Für das Geld muss man viele Gräber erforschen

Amazon dreht „Tomb Raider“-Serie: Warum das Projekt schon jetzt 100 Millionen Dollar kostet

Die Dreharbeiten haben noch gar nicht begonnen, aber schon jetzt ist Amazons geplante „Tomb Raider“-Serie mit einer hohen Rechnung verbunden.

Alicia Vikander zielt als Lara Croft mit Pfeil und Bogen.
Alicia Vikander schlüpfte zuletzt in die Rolle der Lara Croft, eine geplante Fortsetzung wurde jedoch nie verwirklicht. Foto: TMDB

Amazon wagt sich an eine der bekanntesten Videospielmarken der Welt: Lara Croft bekommt ihre erste große Serienadaption. Ab Januar 2026 sollen die Dreharbeiten zur Live-Action-Serie „Tomb Raider“ beginnen – mit Game of Thrones“-Star Sophie Turner in der Hauptrolle.

Doch noch bevor die erste Klappe fällt, sorgt das Projekt für Schlagzeilen: Schon jetzt sind rund 100 Millionen Dollar ausgegeben worden, und das vor allem wegen einer Frau – Phoebe Waller-Bridge.

Sophie Turner wird Lara Croft

Die ikonische Archäologin und Abenteurerin Lara Croft hat bereits prominente Leinwand-Gesichter gehabt: Angelina Jolie und Alicia Vikander übernahmen die Rolle in den Kinoverfilmungen. Nun tritt Sophie Turner in deren Fußstapfen. „Ich bin begeistert, diese Figur spielen zu dürfen“, so Turner. „Lara Croft bedeutet so viel für so viele Menschen – und mit Phoebe an der Spitze sind wir in sicheren Händen.“

Phoebe Waller-Bridge, Schöpferin von „Fleabag“ und Mitautorin von „Killing Eve“, fungiert als Showrunnerin, Drehbuchautorin und Produzentin der Serie. Unterstützung bekommt sie von Chad Hodge, der als Co-Showrunner dabei ist, sowie Regisseur Jonathan van Tulleken.

Amazons goldene Handfessel

Phoebe Waller-Bridge sitzt in „Fleabag“ Staffel 2 in einer Kirche und betet, schaut dabei aber hinter sich direkt in die Kamera.
Zieht Amazon das Geld aus den Taschen: Phoebe Waller-Bridge. Foto: TMDB

Dass Waller-Bridge eine zentrale Rolle bei „Tomb Raider“ einnimmt, ist kein Zufall. Schon 2019 hatte Amazon die Britin mit einem exklusiven Fünf-Jahres-Vertrag an sich gebunden – angeblich im Wert von 100 Millionen Dollar. Für Amazon war das damals eine Prestigetransaktion: Kurz nach den Emmy-Erfolgen von „Fleabag“ galt Waller-Bridge als eine der gefragtesten Kreativkräfte der Branche.

Doch bislang hat sich die gigantische Investition kaum ausgezahlt. In fünf Jahren produzierte Waller-Bridge für Amazon lediglich die Natur-Doku „Der Krake“. Ein geplantes Zusammenarbeit mit Donald Glover („Mr. & Mrs. Smith“) scheiterte an kreativen Differenzen.

Auch die „Tomb Raider“-Serie durchlief bereits zwei Writers’ Rooms und verschlang dabei Millionen, ohne dass greifbare Ergebnisse zu sehen waren.

Hochrisiko-Investition

Dass Amazon trotzdem weiter auf Waller-Bridge setzt, zeigt, wie viel Hoffnung der Konzern in die neue Lara-Croft-Serie legt. „Lara Croft ist eine der bekanntesten Videospielheldinnen aller Zeiten“, erklärte Vernon Sanders, Chef von Amazon MGM Studios. „Geführt von der brillanten Phoebe Waller-Bridge wird diese Serie die Tradition fortführen und neue Abenteuer für Fans weltweit schaffen.“

Ob sich die 100 Millionen Dollar, die bislang in Waller-Bridges Untätigkeit geflossen sind, letztendlich lohnen, bleibt jedoch abzuwarten. Kritiker werfen Amazon vor, zu sehr auf große Namen und weniger auf Ergebnisse zu setzen – ein Ansatz, der sich bereits bei anderen Hollywood-Deals als riskant erwiesen hat.

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