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Der König der Löwen: "Ich dachte, Disney-Filme wären Kinderfilme" | Florence Kasumba im Interview

Am 17. Juli startet die langersehnte Realverfilmung von "Der König der Löwen". Wir sprachen mit Marvel-Star Florence Kasumba, die in dem Disney-Streifen Hyäne Shenzi ihre Stimme lieh.

Der König der Löwen: Florence Kasumba im Interview
Florence Kasumba spricht Shenzi, eine von Scars treu ergebenen Hyänen, in "Der König der Löwen". Disney/Getty Images

Wohl kaum ein Disney-Film ist Jahrzehnte nach seinem Erscheinen selbst uns Erwachsenen noch so eindrücklich in Erinnerung wie "Der König der Löwen". Schuld daran sind zum einen die eingängigen Szenen und Gute-Laune-Songs von Simba, Pumbaa und Timon, zum anderen der tragische Tod von König Mufasa, der überhaupt erst das ganze Malheur um Simbas Flucht aus dem "Geweihten Land" und Scars Herrschaft losgetreten hat. (Hand aufs Herz, wem schießen selbst heute nicht die Tränen in die Augen bei dem Gedanken an Simba, der seinen regungslosen Papa zum Aufstehen bewegen will und dann unter dem Gelächter der fiesen Hyänen vertrieben wird?!)

 

Der König der Löwen: Florence Kasumba ist ein Teil des hochkarätigen Casts

Nun, 25 Jahre nach dem Kinostart des Klassikers, erweckt Disney unter der Leitung von Jon Favreau die liebgewonnenen Figuren des Zeichentrickfilms in einer Realverfilmung wieder zum Leben - und lässt es in Sachen Besetzung richtig krachen. Neben Beyoncé ("Nala") und Donald Glover ("Simba") liehen auch Chiwetel Ejiofor ("Scar"), "Billy Eichner ("Timon"), Seth Rogen ("Pumbaa") und Florence Kasumba ("Shenzi") in der englischen Originalfassung ihre Stimmen, letztere auch in der deutschen Synchronisation. 

Die 42-Jährige, die hierzulande seit Anfang des Jahres als "Tatort"-Kommissarin ermittelt, ist spätestens seit ihrer Rolle in Marvels "The Black Panther" (2018) ein gefeierter Star in Hollywood.

Wir sprachen mit der Darstellerin über ihren von vielen verhassten Part in "Der König der Löwen", darüber, warum sich mit ihm ein Kreis für sie schließt, weshalb sie, obwohl sie das Original in- und auswendig kennt, von der neuen alten Geschichte überrascht wurde, und welchen Anblick die Zuschauer, so sagt sie jedenfalls mit einem Augenzwinkern, bieten sollten, wenn sie nach der Neuverfilmung aus dem Kino stolpern.

TVMovie Online: Für die Realverfilmung von „Der König der Löwen“ leihst du deine Stimme der Hyäne Shenzi. Es ist nicht das erste Mal, dass du mit der Geschichte in Berührung kommst. Du hast früher schon in Hamburg im Musical „Der König der Löwen“ mitgespielt. Was hat es für eine Bedeutung für dich, jetzt auch im Realfilm mitzuwirken?

Florence Kasumba: Für mich schließt sich damit ein Kreis. Hätte man mir früher im Studium gesagt, dass ich irgendwann einmal etwas mit „Der König der Löwen“ zu tun haben würde, ich hätte es nicht für möglich gehalten! Ich habe die Rolle Shenzi bereits in Hamburg im Musical spielen dürfen und unglaublich genossen. Für mich ist das eine Rolle, von der ich mir dachte, die würde ich gerne mal spielen. Dass ich eines Tages aber einmal die Filmversion einsprechen würde, damit hätte ich niemals gerechnet.

Insofern ist das jetzt so ein Sahnetüpfelchen, welches ich total genieße, weil die Arbeit sowohl im Englischen als auch im Deutschen extrem spannend war. Ich habe unheimlich viel dazugelernt, mit tollen Kollegen zusammengearbeitet, ich habe mit einer Regie zusammenarbeiten dürfen, die sehr nett und motivierend ist. Das ist für mich eine super Erfahrung gewesen!

Florence Kasumba spielt Shenzi in "Der König der Löwen"
Florence Kasumba (links, Mitte) spricht in der "König der Löwen"-Realverfilmung die fiese Hyäne Shenzi. Keegan-Michael Key (oben, links) und Eric André komplettieren das Trio von Scars Helferlein. Disney

Hattest du denn schon vor deiner Musical-Zeit in Hamburg eine Verbindung zu „Der König der Löwen“? War es dein liebster Disney-Streifen?

Als der Film damals rauskam, war ich nicht im Kino. Klar habe ich mitbekommen, dass der veröffentlicht wurde, aber bis dato dachte ich, Disney-Filme wären Kinderfilme. Inzwischen hat sich meine Einstellung komplett geändert, ich sehe den alten Film von 1994 mit ganz anderen Augen.

