„Crooks“-Staffel 2: „Kopf oder Zahl?“ und andere große Fragen des Lebens – Interview mit Frederick Lau
Frederick Lau begeistert mal wieder alle – diesmal in „Crooks“-Staffel 2. Zum Start der neuen Runde haben wir ihn im Interview mit etlichen Fragen gelöchert …

Sie sind zurück: Netflix' „Crooks“ und somit auch Christoph Krutzler – aber vor allem Frederick Lau. Ebenjener deutscher Schauspieler hat sich mit uns für ein Interview zusammengesetzt, um über die zweite Staffel der Hit-Serie zu sprechen. Und dabei ist einiges ans Licht gekommen: Unter anderem verrät er uns den besten Song, um sich zu prügeln, erzählt von dem Dreh in Bangko und klärt endgültig, ob Hawaii-Hemden eine Modesünde sind.
Bangkok Dangerous: Frederick Lau über die Dreharbeiten in Thailand
TVMovie, Jonas Kretzer: Darf ich dir vorab eine Frage außerhalb von „Crooks“ stellen?
Frederick Lau: Ja, klar.
Kretzer: Wir haben sowohl bei unserem Interview zu „Brick“ als auch zu „Call My Agent Berlin“ über Dinos gesprochen. Jetzt ist lustigerweise auf Netflix „Die Dinosaurier“ erschienen. Hast du schon reingeschaut?
Frederick Lau: Die habe ich noch nicht gesehen. Ich wollte die demnächst mit meinen Kindern gucken. Aber die Serie ist mir schon bei der Vorankündigung direkt ins Auge gefallen.
Kretzer: Jetzt aber zu „Crooks“: Ihr habt ja in Bangkok vor Ort gedreht. Gab es bei den Dreharbeiten große Herausforderungen oder lief alles wie geschmiert?
Frederick Lau: Herausforderungen ist ein schwieriges Wort. Prinzipiell kann jeder Tag eine Herausforderung sein. Aber ich bin eine Person, die es schön findet, wenn man fernab seiner normalen Realität ist und neue Dinge entdecken darf. Die Produktion hat im Vorfeld schon so gute und coole Arbeit geleistet, dass wir Orte betreten haben, die echt absurd sind. Als Schauspieler ist das eine echte Freude. Generell war es ein riesiges Abenteuer, in Bangkok anzukommen – nicht nur für die Schauspieler, sondern für das gesamte Team. Immerhin stehen wir ja teilweise an verlassenen Orten, wo es auf dem Boden kreucht und fleucht. Das ist ja auch das Schöne an „Crooks“ beziehungsweise an Abenteuerfilmen und -serien generell, dass man eine Welt erzählen kann, die man als Normalperson nicht kennt. Das Extreme an „Crooks“ ist, dass man als Zuschauer mit den Protagonisten mitentdecken darf.
Voll auf die Fresse … zu Journey?
Kretzer: Apropos Protagonisten: In der ersten Staffel gibt es diese tolle Szene, in der sich Charly und Joseph mit Rio und Helge zu „The Rhythm of the Night“ prügeln. Gibt es einen Song, zu dem du dich gerne mal filmisch oder seriell prügeln wollen würdest?
Frederick Lau: Das ist eine gute Frage (lacht). Kennst du „Don’t Stop Believing“ von …
Kretzer: Journey.
Frederick Lau: Genau, ich glaube, das wäre gar nicht so schlecht. Dazu kann man sich sehr gut prügeln.
Kretzer: Also sollte man den Song schon mal für „Crooks“-Staffel 3 vormerken?
Frederick Lau: Definitiv. Wir sollten uns jetzt schon die Rechte sichern.
Kretzer: Bei unserem Gespräch zu „Brick“ hast du mir erzählt, dass du etwas Lobbyismus betrieben hast, um in „Crooks“-Staffel 2 tauchen zu dürfen. Bist du dem Ziel mittlerweile nähergekommen?
Frederick Lau: Leider nicht. Ich dachte, wenn wir in Thailand drehen, dass wir auf einer Insel drehen würden – aber das war leider nicht der Fall. Wir sind die ganze Zeit nur im Molloch von Bangkok. Aber immerhin gibt es eine Szene, in der ich unter Wasser gedrückt werde, und von unten wurde mir dann ein Schlauch gegeben, damit ich Luft bekomme. Trotzdem sollten wir die Fahne hochhalten, dass ich nochmal tauchen gehen darf.
Kretzer: „Crooks“-Staffel 3 braucht also nicht nur „Don’t Stop Believing“, sondern auch Tauchgänge.
Frederick Lau: Genau (lacht).
Kretzer: Aber wenn du dich unter Wasser drücken lässt, dann klingt das ja schon recht gefahrenbereit. Machst du denn viele deiner Stunts selbst – oder hast du doch Respekt vor manchen Dingen, die das Drehbuch von dir abverlangt?
Frederick Lau: Nee, wir haben im Vorfeld sehr viele Kampfchoreografien auswendig gelernt und uns monatelang damit auseinandergesetzt. In „Crooks“-Staffel 2 sind wir auf jeden Fall in den Kämpfen heftiger geworden – unter anderem kämpfe ich gegen sieben Personen gleichzeitig, was man im echten Leben ja auch nicht unbedingt macht. Leider sind viele Dinge, wie große Sprünge, versicherungstechnisch nicht immer drin. Trotzdem finde ich es total cool, auf Häusern zu drehen, wo der Tod nicht unbedingt weit weg ist. Kurz gesagt: Ich bin da total offen, aber die Versicherung findet das nicht so geil.
