Alexander Zverev reagiert erneut auf Vorwürfe der häuslichen Gewalt
Nach seinem historischen Triumph bei den French Open sieht sich Alexander Zverev erneut mit Fragen zu den Vorwürfen konfrontiert, die seine Karriere seit Jahren begleiten. Ein neues Interview brach der Tennisstar ungehalten ab.

Der sportliche Erfolg könnte derzeit kaum größer sein: Alexander Zverev hat mit seinem Sieg bei den French Open 2026 erstmals einen Grand-Slam-Titel gewonnen und damit einen der größten Meilensteine seiner Karriere erreicht. Doch trotz oder vielleicht sogar wegen des sportlichen Höhenflugs holt den 29-Jährigen erneut ein Thema ein, das ihn seit Jahren begleitet: die Vorwürfe häuslicher Gewalt, die in der Vergangenheit von zwei ehemaligen Partnerinnen gegen ihn erhoben wurden.
In einem Interview mit der französischen Sportzeitung „L'Équipe“ zeigte sich Zverev wenig bereit, erneut ausführlich darüber zu sprechen. Das Gespräch kippte zunächst, endete dann abrupt.
Zverev-Interview kippt nach Fragen zu früheren Vorwürfen
Wie „L'Équipe“ berichtet, verlief das Interview im Inneren eines Autos zunächst entspannt. Auf dem Weg zu einem Fotoshooting sprach Zverev über seinen Triumph in Paris und die Bedeutung seines ersten Major-Titels.
Die Stimmung änderte sich jedoch schlagartig, als der Reporter auf einen Vorfall bei den US Open 2025 zu sprechen kam. Damals hatte eine Zuschauerin während eines Matches den Satz „Australien glaubt Olga und Brenda“ gerufen. Gemeint waren Zverevs Ex-Freundinnen Olga Sharypova und Brenda Patea, die in der Vergangenheit Vorwürfe gegen den Tennisprofi erhoben hatten.
Zverev reagierte zunächst knapp auf die Fragen. Als weiter nachgehakt wurde, unterbrach er den Journalisten mit den Worten: „Moment, zunächst mal ist es nicht diese Art von Interview. Und außerdem weißt du, dass die Anschuldigungen für falsch befunden wurden?“ Später erklärte er außerdem: „Ich habe alles getan, was ich konnte und meine Unschuld wurde bewiesen.“
Kurz darauf wurde das Gespräch beendet. Als der Reporter zu anderen Themen überleiten wollte, sagte Zverev laut „L'Équipe“ schließlich: „Ich denke, wir sollten aufhören, das ist besser.“
Juristische Einordnung: Was bedeutet die Einstellung des Verfahrens?
Gerade die Aussage, seine Unschuld sei bewiesen worden, verdient eine differenzierte Betrachtung. Im Fall Brenda Patea hatte die Berliner Staatsanwaltschaft 2023 einen Strafbefehl gegen Zverev beantragt. Der Tennisprofi legte dagegen Einspruch ein. Im Jahr 2024 wurde das Verfahren schließlich gegen eine Geldauflage eingestellt. Dabei zahlte Zverev insgesamt 200.000 Euro (150.000 Euro an die Staatskasse und 50.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen).
Wichtig ist dabei: Mit der Einstellung des Verfahrens war weder ein Schuldeingeständnis noch ein gerichtlicher Schuldspruch verbunden. Das Verfahren endete ohne Urteil. Juristisch wurde somit weder die Schuld noch die Unschuld des Tennisspielers festgestellt. Für Zverev gilt weiter die Unschuldsvermutung.
Auch die von Olga Sharypova erhobenen Vorwürfe führten zu keinem Strafverfahren gegen den deutschen Tennisstar.
Zverev setzt auf Neuanfang nach Karriere-Meilenstein
Die Konfrontation mit den Vorwürfen, ist für den Sportler natürlich mehr als unangenehm. Zverev ist es wichtig, dass der Fokus auf dem Sport liegt. Mit dem Titelgewinn in Paris hat er sich endgültig in die Reihe der Grand-Slam-Champions eingetragen. Unterstützung erhält er dabei weiterhin auch privat von Moderatorin Sophia Thomalla, mit der er seit 2021 liiert ist und die ihn regelmäßig bei wichtigen Turnieren begleitet. Warum seine Freundin bei seinem historischen Sieg fehlte, liest du hier >>>
Dennoch zeigt das aktuelle Interview, dass die Debatte um die Vorwürfe auch nach seinem größten sportlichen Erfolg nicht vollständig verstummt ist. Während Zverev das Kapitel für sich selbst als abgeschlossen betrachtet, bleibt das Thema für Teile der Öffentlichkeit und Medien weiterhin Gegenstand der Berichterstattung.






