Achtung, Verwechslungsgefahr: Was hat es mit „XY gelöst“ im ZDF auf sich?
„Aktenzeichen XY... Ungelöst“ gehört seit Jahrzehnten zum ZDF-Programm. Doch heute Abend steht plötzlich „XY gelöst“ auf dem Programm. Was zunächst nach einem ähnlichen Konzept klingt, unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt vom Original.

Normalerweise bittet das ZDF bei „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ die Zuschauer:innen um Mithilfe: Ungeklärte Verbrechen werden rekonstruiert, Fahndungsbilder gezeigt und Hinweise aus der Bevölkerung gesucht. Bei „XY gelöst“ ist die Ausgangslage eine völlig andere.
Denn wenn Sven Voss am Mittwoch, 16. September, um 20:15 Uhr übernimmt, stehen Fälle im Mittelpunkt, deren Täter:innen bereits ermittelt werden konnten. Statt einer Fahndung erwartet das Publikum eine True-Crime-Dokumentation darüber, wie die Polizei teils nach jahrelanger Suche doch noch auf die entscheidende Spur kam.
Was ist „XY gelöst“?
„XY gelöst“ ist ein Ableger von „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ und läuft bereits seit 2022 im ZDF. Moderator Sven Voss rekonstruiert darin gemeinsam mit Ermittler:innen, Staatsanwält:innen und weiteren Beteiligten bereits aufgeklärte Verbrechen.
Der große Unterschied zum bekannten Original: Das Publikum soll nicht dabei helfen, einen aktuellen Fall zu lösen. Stattdessen blickt die Sendung zurück und zeigt, welche Spuren die Ermittlungen voranbrachten, welche Sackgassen es gab und wie letztlich der Durchbruch gelang.
Dafür besucht Voss auch die damaligen Tatorte. Bereits 2022 erklärte der Moderator gegenüber der Nachrichtenagentur teleschau, das Format sei dadurch „etwas reportagiger, dokumentarischer und journalistischer“ als das Vorbild.
Die Verwechslungsgefahr ist also durchaus gegeben: Wo „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ nach Antworten sucht, erzählt „XY gelöst“, wie diese Antworten gefunden wurden
„XY gelöst“ heute: Diese Fälle zeigt das ZDF
Insgesamt hat das ZDF vier neue Folgen produziert. Sie tragen die Titel „Stumm vor Angst“, „Die Tote im Rollkoffer“, „Der letzte Schulweg“ und „Der Frauenjäger“. Alle vier Filme stehen bereits seit dem 9. September auf zdf.de zum Abruf bereit. Im linearen Fernsehen werden jeweils zwei Folgen am 16. September und am 25. November gezeigt.
Los geht es heute um 20:15 Uhr mit einem besonders langwierigen Mordfall. Eine 21-Jährige verschwindet während eines Spaziergangs und wird später ermordet aufgefunden. Obwohl vieles auf ein sexuelles Motiv hindeutet, bleiben Fragen offen – unter anderem, weil die Tote keine Abwehrspuren aufweist.
Mehr als 20 Jahre vergehen, ehe ein unerwarteter Anruf bei der Kriminalpolizei schließlich die entscheidende Wende bringt. Sven Voss spricht für die Dokumentation mit damaligen Ermittlern und dem zuständigen Staatsanwalt über die jahrelange Suche und ihre Rückschläge.
„Die Tote im Rollkoffer“ läuft direkt im Anschluss
Um 21 Uhr folgt mit „Die Tote im Rollkoffer“ bereits die zweite Ausgabe des Abends. Ausgangspunkt ist ein grausiger Fund: Ein Spaziergänger entdeckt einen teilweise vergrabenen Rollkoffer, in dem sich die Leiche einer Frau befindet.
Zunächst ist nicht einmal bekannt, wer die Tote ist. Eine entscheidende Rolle bei ihrer Identifizierung spielen schließlich ihre Zähne. Sven Voss trifft dafür unter anderem den Rechtsmediziner Dr. Rüdiger Lessig von der Universität Halle und zeichnet anschließend nach, wie die ungewöhnlichen Ermittlungen weitergingen.
Das Konzept kommt beim Publikum offenbar gut an: Bei der vorherigen Ausstrahlung im Juni sahen laut „Prisma“ knapp vier Millionen Menschen zu, der Gesamtmarktanteil lag bei 19,4 Prozent.
Wer heute also beim Blick ins ZDF-Programm kurz stutzt, muss sich keine Sorgen machen: „Aktenzeichen XY... Ungelöst“ wurde nicht einfach umbenannt. „XY gelöst“ ist ein eigenständiger Ableger, der dort ansetzt, wo die klassischen Fahndungsfälle im besten Fall irgendwann enden – bei ihrer Aufklärung.






