Quoten-Flop für Prime Video: Deutscher „American Gladiators“-Ableger fällt beim Publikum durch
Zwischen Erfolg bei RTL und Ernüchterung bei Prime Video: Die Neuauflage von „Gladiators“ zeigt erneut, wie unterschiedlich Sender-Streamer-Kooperationen ausgehen können.

Prime Video ist in den vergangenen Monaten mehrere Kooperationen mit TV-Sendern eingegangen, um alte Kultformate wiederzubeleben – mit gemischtem Erfolg. Bereits bei der Neuauflage von „Der letzte Bulle“ mit Sat.1 zeigte sich ein deutliches Muster: Während der Sender selbst gute Quoten verzeichnete, blieb die Resonanz bei Prime Video verhalten. Sat.1 zieht mittlerweile sogar ohne Amazon weiter. Nun deutet sich bei der jüngsten Kooperation ein ähnliches Bild an.
Enttäuschender Start für „Gladiators“
Am 6. August feierte „Gladiators“ Premiere – die deutsche Neuauflage der einstigen Kultshow „American Gladiators“, bei der Amazon diesmal mit RTL zusammenarbeitet. Die Ausbeute für Prime Video fiel jedoch erneut ernüchternd aus. In den täglichen Amazon-Top-10 kletterte das Format zunächst auf Platz 5, verschwand aber innerhalb weniger Tage komplett aus dem Ranking.
Auch in der offiziellen AGF-Ausweisung der Programmmarken tauchte „Gladiators“ in der Startwoche nicht auf. Da für jeden teilnehmenden Anbieter dort eine Top 5 ausgewiesen wird und die Show fehlt, erreichte sie in den ersten drei Tagen nach Veröffentlichung nachweislich weniger als 240.000 Personen – so viel wie „King of Queens“ auf dem letzten Platz dieser Rangliste.
Zur Einordnung: Bereits eine gesehene Sekunde des Formats reicht für die Zählung aus. Da die erste Auswertungswoche nur drei Tage nach Veröffentlichung umfasste, wird eine vollständige Woche erst in Kalenderwoche 24 sichtbar sein – das schnelle Verschwinden aus den Amazon-eigenen Top 10 lässt aber schon jetzt wenig Gutes erahnen.
„Two and a Half Men“ hat weiterhin viele Fans
Die Spitze des Prime-Video-Rankings belegte stattdessen ausgerechnet die betagte Sitcom „Two and a Half Men“. Dass die Serie regelmäßig im Ranking auftaucht, ist an sich nicht ungewöhnlich – meist pendelt sie um eine Nettoreichweite von rund einer halben Million Zuschauer. Diesmal jedoch schoss der Wert deutlich in die Höhe: Die AGF weist eine Streaming-Nettoreichweite von 1,15 Millionen Personen aus, mehr als doppelt so viel wie in der Vorwoche.
Damit war die Sitcom angebotsübergreifend die reichweitenstärkste Programmmarke hinter „Tagesschau“, „ZDFheute“ und „ntv Nachrichten“ – allesamt Nachrichtenformate, die von Clips auf ihren News-Websites profitieren.
Erfolgreiche Staffelstarts bei der Konkurrenz
Deutlich besser lief es hingegen bei anderen Streaminganbietern. Bei Joyn erreichte „Villa der Versuchung“ in der Auftaktwoche 0,623 Millionen Zuschauer im Streaming – ein Plus von 360.000 gegenüber dem Vorjahresstart. Damals hatte der beste Wochenwert der gesamten Staffel bei 0,664 Millionen gelegen.
Bei RTL+ kam „Die Verräter“ zum Auftakt auf eine Streaming-Nettoreichweite von 0,521 Millionen und übertraf damit den Vorjahreswert leicht um rund 5.000 – ein neuer Bestwert für das Format. Das reichweitenstärkste Reality-Format im Streaming war allerdings „Ex on the Beach“, das mit 0,668 Millionen die höchste Nettoreichweite seit sechs Wochen erzielte.
Bei RTL freut man sich derweil, dass sich „GZSZ“ bereits die sechste Woche in Folge über der Millionenmarke halten konnte. Als überraschender Streaming-Hit entpuppte sich zudem „Die Sendung mit dem Elefanten“: Nachdem die Streaming-Reichweite in der Vorwoche bereits bei 0,365 Millionen gelegen hatte, stieg sie diesmal auf 0,506 Millionen – genug für Platz 10 im angebotsübergreifenden Ranking.









