Der Tanz der Drachen nähert sich seinem Ende

„House of the Dragon“: Fünf Tote im Staffel-3-Finale! So geht es in Staffel 4 weiter

Das Finale von „House of the Dragon“ Staffel 3 endet dramatisch – und erklärt nebenbei, warum George R.R. Martin so wütend auf die Serie ist.

Roddy die Ruine im erbitterten Zweikampf.
Roddy lebte für den Kampf und starb für seine Königin. Foto: Ollie Upton/HBO

Das Finale der dritten Staffel von „House of the Dragon“ liefert einen der dunkelsten Momente der gesamten Serie – und lässt gleichzeitig erahnen, warum George R.R. Martin in seinem berühmten Blogbeitrag so offen seinen Unmut über Ryan Condals Adaption äußerte. Der Beitrag wurde zwar schnell gelöscht, doch im Rückblick auf das Finale wird sein Inhalt auf tragische Weise verständlich.

Die fünf Toten des Finales

Das letzte Episode der dritten Staffel fordert gleich fünf Todesopfer. Den Anfang macht der Hohe Septon: Als er sich weigert, Rhaenyra bei der Septe von Baelor zu salben, erklärt sie ihn zum Verräter und lässt ihn sofort hinrichten – ein düsteres Vorzeichen für die Ereignisse des Tages.

In der Schlacht bei Tumbleton stirbt anschließend Ormund Hightower, der über Wochen Rhaenyras Ruf von seinem eingenommenen Sitz aus beschädigt hatte. Ebenfalls in der Schlacht fällt Roddy der Verderber. Hughs Frau Kat kommt im Chaos der brennenden Stadt ums Leben – ihr Tod dürfte in Staffel 4 noch eine entscheidende Rolle spielen. Und schließlich Helaena Targaryen, deren Sprung aus dem Fenster die letzte Szene der gesamten Staffel bildet.

Rhaenyra verliert sich selbst

Nachdem Rhaenyra den größten Teil der Staffel damit verbracht hat, sich als Königin des Volkes zu präsentieren, schlägt ihre Haltung im Finale um. Die Erkenntnis, dass Aegon und sein Drache noch am Leben sind, und die Nachricht, dass Ormund Hightower von Tumbleton aus ihren Ruf beschädigt, treiben sie zur Offensive. Dabei nimmt sie keine Rücksicht mehr – auch nicht auf ihre Halbschwester Helaena Targaryen, die allein in der Roten Burg zurückgelassen wurde, nachdem Rhaenyra Alicent Hightower nach Harrenhal geschickt hat, um ihren eigenen Sohn Aemond zu töten.

Die schwangere Helaena hat derweil aufgehört zu essen. Als Rhaenyra versucht, sie dazu zu bringen, Nahrung aufzunehmen, bricht Helaena ihren Schweigen – und trifft die Schwarze Königin an ihrer verletzlichsten Stelle: Alles, worum Rhaenyra kämpfe, sei hässlich und wertlos. Ihr Vater Viserys würde nicht mögen, was sie tue. Rhaenyra nimmt das nicht hin und zwingt Helaena zum Essen.

Kurz zuvor hatte Mysaria, die von Rhaenyra nach Pentos geschickt worden war, sich dem Chaos in Königsmund entzogen und Helaena gewarnt: Sie und ihr ungeborenes Kind würden immer Geiseln Rhaenyras bleiben. Nach der Zwangsernährung sehen wir Helaena zum letzten Mal – bevor sie aus dem Fenster springt und auf den Zinnen darunter stirbt. Rhaenyra findet ihren Körper, und die letzte Szene der Staffel zeigt, wie sie das Fenster schließt.

Die Schmetterlinge und Martins Vorhersage

Unmittelbar nach Helaenas Tod zeigt die Serie Alicent, die sich auf dem Weg zurück nach Königsmund befindet. Sie tritt auf einen Busch zu – und ein Schwarm blauer Schmetterlinge fliegt ihr entgegen. Seit Staffel 1 hat Helaena eine besondere Affinität zu Insekten, insbesondere Raupen.