Hawaii is callling: Frederick Laus Modetipps
Kretzer: Was hingegen geiler ist, sind eure Klamotten: Da ihr in Bangkok gedreht habt, ziehen sich Charly und Joseph auch etwas sommerlicher an. Sowohl du als auch Christoph rockt ihr beide Hawaii-Hemden. Trägst du privat auch welche oder ist das so gar nicht dein Fall?
Frederick Lau: Gefühlt hat sich jeder und jede aus dem Team nach dem Dreh ein Hawaii-Hemd besorgt. Das gehört dazu. Kennst du das, wenn du Sachen kaufst, die du aber auch nur an dem Ort trägst, wo du sie gekauft hast? Plötzlich stehen dir Farben, die dir sonst nicht stehen, und du kommst mit vielen bunten Sachen zurück. Ich packe gerade für einen Urlaub in Thailand, und als ich gepackt habe, habe ich mein Hawaii-Hemd wieder eingesteckt – denn dort wird es mir definitiv stehen. Im tristen Berlin muss man sich erstmal daran gewöhnen. Aber das ist auch immer eine Frage des Trauens. Wenn man sich das erstmal traut, finde ich Hawaii-Hemden ganz cool.
Kretzer: Gibt es denn einen Ort, an dem du in einer zukünftigen „Crooks“-Staffel gerne mal drehen wollen würdest?
Frederick Lau: Ich habe schon gesagt, dass ich Brasilien echt klasse finde – Südamerika generell. Das wäre mein Vorschlag.
Kretzer: Und in deiner Rolle als Charly gäbe es da irgendein Gebäude, in das du gerne mal einbrechen wollen würdest?
Frederick Lau:Die Bundesdruckerei wäre auf jeden Fall ganz interessant.
Kretzer: Thematisch würde es auf jeden Fall passen.
Frederick Lau: Danach würde es definitiv allen gut gehen (lacht).
Kommt „Crooks“-Staffel 3?
Kretzer: In „Crooks“ musst du unfassbar viele Fremdsprachen sprechen. Schaffst du dir die Sätze drauf oder ist Frederick Lau ein multilingualer Tausendsassa?
Frederick Lau: Nee (lacht), das habe ich mir alles draufgeschafft. Der Krutzler musste auch unfassbar viel auswendig lernen. Aber das ist das Coole für uns Schauspieler: Wir lernen Choreos, müssen mal Klavier spielen, und dann wird schon wieder eine andere Sprache gesprochen. Wenn man die Sätze aber erstmal kann, ist die wahre Herausforderung, in der Fremdsprache auch noch überzeugend zu spielen.
Kretzer: Wie würdest du sagen, unterscheidet sich „Crooks“-Staffel 2 von der ersten?
Frederick Lau: Wir haben nochmal eine richtige Schippe draufgelegt. Klar, die Münze gibt es immer noch, aber wir befinden uns in einer fremden Welt. Und die Gegner sind diesmal auch ganz andere. Es wird viel absurder. Wir sind an Orten, die man vorher noch nie so gesehen hat. Und mit dem Artefakt des Rahu wird es diesmal vor allem besonders düster. Ich will gar nicht zu viel erzählen, denn die Leute sollen ja auch noch von der Welt, die wir kreiert haben, umgehauen werden.
Kretzer: Wenn Marvin Kren noch mehr „Crooks“-Abenteuer aus dem Ärmel schütteln würde, wärst du dann eigentlich dabei? Sprich: „Crooks“-Staffel 3 oder gar 4?
Frederick Lau: Ja, natürlich. Auf jeden Fall. „Crooks“ bringt absolute Freude. Das ist ein Projekt, an das ich als Frederick auch immer wieder gerne zurückdenke, denn so etwas gibt es im Leben nicht häufig. Ich komme zwar viel rum, aber die Orte und die Szenerien, die ich mit Marvin bereist habe, sorgen immer wieder dafür, dass ich mir denke: „Wie geil ist das denn bitte?“ Das gibt dir nochmal einen extra Energieschub.
Family Business: Wie handhabt man Familie und Beruf als internationaler Schauspieler?
Kretzer: Aber wenn du so weit fernab drehst, lässt sich das gut mit der Familie vereinbaren oder wird das manchmal schon kompliziert?
Frederick Lau: Ja, das ist eine der wenigen harten Sachen. Wenn du in Bangkok drehst, hast du die Zeitverschiebung. Das war echt schwierig. Ich wurde von meiner Familie vermisst – und ich habe meine Familie ebenso vermisst. Das ist leider der Schule geschuldet, dass meine Kinder nicht einfach mal eben rumkommen können. Aber am Ende des Tages drehe ich lieber in Thailand als in Potsdam (lacht).
Kretzer: Eine ganz einfache Frage: Kopf oder Zahl?
Frederick Lau: Kopf.
Kretzer: Gibt es irgendeine besondere Bewandtnis hinter dieser Entscheidung?
Frederick Lau: Ja, der Kopf spricht mich einfach mehr an. Eine Zahl ist eine Zahl – da gibt es keine Überraschung. Aber die Köpfe auf den Münzen sind so unterschiedlich, verstehst du?






