Gaming

"God of War" auf PS4 im Test: Ein göttliches Abenteuer!

God of War PS4
"God of War": Die Wiedergeburt einer Legende! Wir haben den neuesten Ausflug von Kratos auf PS4 getestet! Sony Playstation

Mit "God of War" für die PS4 wird die ikonische Spiele-Reihe um Halbgott Kratos komplett neu erfunden: In unserem Test erfahrt ihr wie göttlich "God of War" auf PS4 wirklich ausgefallen ist.

getestet für TVMovie.de von David Rams

Ein vernarbter und zersauster Held mit Blut unterlaufenen Augen blickte uns äußerst ernst und erschöpft entgegen: Als 2016 die ersten Filmplakate zu "Logan" von James Mangold die Runde machten, war allen Superhelden-Fans sofort klar, dass wir es diesmal nicht mit einer typischen X-Men-Fortsetzung zu tun haben werden. In naher Zukunft wird Publikumsliebling „Wolverine“ nicht nur alt, sondern ist lediglich ein Schatten seines früheren Selbst. Vorbei waren die Zeiten des stählernen Helden mit Six Pack und hohem Aggressionspotential, der seine Widersacher mit seinen scharfen Klingen in Sekundenschnelle auseinandergenommen hat.

Doch in der Welt von "Logan" ist nichts mehr "super" am ehemaligen Vorzeigehelden: Nicht nur die physischen Narben zeugen von tiefen Verletzungen und einer gebrochenen Seele, auch optisch ist "Wolverine" aka Logan alt, zerfallen und bärtig geworden. Doch das Schicksal eines jungen Mädchens setzt ein letztes Aufbäumen in einem Helden frei, der mit seinem Schicksal schon längst abgeschlossen hat. Und ähnlich wie James Mangold mit „Logan“ haben versucht das Santa Monica-Studio auf der PS4 nichts Geringeres, als eine (Spiele-)Legende altern zu lassen und dabei komplett neu zu erfinden. Auch deshalb ist "God of War" kein vierter Teil einer Reihe, sondern eine komplette Wiedergeburt des ikonischen Halbgottes. Und die hat es wirklich in sich!

God of War PS4
"Bergsteiger" Kratos und Atreus: Dieser Weg wird kein leichter sein...              PS4
 

Old Man Kratos: Eine Spiele-Legende wird in "God of War" wiedergeboren

Während sich Kratos bspw. zu Beginn von "God of War 3" voll Adrenalin Richtung Olymp gequält hat und alles, was ihm im Weg stand, brutal auseinandergenommen hat, beginnt "God of War" auf PS4 fast schon zärtlich leise: Denn der gealterte Spartaner und sein neugieriger Sohnemann Atreus müssen im eisigen Winter Skandinaviens genug Brennholz sammeln, um ihrer verstorbenen Mutter Faye die letzte Ehre zu erweisen. Nur einen Wunsch hatte die Gattin von Kratos: Ihre Asche soll auf dem höchsten Berg Midgards verstreut werden. Kratos und Atreus machen sich also auf eine Reise, die sie eigentlich nur näher zusammenbringen sollte. Doch ihr Weg ist übersät mit Monstern und finsteren Gesellen: Anscheinend haben die nordischen Götter rund um Odin nicht unbedingt gerne einen Halbgott aus dem fernen Osten in ihren Reihen…

Dass sich dieser Kratos von Beginn an anders präsentiert, steuert und auch anfühlt, wurde von vielen "God of War"-Jüngern im Vorfeld mit viel Skepsis bedacht. Auch die Vater-Sohn-Geschichte schien einigen sauer aufzustoßen, schließlich hat die adrenalintreibende Struktur und die brachiale Spielewelt der Vorgänger nur noch wenig mit dem zu tun, was uns Sony in „God of War“ auf PS4 präsentiert. Doch bereits in den ersten Spielminuten, in denen Einstieg, Zwischensequenzen und Spielabschnitte quasi Hand in Hand übergehen, nimmt uns das "Santa Monica-Studio" auf eine der wohl emotionalsten und mitreißendsten Spiele-Erfahrungen mit, die wir in den vergangenen Jahren miterleben durften.

"God of War" auf PS4 Kratos und Atreus am See
In "God of War" ist das verbindende Element in Midgard der große See!          PS4

Im Zentrum steht nicht nur die brillante Spielemechanik, sondern vor allem die unglaublich glaubwürdige Vater-Sohn-Geschichte. Die Dynamik zwischen Kratos und Atreus ist dermaßen packend geschrieben, glaubwürdig umgesetzt und perfekt in das Spielgeschehen integriert, dass jeglicher Zweifel im Nu verflogen war. Atreus ist nicht etwa ein nerviger kleiner Balg, sondern ein extrem wichtiger und fähiger NPC-Begleiter, der uns in den brachialen Kämpfen regelmäßig unterstützt und zu dem Spieler, schneller als ihnen lieb ist, eine emotionale Bindung aufbauen werden. Kratos ist und bleibt Kratos – doch raue Liebe zu seinem Sohn macht selbst einen unbarmherzigen Kriegsgott etwas sanftmütiger. Insgesamt 25-30 Spielstunden dauert die emotionale Reise und wird vor allem dank der großartigen Haupt- und Nebenfiguren sowie der packenden Geschichte nie langweilig.