Die Schmetterlinge als Symbol ihres Todes wirken deshalb besonders eindringlich – und erklären rückblickend auch den Titel von Martins gelöschtem Blogbeitrag „Beware the Butterflies“ (wobei dieser auch auf den berühmten Schmetterlingseffekt anspielt). Martin hatte darin geschrieben, dass Helaenas Tod die letzte Szene der Staffel sein würde. Er behielt recht.

In Martins Romanvorlage „Feuer und Blut“ ist der eigentliche Auslöser für Helaenas Tod der Tod ihres jüngsten Sohnes Maelor, der von einem Mob zerrissen wird. Die Serie hat Maelor komplett gestrichen – und führt Helaenas Suizid stattdessen auf ihre zunehmend grausame Behandlung durch Rhaenyra zurück. Genau diese Abweichung war der Kern von Martins Kritik.

Die Schlacht bei Tumbleton – anders als im Buch

Die Schlacht bei Tumbleton verläuft anders als von beiden Seiten geplant. Ormund Hightower glaubte, mit Ulf dem Weißen und seinem Drachen Silberschwinge einen entscheidenden Trumpf in der Hand zu haben – Ulf sollte die Armee der Schwarzen verbrennen. Doch Ulf war betrunken und bewusstlos, als die Schlacht begann.

Als Ormund ihn wutentbrannt zur Rede stellte, entschied Ulf sich kurzerhand, beide Seiten zu bekämpfen – und brannte Schwarze, Grüne und Unschuldige gleichermaßen nieder. Ormund starb, die Stadt Tumbleton wurde verwüstet, und der politische Schaden für Rhaenyra ist enorm.

Hugh ignorierte Rhaenyras Befehl, in Königsmund zu bleiben, und flog nach Tumbleton, um seine Frau Kat zu retten – vergeblich. Im Buch gilt er gemeinsam mit Ulf als einer der „zwei Verräter", weil auch er die Seite wechselte. In der Serie blieb er der Schwarzen Seite treu, doch sein eigenmächtiges Handeln und der Tod seiner Frau dürften sein weiteres Schicksal prägen.

In „Feuer und Blut" fanden zwei separate Schlachten bei Tumbleton statt – „House of the Dragon" hat beide zu einer einzigen verheerenden Auseinandersetzung zusammengefasst.

Wie geht es in Staffel 4 weiter?

Das Finale hinterlässt mehrere offene Handlungsstränge für die vierte und zeitgleich finale Staffel, die 2028 erscheinen soll.

Alicents Rückkehr nach Königsmund dürfte explosive Konsequenzen haben. In „Feuer und Blut“ überlebt sie alle ihre Kinder, bevor sie später an Winterfieber stirbt – wie sie aber in Gefangenschaft gerät, ist in der Buchvorlage unklar. Dass Helaena auf Rhaenyras Wache gestorben ist, dürfte Alicent kaum kalt lassen.

Aegon und Aemond treffen sich in Harrenhal: Aegon macht seinem Bruder Vorwürfe wegen seines Mordversuchs, deutet aber Vergebung an – sofern sie gemeinsam Vhagar finden und Königsmund zurückerobern.

Und Rhaenyra selbst? Kurz bevor sie das Fenster auf Helaenas Tod schließt, entdeckt sie einen Wandteppich, den Helaena gestickt hat – und der nicht nur Helaenas eigenen Tod vorwegnimmt, sondern auch Rhaenyras Zukunft zeigt: eine blutige Rhaenyra auf dem Eisernen Thron, hinter ihr Flammen, und der entstellte Sonnfeuer im Hintergrund. Wer Martins Vorlage kennt, weiß: Das ist keine allzu ferne Prophezeiung.

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