gemeinsame Seherlebnis stärker über das Wochenende verteilt. Gleichzeitig bleibt der Sonntagstermin als feste TV-Institution bestehen. Ganz neu ist die Strategie im deutschen Fernsehen ohnehin nicht. Das ZDF stellt verschiedene große Formate ebenfalls bereits vor ihrer linearen Ausstrahlung zum Streaming bereit.
Dieser „Tatort“ macht am Freitag den Anfang
Die neue Regelung startet mit „Tatort: König in Gelb“. Darin ermittelt Maria Furtwängler wieder als Charlotte Lindholm, an ihrer Seite ist Andreas Lust als Matthias Vogel zu sehen.
Der Fall führt die beiden nach Kleinhude in Niedersachsen. Dort befindet sich ein sogenanntes Demenzdorf, in dem Menschen mit Demenz ein möglichst normales Alltagsleben führen sollen. Einer der Bewohner gerät unter einen ungeheuerlichen Verdacht: Er soll ein Serientäter sein und sieben Menschen getötet haben.
Wer wissen will, was hinter den Vorwürfen steckt, muss dank der neuen ARD-Strategie nicht mehr bis Sonntag warten. „König in Gelb“ ist ab Freitag, 11. September, in der ARD-Mediathek verfügbar. Im klassischen Fernsehen bleibt dagegen alles beim Alten: Dort beginnt der neue „Tatort“ weiterhin am Sonntagabend.