Im Endeffekt muss ich sagen, dass „Der König der Löwen“ so viele schöne Lebensweisheiten hat, die ich als junger Mensch noch gar nicht begriffen habe. Heute bin ich Mutter, verheiratet und habe bei so vielen Projekten mitarbeiten dürfen, dass meine Sichtweise eine ganz andere ist und ich der nächsten Generation gerne etwas mit auf den Weg geben möchte, von denen mich ganz viele Dinge in „Der König der Löwen“ ansprechen.

Du hast erwähnt, dass du Shenzi gerne hast spielen wollen. Ist sie deine Lieblingsfigur in der Geschichte?

Zum Spielen auf jeden Fall! Grundsätzlich mag ich dieses Freche, das in der alten Filmversion vorkam; die Hyänen haben viel gelacht, die waren ein Team und sind stark rübergekommen. Das ist anders in der neuen Version. Nun sind die Hyänen nicht mehr zu Belächeln, sie sind gefährlicher – auch Shenzi. Da ist nichts Witziges mehr an ihr, sie ist sehr kalt und schwer einzuschätzen. Ein ganz schöner Unterschied also, aber für mich interessant zu spielen, da es nicht das Gleiche ist.

Mich interessiert aber auch Rafiki. Diese Figur wird im Musical von einer Frau gespielt und im Film von einem Mann.

Disneys "Der König der Löwen": Scar und sein Gefolge, die Hyänen
Disneys "Der König der Löwen": Scar und sein Gefolge, die Hyänen. Disney

Es muss sehr schwierig gewesen sein, sich nur aufs Sprechen zu konzentrieren und das Darstellende komplett wegzulassen …

Hätten wir das so aufgenommen wie man sich das vorstellt, also allein im Synchronstudio stehend, dann wäre es mir sicherlich nicht leichtgefallen, das Körperliche komplett außen vorzulassen und die Figur nur mit der Stimme rüberzubringen. Wir haben allerdings in einer Black Box gearbeitet, einem schwarzen Raum, der umgeben von Kameras ist. Dort durften wir die Szenen richtig spielen und uns komplett frei bewegen, insofern war es eigentlich als würden wir hinausgehen auf die Bühne und für ein Publikum spielen.

Disney verfilmt seit einigen Jahren immer mehr Klassiker wie „Der König der Löwen“ neu. Nicht alle heißen das gut. Wie stehst du dazu?

Klar, ich habe mich zugegebenermaßen anfangs auch gefragt, ob wir wirklich eine Neuauflage brauchen. Aber ich freu mich total, dass wir sie realisiert haben! Auch, weil dieser Film damals bereits eine enorme Wirkung hatte und wir bis heute über ihn sprechen. Inzwischen sind 25 Jahre vergangen, seit das Original rauskam. Wir sehen Filme heute anders, die technischen Möglichkeiten sind ganz andere. Deswegen ich freue mich auf alles, was neu ist. Und ich habe das Gefühl, dass ich, obwohl ich die Geschichte von „Der König der Löwen“ schon so gut kenne, dennoch überrascht worden bin.

Auf der einen Seite gibt es ein Wiedersehen mit vielen lieb gewonnenen und altbekannten Figuren wie Timon und Pumbaa, auf der anderen Seite wurde an den Dialogen herumgeschraubt, die Musik ein wenig verändert und es sind andere neue Dinge hinzugekommen. Es macht einfach Spaß zuzuschauen!

Der König der Löwen
Sie prägten "Hakuna Matata" und gabelten Simba auf: Das ungleiche Duo Timon und Pumbaa. Disney

Wird es auch einen zweiten und dritten „Der König der Löwen“ geben?

Das ist eine gute Frage (lacht)! Da muss man mal die Macher fragen. Wir haben jetzt zwei Jahre an diesem Film gearbeitet, deswegen rate ich den Zuschauern: Nehmt ihn erst einmal auf, verarbeitet ihn! Wie lange habt ihr über den alten Film geredet (lacht)?

Gäbe es einen weiteren Disney-Klassiker, bei dem du gerne bei einer Realverfilmung mitwirken würdest?

Nein, ich schaue, was kommt, nehme das auf und genieße es einfach. Mal sehen, was noch so auf mich zukommt! Fürs Erste freue ich mich einfach auf den neuen Film und bin schon unendlich gespannt, wie die Zuschauer reagieren und ob sie auch mit tränenverschmiertem Make-up aus dem Kino kommen.

Ob das wirklich eintrifft, sehen wir dann ab dem 17. Juli, wenn "Der König der Löwen" bei uns ins Kino kommt. Als Vorgeschmack seht ihr hier den Trailer:

 

von Sophie Piper 



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