Saarbrücker „Tatort“ spaltet das Publikum: Zuschauer:innen machen ihrem Frust im Netz Luft
Der neue Saarland-„Tatort“ sorgt für reichlich Diskussionen. Während ein Teil des Publikums scharfe Kritik übt, verteidigen andere den Krimi leidenschaftlich – selten war die Stimmung in den sozialen Netzwerken so gespalten.

Mit „Das Böse in Dir“ hat der siebte Fall des Saarbrücker „Tatort“-Teams um die Kommissare Adam Schürk und Leo Hölzer am Sonntag, 8. Februar, seine TV-Premiere in der ARD gefeiert. Gedreht wurde der Krimi im Saarland, sowie im französischen Blies-Guersviller. Doch statt Begeisterung dominierte bei vielen Zuschauer:innen vor allem eines: Unmut.
Kritik schon zu Beginn: Ton und Kamera im Fokus
Kaum lief der Film an, füllten sich X (ehemals Twitter) und Instagram nur so mit Kommentaren. Besonders häufig wurde die technische Umsetzung kritisiert: Zahlreiche Nutzer:innen bemängelten eine schwer verständliche Tonspur und störende Kameraführung. Kommentare wie „Katastrophale Tonqualität“, „Ich muss mit Untertiteln schauen“ oder „Wackelkamera geht mir auf den Senkel“ machten schnell die Runde. Einige gaben sogar an, große Teile der Dialoge kaum verstanden zu haben.
Auch die Story gerät unter Beschuss
Nicht nur technisch, auch inhaltlich konnte der Saarland-Krimi viele nicht überzeugen. Die Handlung rund um einen Mordfall in einem fiktiven Grenzort und alte Fehden zwischen zwei Familien wurde von Teilen des Publikums als zäh, unübersichtlich und spannungsarm empfunden. Aussagen wie „zieht sich wie Kaugummi“ oder „schlecht erzählt trotz guter Idee“ häuften sich schnell. Ein besonders bissiger Kommentar verglich den Krimi sogar mit einem Rosamunde-Pilcher-Film – allerdings ohne dessen Spannung.
Kommissare Schürk und Hölzer: Fans wünschen sich mehr Nähe
Auffällig oft drehte sich die Diskussion auch um die Beziehung zwischen Schürk und Hölzer. Einige Fans wünschten sich eine stärkere emotionale Annäherung der beiden Ermittler und äußerten offen Enttäuschung darüber, dass es erneut lediglich bei Andeutungen blieb. Stattdessen sorgte eine andere queere Beziehung, nämlich die von Hauptkommissarin Esther Baumann, im Film für Gesprächsstoff – allerdings nicht bei allen aus den gleichen Gründen.
Darstellung des Saarlandes sorgt für Ärger
Ein weiterer Kritikpunkt: das Bild des Saarlandes, das der Film zeichnete. Mehrere Zuschauer:innen empfanden die Darstellung als zu düster und klischeehaft. Kommentare wie „So ist das Saarland nicht“ oder „Warum zeigt man nicht auch die schönen Seiten?“ machten deutlich, dass sich manche Einheimische schlecht repräsentiert fühlten. Selbst typische regionale Elemente wurden schmerzlich vermisst.
Wie geht es weiter? Der nächste Fall kommt
Das Gesamturteil in den sozialen Netzwerken fiel überwiegend kritisch aus – mit Bewertungen wie „90 Minuten verschwendete Lebenszeit“ oder einer ironischen „-5 von 10“. Gleichzeitig gab es aber auch positive Stimmen, die die Vielschichtigkeit der Figuren, die Atmosphäre und den Mut zur Weiterentwicklung lobten. Einige Fans zeigten sich überzeugt: Der Saarland-„Tatort“ habe genau dadurch seinen eigenen Charakter.
Unabhängig von der Debatte steht fest: Der nächste Saarbrücker „Tatort“ ist bereits in Planung. Noch Ende Februar sollen die Dreharbeiten für den achten Fall starten. Ob das Team dann mehr Zustimmung erhält oder erneut für Diskussionen sorgt, dürfte die Fangemeinde gespannt verfolgen.