 

"God of War": Mit der Axt mitten ins Spielerherz

Ein kleines Geständnis: Zu Beginn konnte ich es mir nicht verkneifen Kratos‘ neues "Spielzeug", nämlich die brillante Leviathan-Axt, regelmäßig auf Gegner oder ins Nirgendwo werfen, um sie per Dreieck wieder "zurückzuholen". Und dieser Effekt wurde selbst nach zig Spielstunden nicht alt. Es ist eines, der brillanten Gimmicks eines überholten und beeindruckenden Kampfsystems, das im taktischen Kern eher an "Dark Souls" & Co. erinnert. Die Leviathan-Axt kann nicht nur regelmäßig mit speziellen Runen, Verzauberungen upgegradet werden, sondern spielt sich im Zusammenspiel mit Schild, verschiedenen Angriffstechniken und Kombos auch immer wieder anders. Das hervorragende Trefferfeedback verleiht dem Handling mit Axt und Schild eine unglaubliche Wucht: Selbst bei kleineren Gegnern hat man ein perfektes Gefühl dafür, wie viel Kraft und Stärke Kratos jeder gezielte Schlag kostet.

Von einem Open-World-Titel ist "God of War" zwar weit entfernt, doch überall in der nordischen Spielewelt verstecken sich abseitige Pfade und Gebiete, in denen Spieler mit kleinen Axt-Rätseln unterhalten werden oder Truhen finden, die wichtige Upgrades beinhalten. Generell ist das Loot-System gut in der Geschichte verankert: Dank Erfahrungspunkten und einer Währung upgraden wir nicht nur unsere Fähigkeiten, sondern craften uns neue Rüstungen bzw. erweitern die bestehenden mit Talismanen, Verzauberungen oder Sockeln. Der Crafting-Aspekt nimmt nie Überhand, auch wenn das Aufleveln im späteren immer wichtiger wird, um bspw. zu bestimmen, wie sich Kratos im Kampf verhalten soll. Lieber brachialer Tank oder flinker Stealth-Spieler? Der unterschiedliche Fokus auf die Grundwerte Stärke, Vitalität, Abwehr & Co. beeinflusst auch maßgeblich, wie sich Kratos in den atemberaubenden Kämpfen spielt. Und natürlich ist auch ein Rage-Modus von der Partie, der in Kämpfen aufgeladen wird und zum richtigen Zeitpunkt nicht nur den Halbgott zum Kochen bringt, sondern womöglich einen aussichtslosen Kampf die entscheidende Wende gibt.

Dass sich „God of War“ ganz anders als die Vorgänger spielt, liegt auch an der Schulter-Perspektive, die vor allem in Kämpfen extrem immersiv und nah am Geschehen wirkt. Teilweise verliert man als Spieler bei vielen Gegnern die Orientierung, wird dank Atreus und einem kleinen Pfeil am unteren Bildrand vor gegnerischen Angriffen im Rücken gewarnt.

 

"God of War": Das schönste Spiel dieser PS4-Generation

Adrenalintreibende Kämpfe, emotionale Zwischensequenzen und eine wahnsinnig ausbalancierte Spielemechanik: Das alles macht "God of War" aus und ist in eine der schönsten Spielewelten eingebettet, die wir in dieser Konsolengeneration zu sehen bekommen dürfen. Egal ob High-End-Texturen, die unfassbaren Lichteffekte oder die unglaublich detailreichen Figuren: "God of War" setzt fast in jeder Hinsicht neue Maßstäbe auf der PS4 und PS4 Pro. Für Spieler mit Sonys 4k-Konsole steht neben einem High Resolution-Modus ein Peformance-Modus zur Auswahl, der eine höhere Framerate erlaubt. Wie die Kollegen von „Digital Foundry“ festgestellt haben, geht „God of War“ auch mit 4k-Checkerboarding-Auflösung frameratetechnisch nur selten unter die magische Grenze von 30 Frames pro Sekunde. Deshalb empfehlen auch wir für alle PS4 Pro und UHD-Besitzer den „High Resolution“-Modus. Auf einer regulären PS4 läuft „God of War“ mit 30 FPS in Full HD-Auflösung und sieht ebenfalls atemberaubend aus.

 

Fazit

Vielleicht ist Frischzellenkur das falsche Wort, wenn man einen zerrissenen Helden wie „Old Man Kratos“ sieht, der zwischen Wutanfällen und Monster verdreschen auch noch versucht ein guter Vater zu sein. Was das Santa Monica-Studio jedoch mit "God of War" auf der PS4 erschafft, ist nichts Geringeres als eine Sensation: Dank einer mitreißenden Geschichte, die mit einer äußerst glaubwürdigen Vater-Sohn-Dynamik punktet, einer brillanten Spielemechanik und der vielleicht schönsten Präsentation dieser Konsolen-Generation, bewirbt sich Sony mit der Wiedergeburt seiner Franchise schon sehr früh um den Titel zum „Spiel des Jahres“ im Jahr 2018. "God of War" ist ein einzigartiges Spieleerlebnis und ein absoluter Pflichtkauf für alle PS4-Jünger (und möglicherweise auch solche, die es noch werden wollen).

"God of War" erscheint am 20. April 2018 exklusiv für PS4 und PS4 Pro. Einen Gameplay-Trailer zum Ausnahmespiel seht ihr hier:

 

 



Tags:
Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt