Berlinale 2026: Alle Gewinner – „Gelbe Briefe“ gewinnt den Goldenen Bären
Großer Abend für den deutschen Film bei der 76. Berlinale: İlker Çatak gewinnt mit „Gelbe Briefe“ den Goldenen Bären, Sandra Hüller wird als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Deutschland setzt damit ein starkes Zeichen im Wettbewerb.

Der wichtigste Preis des Festivals ging an „Gelbe Briefe (Yellow Letters)“ von İlker Çatak. Das politische Familiendrama erzählt von einer türkischen Familie, die nach einer regierungskritischen Äußerung des Vaters gesellschaftlich und beruflich ins Abseits gedrängt wird. Derya (Özgu Namal) und Aziz (Tansu Biçer) verlieren ihre Jobs, ziehen mit ihrer Tochter nach Istanbul und kämpfen dort ums wirtschaftliche und emotionale Überleben.
Der Film ist komplett auf Türkisch gedreht und setzt sich intensiv mit staatlicher Repression, Berufsverboten und sozialem Ausschluss auseinander. In unserer Kritik heißt es: „Wer nicht ins Kino geht, ist selbst schuld.“ Mit dem Goldenen Bären wird „Gelbe Briefe“ nun auch offiziell zum wichtigsten Film der Berlinale 2026 gekürt.
Während alle Augen auf den Goldenen Bären gerichtet waren, sorgte auch Sandra Hüller für Begeisterung. Die deutsche Ausnahmeschauspielerin wurde für ihre Rolle in „Rose“ (Regie: Markus Schleinzer) mit dem Silbernen Bären für die Beste Hauptrolle geehrt. Ein weiterer Meilenstein in ihrer ohnehin beeindruckenden Karriere – und ein klares Statement der internationalen Jury um Präsident Wim Wenders.
Die offiziellen Preisträger im Wettbewerb (International Jury)
Goldener Bär für den besten Film: „Gelbe Briefe“ (Yellow Letters)“ – İlker Çatak
Silberner Bär Großer Preis der Jury: „Kurtuluş“ (Salvation) – Emin Alper
Silberner Bär Preis der Jury: „Queen at Sea“ – Lance Hammer
Silberner Bär Beste Regie: Grant Gee – „Everybody Digs Bill Evans“
Silberner Bär Beste Hauptrolle: Sandra Hüller – „Rose“
Silberner Bär Beste Nebenrolle: Anna Calder-Marshall & Tom Courtenay – „Queen at Sea“
Silberner Bär Bestes Drehbuch: Geneviève Dulude-de Celles – „Nina Roza“
Silberner Bär Herausragende künstlerische Leistung: Anna Fitch & Banker White – „Yo (Love Is a Rebellious Bird)“
Wichtige weitere Preise (Auswahl)
Berlinale Dokumentarfilmpreis: „If Pigeons Turned to Gold“ – Pepa Lubojacki
Teddy Award Bester Spielfilm: „Iván & Hadoum“ – Ian de la Rosa
Panorama Publikumspreis (Spielfilm): „Staatsschutz (Prosecution)“ – Faraz Shariat
Mit einem Goldenen Bären für eine deutsche Produktion und einem Schauspielpreis für Sandra Hüller fällt die Bilanz aus deutscher Sicht außergewöhnlich stark aus. Die Berlinale 2026 wird damit als Jahr in Erinnerung bleiben, in dem der heimische Film gleich mehrfach im internationalen Rampenlicht stand.









