Hat die Serie das verdient?

„Stranger Things“-Finale geht bald auf Netflix online – und viele Fans wollen es boykottieren

Das große Finale von „Stranger Things“ steht kurz bevor. Doch um wie viel Uhr genau ist das Serienende bei Netflix abrufbar, und sorgen die zuletzt stark gefallenen Fanbewertungen tatsächlich dafür, dass weniger Menschen einschalten?

Eleven (Millie Bobby Brown) und ihre Schwester Kali (Linnea Berthelsen) in Stranger Things Staffel 5
Eleven (Millie Bobby Brown) und ihre Schwester Kali (Linnea Berthelsen) in „Stranger Things“, Staffel 5. Foto: Netflix

Das Ende einer der größten Netflix-Serien aller Zeiten sorgt schon vor der Veröffentlichung für Diskussionen. Nach fast einem Jahrzehnt verabschiedet sich „Stranger Things“ mit seiner fünften und letzten Staffel. Während viele Fans dem Abschluss entgegenfiebern, hat die zweite Hälfte der finalen Staffelhälfte für unerwartet viel Kritik gesorgt. Vor allem die Bewertungen auf Plattformen wie Rotten Tomatoes sind deutlich eingebrochen.

Wann geht das „Stranger Things“-Finale bei Netflix online?

Netflix bleibt seinem gewohnten Veröffentlichungsrhythmus treu. Das Finale von „Stranger Things“ ist in Deutschland ab 2 Uhr nachts in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar abrufbar. Wer also den Jahreswechsel mit Hawkins verbringen will, muss entweder lange wach bleiben oder sehr früh aufstehen. Gut also, dass heute Silvester ist!

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Netflix veröffentlicht seine großen Highlights weltweit zeitgleich, um Spoiler zu vermeiden und einen globalen Hype auszulösen. Gerade bei einer Serie wie „Stranger Things“, die international Millionen Fans hat, ist das entscheidend.

Schrecken die schlechten Bewertungen wirklich Zuschauer ab?

Kurz vor dem Serienende geriet „Stranger Things“ unerwartet in die Kritik. Auf Rotten Tomatoes kommt das Finale beim Publikum nur noch auf 56 Prozent positive Bewertungen, während professionelle Kritiker die Staffel weiterhin solide bewerten. Besonders auffällig: Als im November zunächst nur der erste Teil der finalen Staffel verfügbar war, lag der Zuschauerschnitt noch im 70-Prozent-Bereich.

So niedrig fiel das Fan-Feedback für „Stranger Things“ noch nie aus. Zum Vergleich: Selbst Staffel drei, lange als schwächste Season gehandelt, erreichte noch 86 Prozent positive Nutzerstimmen. Kritisiert werden vor allem das Drehbuch, zu viele neue Figuren und erklärende Dialoge. Besonders die vorletzte Folge „Die Brücke“ steht im Fokus, die bei IMDb mit 5,4 von 10 Punkten die bislang schlechteste Bewertung einer „Stranger Things“-Episode erhielt.

Ob diese Kritik tatsächlich dazu führt, dass weniger Menschen das Finale schauen, ist jedoch fraglich. Erfahrungsgemäß gilt: Gerade kontroverse Enden sorgen oft für noch mehr Neugier. Serien wie „Game of Thrones“ oder „Lost“ wurden ebenfalls stark kritisiert und erzielten dennoch enorme Abrufzahlen bis zur letzten Minute.

Kontroverse um Wills Coming-out spaltet die Fans

Ein zentraler Streitpunkt ist Wills Coming-out in der vorletzten Folge. In einem emotionalen Monolog outet sich Will Byers gegenüber seinen Freunden als homosexuell. Während viele diesen Moment als wichtig für die Figur feiern, werfen andere der Serie vor, die Handlung kurz vor dem Showdown auszubremsen.

Sogar Elon Musk meldete sich auf X zu Wort und kritisierte, dieser Moment werde „einem Publikum aufgezwungen, das einfach nur simple Science-Fiction genießen möchte“. Etwas anderes hätte man von einem Mann wie Musk auch nicht erwartet. Dass er die Serie nicht mehr genießen kann, nur weil nicht jede Figur darin denkt und liebt wie er, spricht Bände über seinen Charakter.

Andere Fans betonten hingegen, dass Wills Sexualität bereits seit Staffel eins angedeutet gewesen sei – sie störten sich weniger am Inhalt als am Zeitpunkt des Monologs.

„Alice im Wunderland“-Vergleich. Entpuppt sich Els Schwester Kali im Finale als Bösewicht?

Kali Prasad, auch bekannt als Nummer Acht, bleibt eine der geheimnisvollsten Figuren des „Stranger Things“-Universums. Als Eleven’s „Schwester“ aus dem Hawkins-Labor besitzt sie die Fähigkeit, Illusionen zu erzeugen und verfolgt einen deutlich düstereren, rachsüchtigen Weg als El.

Viele Fans fragen sich deshalb: Könnte Kali im Finale eine antagonistische Rolle einnehmen? Offiziell bestätigt ist das nicht. Klar ist jedoch, dass Kali schon in Staffel zwei als moralischer Gegenpol zu Eleven aufgebaut wurde. Während El versucht, ihre Kräfte verantwortungsvoll einzusetzen, nutzt Kali ihre Fähigkeiten gezielt zur Vergeltung. Theoretisch wäre eine Rückkehr als ambivalente oder sogar gegnerische Figur also durchaus schlüssig.

+++ „Stranger Things 5“: Upside Down erklärt – das größte Geheimnis der Serie wurde endlich gelüftet +++

Parallel dazu sorgen Theorien um Holly Wheeler für Gesprächsstoff. Ihre Reise in die Upside Down erinnert viele Fans an „Alice im Wunderland“ – inklusive der Idee, dass sie zu einer Art Wegweiserin in der verzerrten Welt werden könnte. Bei diesem Ansatz ist Henry alias Vecna das weiße Kaninchen aus „Alice im Wunderland“. Beide Theorien lassen sich kombinieren, denn wenn Henry der „White Rabbit“ wäre, bräuchte es eine Herzkönigin, der er dient. Handelt es sich hierbei um Kali?

Ob sich Kali, Holly und Vecna im finalen Konflikt als jemand anderes erweisen, als sie zu sein scheinen, wird sich erst in den letzten Episoden zeigen.

Fest steht: Trotz Kritik, gesunkener Bewertungen und hitziger Debatten wird das Finale von „Stranger Things“ eines der meistdiskutierten Serienenden des Jahres. Nur zwei Stunden nach dem Übergang von 2025 zu 2026 geht es auf Netflix los.

Und auch genau das könnte am Ende dafür sorgen, dass mehr – nicht weniger – Menschen einschalten. Gut, dass morgen auch noch ein Tag ist!

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