Everything Sucks … Blood!

Aus der Gruft wieder aufgetaucht: Verschollene „Dracula“-Szenen wurden gefunden

Wenn Blutsauger kein Blut saugen dürfen, dann hat man es mit „Dracula“ von 1958 zu tun. Nun wurde jedoch verschollenes Material entdeckt, in dem das Blut scheinbar nur so fließt …

Christopher Lee schaut sich als Dracula den blutverschmierten Hals einer Frau an.
Halsabschneider oder doch eher Blutsauger? Eine neue Fassung von „Dracula“ mit Christopher Lee soll für Ohnmacht sorgen. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Horror ist im Kino stets im Wandel. So gelten Szenen, die früher noch als unzumutbar angesehen wurden, heute vielleicht als gängige Kost in diesem vielfältigen Genre. Bei „Dracula“ aus dem Jahr 1958 scheint das etwas anders zu sein, denn der Film soll augenscheinlich so schockierend gewesen sein, dass er geschnitten werden musste. Jahrzehntelang galten diese Szenen als verschollen, bis sie vor einigen Tagen wieder aufgetaucht sind. Doch was hat es mit diesem Material auf sich und kommt man noch in den Genuss, es zu sehen?

„Dracula“: Ohnmacht vorprogrammiert?

Die mittlerweile 68 Jahre alte „Dracula“-Adaption mit „Herr der Ringe“-Urgestein Christopher Lee als blutsaugendem Grafen galt zur Zeit ihres Erscheinens als derartig gruselig, dass Zuschauer und Zuschauerinnen angeblich in Ohnmacht gefallen sein sollen – zumindest in Japan, wie verschiedene Quellen berichten.

Damals war das herausgeschnittene Material scheinbar zu blutig und zu sexuell. Ob die entsprechenden Szenen tatsächlich so freizügig sind, wird aus ersten Berichten nicht wirklich ersichtlich. Dafür gibt es nähere Informationen zur Gewaltdarstellung. So sieht man in einer der entfernten Szenen Draculas Zähne voller Blut, nachdem er sich zuvor an einem Opfer sattgetrunken hat. Wie grafisch die Darstellung tatsächlich ist, lässt sich zurzeit noch nicht einschätzenaber schon bald herausfinden.

Fledermaus flattert ins Lichtspielhaus: Wiederaufführung von „Dracula“

Die Sequenzen, die in einer Lagerhalle von Warner Bros. gefunden wurden, sollen dem Gesamtwerk nämlich wieder hinzugefügt werden. Anschließend wird die ungeschnittene Fassung in 4K restauriert und rund um die Halloween-Saison zurück ins Kino gebracht. Insgesamt wird diese neue Variante von „Dracula“ somit um ganze drei Minuten länger sein.

Dass es sich dabei nicht nur um reine Geldmacherei handelt, zeigt auch ein Statement von Hammer-Films-CEO John Gore: „‚Dracula‘ in 4K zurückzubringen, geht weit über eine bloße Filmrestaurierung hinaus. Dies ist die Wiederentdeckung eines Stücks britischer Filmgeschichte, von dem das Publikum glaubte, es sei für immer verloren.“

Ob der Re-Release auch für Deutschland geplant ist, wurde bisher noch nicht verkündet. Dafür läuft zurzeit aber „Obsession“ in den deutschen Kinos, der, wie unsere Kritik verrät, leider einen ungerechtfertigten Hype genießt.

Quellen

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